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Beförderungserschleichung u. Urkundenfälschung


21.05.2006 11:54 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Ratgebende,

ich wurde wegen Beförderungserschleichung in 4 Fällen angezeigt. Zwei Fälle waren aus dem Jahre 2004 und zwei im Jahre 2006. Das Schwarzfahrer Ticket wurde noch nicht bezahlt, da ich sehr oft umgezogen bin und keine Mahnung bekommen hatte. In einem Fall 2005 habe ich auf der Selbstauskunft eine alte Adresse von mir angegeben und falsches Geburtstag (ich dachte, dass ich so die Bezahlung von den 40 Euro etwas rauszögern kann) und wurde deshalb zusätzlich wegen Urkundenfälschung angezeigt. Ich bin 24 Jahre alt und Azubi und nicht vorbestraft.

Nun habe ich die Möglichkeit eine Stellungnahme zu der Sache abzugeben. Ich bitte Sie um folgenden Rat, was ich nun tun soll:

- Soll ich mich dazu äußern? Ich bin nicht mit Vorsatz schwarz gefahren, als ich in der S-Bahn war, bemerkte ich, dass meine Mehrfahrtenkarte bereits abgelaufen ist und hatte kein Geld dabei, um mir schnell eine neue kaufen zu können. Damit ich nicht zu spät zur Arbeit komme, habe ich die 40 Euro dann in kauf genommen. Wass soll ich wegen der Urkundenfälschung machen?
- Der Betrag bei den Straßenbahnen ist noch offen, soll ich ihn schon vorab bezahlen? Wirkt sich das Strafmildernd aus?
- Ich habe mir jetzt eine Monatskarte gekauft, damit dies nicht noch einmal passiert. Da ich Azubi bin, habe ich nicht viel Geld und vorbestraft will ich wegen so etwas auch nicht sein. Was muß ich tun, um ggf. eine Einstellung gegen Auflagen zu bewirken?
- Mit was für einer Strafe habe ich schlimmstenfalls zu rechnen?

Da ich noch Azubi bin, kann ich nur 15 Euro einsetzten. Ich hoffe, dennoch, dass mir jemand schnell und kompetent helfen kann. Vielen Dank vorab!

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Sehr geehrter Ratsuchender !

Ich beantworte Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes i.H.v. 15,00 EUR summarisch wie folgt.
Diese Antwort berücksichtigt den von Ihnen mitgeteilten Informationsgehalt, eine umfassende Beratung kann mithin nur im Rahmen meiner Mandatierung erfolgen, da eine umfassende Sachverhaltsschilderung für die zu ergreifenden Maßnahmen unerläßlich ist.

Wenn Sie bei Fahrtantritt losfahren und, wie sie sagen, "habe ich die 40 Euro dann in kauf genommen", so liegt die Annahme eines bedingten Vorsatzes seitens der StA nahe. Im Rahmen Ihrer Einlassung sollten Sie deshalb unbedingt bei der Schilderung Ihrer Absichten (innerer Tatseite), also was Sie sich dabei dachten, als sie ohne Fahrkarte losfuhren bzw ob Sie dies überhaupt bewußt bemerkt haben, darauf achten, dass Sie nicht einen "falschen" Verdacht erwecken.
Ihre obige Schilderung geht nämlich genau in diese Richtung, sprich es ist sogar bereits ein Teilgeständnis.

Hinsichtlich beiden Straftaten rate ich Ihnen dazu ,die Einlassung gegenüber der Staatsanwaltschaft / dem Gericht einem Anwalt zu überlassen, denn auch nach der Einlassung sind Sie gut beraten sich anwaltlich im Verfahren vertreten zu lassen.

Auch auf eine Einstellung gegen Auflagen kann erreicht werden, das hängt aber von der sogenannten Abschlußentscheidung des zuständigen Sachbearbeiters bei der StA ab. Dieser wird sich zwischen dem Strafbefehl, Anklage mit anschließender Hauptverhandlung, oder einer Einstellung gegen Auflagen entscheiden. Letzteres ist aber aufgrund des Zusammentreffens der 4-fachen Beförderungserschleichung mit der Urkundenfälschung m.E. nicht realistisch, ich denke Sie werden mit einer Hauptverhandlung rechnen müssen oder einem Strafbefehl (gegen den Sie innerhalb von 2 Wochen Einspruch einlegen können, dann kommt es ebenfalls zur Hauptverhandlung).

Bitte beachten Sie unbedingt, dass die rechtliche Würdigung des Geschehens nur von einem Anwalt zutreffend unter Berücksichtigung der Beweislage bewertet werden kann und bereits Ihre erste EInlassung entscheidende Bedeutung beikommen kann.

Wenn Sie eine eingehendere Beratung wünschen, schlag ich Ihnen vor, Sie konsultieren -nachdem Sie den Strafbefehl z.B. erhalten haben- einen Anwalt mit einem sogenannten Beratungshilfeschein, den Sie beim örtlichen Amtsgericht bekommen. Sie werden dann einen konkreten anwaltlichen Rat gegen Erstattung von 10,00 EUR (liegt Ermessen des Anwalts, ob er Ihnen diese Gebühr berechnet) bekommen. Von einer Vorabzahlung des "Straßenbahnenbetrags" rate ich Ihnen ab.

Für beide Delikte zusammen haben Sie als Ersttäter hinsichtlich den 4 Beförderungserschleichungen (wenn dies nachgewiesen sind) mit einer Geldstrafe von ca. 30 Tagessätzen, hinsichtlich der Urkundenfälschung (wenn Sie erwiesen gilt am Ende der Hauptverhandlung) nocheinmal 10 Tagessätze zu rechnen. Die Anzahl und Höhe der Tagessätze hängt aber entscheidend von der Einstufung und rechtlichen Würdigung Ihrer Tat ab und im Ergebnis in Bezug auf die Höhe von Ihrem EInkommen als Azubi ab, das ich nicht kenne, weshalb ich hierzu keine Aussage treffen kann.

Eine weitergehende anwaltliche Beratung und einem konkreten Gespräch würde ich Ihnen empfehlen.

Marc Kleber
Rechtsanwalt


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