Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Beendigungsgrund im Zeugnis vs. Schweigeklausel


13.08.2007 18:12 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich mein unbefr. Arbeitsverhältnis fristgerecht gekündigt hatte, war ich beim selben AG - bis zu meinem Fortbildungsbeginn (krummes Beginndatum) - noch ein paar Wochen angestellt. Ich sollte dazu die fristgerechte Kündigung zurückziehen und wir schlossen einen Aufhebungsvertrag mit einem krummen Enddatum. Die Vereinbarung war im beidseitigen Interesse. AG konnte personellen Engpass überbrücken und ich bis zu meinem Akademiebeginn arbeiten (nahtloser Übergang) und Geld verdienen.

Im Zeugnis steht nun, dass ich das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum (kr. Enddatum) verlassen habe, um eine Weiterbildung zu beginnen...(Bedauern und Zukunftswünsche). Habe das Zeugnis von einem Berater überprüfen lassen und dieser hält diese knappe Beendigungsangabe wg. dem krummen Enddatum für zu spekulativ für potenzielle AG, die die Vorgeschichte nicht kennen. Ich solle auf eine genauere Erläuterung bestehen, damit es nicht nach "einfach AG Hals über Kopf ohne Einhaltung der KÜ-Frist verlassen" aussieht und mir bei Bewerbungen Nachteile bringt. Nachdem ich mich weiter erkundigte, wird das wohl von manchen so ähnlich gesehen.

Meine Bitte neben dem "Verlassen auf eigenen Wunsch" auch noch den Aufhebungsvertrag (gerne entsprochen.....bis zur Weiterbildung...usw.) entsprechend mit einzufügen, wurde vom ehem. AG abgelehnt. Begründung, dass Stillschweigen über die Form der Beendigung gewahrt werden muss lt. Aufhebungsvertrag. Die Aufhebung darf für Dritte nicht ersichtlich sein und die Aussage "Unternehmen auf eigenen Wunsch zum ...verlassen, um.." muss potenziellen AG ausreichen.

Ich war der Meinung, dass die Stillschweigeklausel im Aufhebungsvertrag sich nur auf die Vertragsinhalte bezieht, die ich nicht Dritten mitteilen darf, und nicht auch die Form der Beendigung betrifft. Stillschweigen über Vereinbarung gegenüber Dritten, heißt es in der Klausel. Kann ein AG denn solch eine Klausel soweit auslegen, dass verschwiegen werden muss, dass es ein Aufhebungsvertrag war ? Auch gegenüber potenziellen AG bei Bewerbungen nicht ersichtlich (bzw. nicht gesagt) sein (werden) darf ? Was soll ich denn bei Vorstellungsgesprächen erzählen ? Schweigen ? Ich bin wirklich recht „sprachlos“ und ratlos, da wir uns nicht im Streit getrennt hatten und alles friedlich und wohlwollend bis zum Schluss lief.

Kann ich in diesem Fall doch darauf bestehen, dass mein ehem. AG die richtigen Beendigungsumstände entsprechend ins Zeugnis schreibt (um Missverständnisse vorzubeugen) - oder - muss ich mich mit seiner Formulierung zufrieden geben ? (ich finde die gar nicht so schlecht, aber andere, die die Vorgeschichte nicht kennen, schon)

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort !

Freundliche Grüße

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Formulierung bzgl. des Beendigungstatbestands Ihres früheren Arbeitsverhältnisses in Ihrem Zeugnis Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass die bisherige Formulierung „auf eigenen Wunsch zum (kr. Enddatum)“ gem. Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht zutreffend ist. Vielmehr hatten Sie hiernach ordentlich gekündigt und die Kündigung nur auf Anregung Ihres Arbeitgebers zurückgenommen und sodann im beidseitigen Einvernehmen einen Aufhebungsvertrag zu dem kr. Enddatum abgeschlossen.

Die Problematik der Stillschweigeklausel im Aufhebungsvertrag, zu der ich ohne konkrete Kenntnis des Aufhebungsvertrages, keine juristischen Ausführungen machen kann, sollte m.E. dadurch gelöst werden, dass Sie Ihren Anspruch auf Richtigstellung des Zeugnisses geltend machen und verlangen, dass die Formulierung von „auf eigenen Wunsch zum...“ auf „in bestem beiderseitigen Einvernehmen zum...“ richtiggestellt wird.

Durch diese Richtigstellung sollten Nachteile aus dem krummen Enddatum bei Bewerbungen ausscheiden.

Dass das Vorliegen eines Aufhebungsvertrages durch die Richtigstellung der Formulierung erkennbar wird, ist dabei unerheblich, da der Anspruch auf Richtigstellung des Zeugnisses gegenüber einer etwaigen Stillschweigeklausel überwiegt, zumal sich letztere grds. auf die Inhalte des Aufhebungsvertrages und des früheren Arbeitsverhältnisses beschränkt. Nähere Feststellungen hierzu können allerdings mangels Kenntnis von den konkreten Regelungen des Aufhebungsvertrages nicht getroffen werden, wofür ich Sie um Verständnis bitten möchte.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER