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Beerdigungskosten meines Bruders

| 27.04.2010 19:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske


Mein Bruder ist vor einiger gestorben. Zum Zeitpunkt des Todes war er geschieden. Er hinterlässt 2 uneheliche volljährige Kinder und 2 minderjährige Kinder aus seiner geschiedenen Ehe. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben alle das Erbe ausgeschlagen. Mein Vater und meine 3 Geschwister sind sich nun nicht einig wer die Beerdigungskosten tragen muß. Ich habe die vollständigen Beerdigungskosten selbst bezahlt.
Meine Frage:
Von wem kann ich nun die Bestattungskosten zurückfordern bzw. wer muß sich an diesen Kosten beteiligen?

Wer ist in diesem Fall Bestattungspflichtig? Wobei hier auch nicht alle Beteiligten ein aureichendes Einkommen verfügen.

Kann ich nun meinen Vater und meine Geschwister an den Kosten beteiligen?

Sehr geehrter Fragesteller,

bestattungspflichtig sind nach dem Bestattungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (bitte teilen Sie mit, wenn der Verstorbene in einem anderen Bundesland lebte): der überlebende Ehegatte oder der Eingetragene Lebenspartner, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder der verstorbenen Person oder eine von dem Verstorbenen noch zu Lebzeiten beauftragte Person oder Einrichtung (in dieser Reihenfolge). Die öffentlich-rechtliche Pflicht, für die Bestattung zu sorgen ist aber nicht gleich der zivilrechtlichen Pflicht, die Bestattungskosten zu tragen.

Haben Sie für die Bestattung gesorgt, weil dies kein vorrangig Verpflichteter getan hat, haben Sie nach § 1968 BGB einen Anspruch auf Ersatz der angemessenen Beerdigungskosten gegen die Erben des Verstorbenen. Schlagen alle in Betracht kommenden Verwandten das Erbe aus, erbt der Staat. Wenn die Bestattungskosten von den Erben nicht zu erlangen sind, haften ersatzweise die Verwandten Ihres Bruders in gerader Linie, vorausgesetzt diese sind finanziell leistungsfähig und Ihr Bruder war unterhaltsbedürftig (§ 1615 Abs. 2 BGB ). Unterhaltsverpflichtet sind also nicht die Geschwister, da diese nur in der Seitenlinie verwandt sind. Bei mehreren Unterhaltsverpflichteten ergibt sich die Rangfolge aus § 1606 BGB . Vorrangig haften die Kinder des Verstorbenen. Auch die unehelichen, falls die Vaterschaft Ihres Bruders anerkannt oder festgestellt war. Mehrere gleich nahe Verwandte haften anteilig nach Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Haften die Kinder nicht, ist nächster Verpflichteter Ihr Vater. Ist Ihr Bruder mittellos verstorben und können Sie von den Erben oder den Verwandten in gerader Linie keinen Ausgleich bekommen, sollten Sie sich an das Sozialamt am bisherigen Wohnort (falls Ihr Bruder Sozialhilfeempfänger war) bzw. am Bestattungsort wenden und dort die Übernahme der Bestattungskosten beantragen. Dieses prüft, inwieweit den eigentlich dazu Verpflichteten die Übernahme der Beerdigungskosten zugemutet werden kann.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrage-Funktion.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich auch zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail. Meine E-Mail-Adresse finden Sie unten in der Signatur.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 27.04.2010 | 22:22

Mein Bruder war weder unterhaltsbedürfig noch Sozialhilfeempfänger. Er hatte Arbeit und hatte ein gutes Einkommen.
Ändert das jetzt was an der Situation in Ihrer ersten Antwort?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.04.2010 | 22:35

Sehr geehrter Fragesteller,

dann wird der Nachlass (vermutlich) auch nicht überschuldet sein, die Verwandten, die nicht Erbe sind und das Sozialamt sind dann nicht zur Übernahme der Beerdigungskosten verpflichtet. Sie sollten beim Nachlassgericht erfragen, wer Erbe geworden ist und bei diesem die Forderung geltend machen. Der Erbe ist in erster Linie für die Beerdigungskosten zuständig.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 29.04.2010 | 06:23

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FRAGESTELLER 29.04.2010 5/5,0
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