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Beeinträchtigung des Lichteinfalls


28.08.2006 21:29 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Auf dem Nachbargrundstück steht in unmittelbarer Nähe des Grenzzaunes ein Wacholder von 3 - 4 m Höhe. Dadurch fällt weniger Licht ins Wohnzimmer. Wegen Tannen auf den Nachbargrundstücken ist das Wohnzimmer ohnehin schon recht dunkel . Der Nachbar weigert sich, den Wacholder zu kürzen. Was kann ich tun?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich aufgrund Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten möchte.

Nach der Rechtsprechung ist der Schattenwurf von Pflanzen des Nachbargrundstücks grundsätzlich keine unzulässige Einwirkung, so dass der Eigentümer des beschatteten Grundstücks kein Recht auf Beseitigung bzw. Zurückschneiden der Bepflanzung hat.

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn z.B. Zweige über die Grenze in das eigene Grundstück hineinragten oder Grenzabstände nicht eingehalten werden würden. Falls die für Bäume oder Sträucher vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden, gibt es jedoch grundsätzlich einen Anspruch des Nachbarn auf Beseitigung bzw. zumindest angemessenen Rückschnitt der Pflanzen. Dabei kann eine Beseitigung nicht verlangt werden, wenn mit einem Rückschnitt den gesetzlichen Vorgaben genüge getan werden kann.

Auszug aus dem für Sie geltenden Nachbarrechtsgesetz für Nordrhein-Westfalen:

§ 41 Grenzabstände für bestimmte Bäume, Sträucher und Rebstöcke:

(1) Mit Bäumen außerhalb des Waldes, Sträuchern und Rebstöcken sind von den Nachbargrundstücken … folgende Abstände einzuhalten:

1. mit Bäumen außer den Obstgehölzen, und zwar
a) stark wachsenden Bäumen, insbesondere der Rotbuche (Fagus silvatica) und sämtliche Arten der Linde (Tilia), der Platane (Platanus), der Roßkastanie (Aesculus), der Eiche (Quercus) und der Pappel (Populus) 4,00 m,
b) allen übrigen Bäumen 2,00 m,

2. mit Ziersträuchern, und zwar
a) stark wachsenden Ziersträuchern, insbesondere dem Feldahorn (Acer campestre), dem Flieder (Syringa vulgaris), dem Goldglöckchen (Forsythia intermedia), der Haselnuß (Corylus avellana), den Pfeifensträuchern - falscher Jasmin - (Philadelphus coronarius) 1,00 m,
b) allen übrigen Ziersträuchern 0,50 m,

(2) Ziersträucher und Beerenobststräucher dürfen in ihrer Höhe das dreifache ihres Abstandes zum Nachbargrundstück nicht überschreiten, Strauchtriebe, die in einem geringeren als der Hälfte des vorgeschriebenen Abstandes aus dem Boden austreten, sind zu entfernen.

§ 46 Berechnung des Abstandes

Der Abstand wird von der Mitte des Baumstammes, des Strauches oder des Rebstockes waagerecht und rechtwinklig zur Grenze gemessen, und zwar an der Stelle, an der der Baum, der Strauch oder der Rebstock aus dem Boden austritt. Bei Hecken ist von der Seitenfläche aus zu messen.


Der Wacholder aus der Familie der Zypressengewächse dürfte als stark wachsender (Zier)Strauch einzustufen sein, womit für ihn nach § 41 Nr. 2 b ein Abstand von 1 Meter gelten dürfte. „Insbesondere“ in § 41 Nr. 2 b macht nämlich deutlich, dass die dortige Aufzählung nicht abschließend sein soll.

Allerdings ist zu beachten, dass ein etwaiger Anspruch auf Beseitigung nach diesem Gesetz innerhalb von 6 Jahren nach dem Anpflanzen geltend gemacht werden werden muss.

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort auf den gegebenen Angaben basiert, daneben aber andere Punkte relevant sein könnten, die möglicherweise ein anderes Ergebnis nahelegen würden. Eine umfassende und verbindliche Beratung ist daher nur im Wege einer Mandatserteilung möglich.

Ich hoffe, Ihnen die im Rahmen dieses Forums angestrebte erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt
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