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Beerdigungskosten und Erbe

31.03.2018 14:05 |
Preis: 55,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Moosmann


Der 80 jährige Bruder meiner Mutter (82 Jahre) ist vor 14 Tagen verstorben. Es gibt noch einen Bruder mit 78 Jahren.
Der Familienstand des Verstorbenen ist nicht bekannt. Er lebte 30 Jahre lang in Kanada und war dort verheiratet, es ist unbekannt, ob es eigene Kinder gibt. Der Verstorbene hat vor einigen Jahren selbst recherchiert, ob er noch verheiratet ist. Im Nachlass wurde eine Heiratsurkunde gefunden und ein Schreiben der deutschen Botschaft (aus dem Jahre 2013). Es konnte nicht festgestellt werden, ob die Ehe noch existiert und ob die Frau des Verstorbenen noch lebt.
Es gibt einen Nachlass von etwa 4.000 Euro und ein altes Auto. Im Auftrag meiner Mutter habe ich mich um die Beerdigung gekümmert (Kosten von etwa 2300.- € entstehen; Verbrennen und Urnengrab).
Meine Mutter möchte jetzt die Erbschaft ausschlagen - aber trotzdem die Kosten für die Beerdigung erstattet bekommen. Sie befürchtet, dass noch Schulden vorhanden sind - dazu ist aber nichts bekannt.
Ich glaube aber, dass sie dann keinen Zugriff zum Geld hat. Der 78jährige Bruder möchte ebenfalls kein Erbe antreten.
Frage ist: kann man das Erbe ausschlagen und vom verhandenen GEld auf dem Konto die Beerdigung bezahlen? Wer bekommt das Geld, wenn sie und der lebende Bruder das Erbe ausschlägt? Was passiert, wenn sich irgendwann eine vielleicht doch noch vorhandene Ehefrau oder ein Kind aus Kanada meldet? Was würden Sie empfehlen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Das Nachlassgericht muss ermitteln, wer als Erbe in Betracht kommt und ob der Verstorbene noch verheiratet war oder ein Kind hat und wer als Erbe in Betracht kommt.
Wird die Erbschaft ausgeschlagen, gilt der Anfall als nicht erfolgt (§ 1953 Abs. 1 BGB )
Zum Nachlass gehört auch ein Auto.

2.
Die Erbschaft werden kann nur innerhalb der Ausschlagungsfrist von 6 Wochen ausgeschlagen werden (§ 1944 BGB ).

Nach einer wirksamen Ausschlagung müsste Ihre Mutter die Beerdigungskosten auch nicht selbst tragen. Sie hätte dann aber auch keinen Zugriff das Nachlasskonto


3.
Letztich bliebe das Bundesland als gesetzlicher Erbe (§ 1946 BGB ).

4.
Ich würde Ihrer Mutter empflehlen, sich mit dem Nachlassgericht in Verbindung zu setzen. Möglicherweise könnten auch Maßnahmen zur Sicherung des Nachlasses in Betracht kommen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2018 | 16:08

Vielen Dank für Ihre Antwort. Sie schreiben, möglicherweise könnten auch Maßnahmen zur Sicherung des Nachlasses in Betracht kommen. Dies verstehe ich nicht. Was meinen Sie damit? Was wären solche Maßnahmen und wer sollte diese warum in die Wege leiten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2018 | 17:16

Sehr geehrte Fragestellerin,

Wenn die Erbfolge unklar ist ,hat das Nachlassgericht "für die Sicherung des Nachlasses zu sorgen". Dies ergibt sich aus § 1960 BGB . Insbesondere kann das Nachlassgericht einen Nachlasspfleger bestellen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

FRAGESTELLER 04.04.2018 3,2/5,0
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