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Beerdigungskosten unzumutbar?

28.02.2016 21:46 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Bestattungspflicht trifft die Erben,sind diese nicht vorhanden trifft es die Unterhaltspflichtigen. Wenn keiner für die Bestattung aufkommt übernimmt das Sozialamt die Beerdigungskosten und fordert sie auch von weiter entfernteren Angehörigen zurück, soweit dieses nicht unbillig ist

Samstag Vormittag waren 2 Leute des Ordnungsamtes bei mir die mit mitteilten das mein biologischer Erzeuger verstorben sei, ich soll mich beim Amt melden es ginge um die Beerdigungskosten usw.

Meine Situation: Ich bin 36 Jahre alt, habe meinen Vater 30 Jahre weder gesehen noch gesprochen, er hatte keinerlei Interesse an mir oder meinem Bruder gezeigt. Desweiteren wurde nie auch nur ein Cent btw. damals Mark Unterhalt gezahlt. Zur Krönung wurden wir noch regelmäßig geschlagen. Meine Mutter sowohl wie mein Bruder und ich.
Wir wollen die Beerdigungskosten wegen unzumutbarkeit nicht zahlen. Soweit ich weiß habe ich noch 3 Halbgeschwister, wie sie zu ihren Vater standen weiß ich aber nicht.

Wie stehen die Chancen dagegen amuugehen?
Was wären die nächsten Schritte?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben die Erben für die Bestattung des Erblassers aufzukommen. Es ist eine sogenannte Nachlassverbindlichkeit. Wenn allerdings kein nennenswerter Nachlass vorhanden ist, ist es zunächst einmal erforderlich dann umgehend die Erbschaft auszuschlagen. So wie Sie schildern, gibt es noch weitere Kinder. Sofern diese die Erbschaft nicht ausschlagen, haften sie auch zu gleichen Teilen für die Beerdigungskosten. Wenn diese aber auch die Erbschaft ausschlagen, kann die Tragung der Beerdigungskosten hieraus nicht hergeleitet werden. Dann ist die Tragung der Beerdigungskosten aus dem Unterhaltsrecht herzuleiten.

Dann sind Unterhaltsverpflichtete und berechtigte untereinander zur Tragung der Kosten einer Beerdigung gegenüber verpflichtet. Dieses heißt, Kinder sind gegenüber ihren Eltern verpflichtet, und auch Eltern gegenüber ihren Kind ern. Danach wäre zu fragen, ob Sie Ihrem Vater gegenüber überhaupt unterhaltspflichtig waren. So wie die Sache hier aussieht, nämlich, dass er ihnen gegenüber gröblichst seine Unterhaltspflicht verletzt hat besteht die Chance, daß eine Unterhaltspflicht ausscheidet und Sie nicht verpflichtet sind für die Beerdigungskosten aufzukommen. Soweit Ihr Vater bei den anderen Kindern für den Unterhalt aufgekommen ist, schulden diese, allerdings entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit dann ihrerseits die Tragung der Beerdigungskosten.

Wenn auch hier raus sich eine Zahlungspflicht nicht herleiten lässt, etwa weil ihr Vater auch den Stiefgeschwistern gegenüber die Unterhaltspflicht gröblich verletzt hat, dann entscheidet sich nach einem sogenannten öffentlich-rechtlichen Bestattungs Anspruch, wer die Kosten zu tragen hat. Bei diesem Bestattungsanspruch sind dann auch weiter entfernte Angehörige verpflichtet die Kosten zu tragen unabhängig davon, ob hier auch Kinder vorhanden sind. Sollte ihr Vater also noch weitere Angehörige haben, müssten diese entsprechend dem öffentlich-rechtlichen Bestattungsanspruch für die Kosten aufkommen. Dieses erfolgt so, dass das Sozialamt für die Bestattung aufkommt und sodann die Kosten von den Angehörigen zurückfordert. Dieses erfolgt dann natürlich nur, wenn die Angehörigen leistungsfähig sind. In Ihrem Fall könnte es dann so sein, dass es unbillig ist, nachdem Ihr Vater Ihnen gegenüber die Unterhaltspflicht verletzt hat, die Kosten von Ihnen zurück zu verlangen. Wichtig ist in Ihrem Fall , dass Sie so gut wie möglich belegen, dass Ihr Vater nicht für den Unterhalt aufgekommen ist, möglicherweise auch durch entsprechende Zeugenaussagen. Der erforderliche nächste Schritt für Sie ist also ,die Erbschaft auszuschlagen, hiervon die anderen möglichen Erben zu informieren. Soweit die anderen Erben ebenfalls die Erbschaft ausschlagen und auch nicht für die Beerdigungskosten aufkommen, wird das Sozialamt sich wahrscheinlich mit Ihnen in Verbindung setzen, und dann müssen Sie entssprechend vortragen,warum eine Tragungspflicht der Beerdigungskosten in gerade Ihrem Falle unbillig ist. Da diese Frage sehr komplex ist, und ich hier nur wenig Informationen habe, bitte ich Sie bei Unklarheiten die Nachfrage Funktion zu nutzen und zu weiteren Informationen mich auf meiner Homepage zu besuchen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 29.02.2016 | 03:13

Zunächst Danke für die schnelle Antwort!
Nein ich war meinem Erzeuger gegenüber nie Unterhaltspflichtig. Und ja gegen unseren Erzeuger haben wir einen "Unterhaltstitel" wenn es den wirklich so heißt.

Aber ich frage mich nun: Konstaktiere ich nun wie vom Ordnungsamt gefordert- das Amt, oder ignoriere ich das?K

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.02.2016 | 06:23

Sie sollten auf jeden Fall das Sozialamt kontaktieren und jetzt schon darauf hinweisen, dass Sie das Erbe ausschlagen werden und auch weitere Erben in Betracht kommen, damit auch diese herangezogen werden. Ebenso sollten Sie auf ihre besondere Konstellation, dass Sie nie Kontakt zum Erblasser hatten, und dieser nie Unterhalt gezahlt hinweisen. Gegen den möglichen Erstattungsbescheid des Sozialamtes Auszahlung der Beerdigungskosten sollten Sie dann unbedingt Widerspruch einlegen.

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