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Beantragung Elternzeit

02.10.2018 09:56 |
Preis: 35,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Elternzeit, 7 Wochenfrist bei Antrag versäumt und Rechtsfolgen. Verschiebung nach hinten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zur Beantragung der Elternzeit (EZ).

Der Geburtstermin meines Kindes ist der 15.11. Ich bin der Vater.

Mit dem gestrigen Tage wurde mein bis zum 30.09. befristetes Arbeitsverhältnis entfristet. Meiner Rechtsauffassung nach, war damit erst die Grundlage gegeben, die EZ zu beantragen. Einen Antrag in einen Zeitraum ohne Arbeitsvertrag hat ja keinen Sinn.

Ich würde gerne ab dem 15.11. EZ in Teilzeit beantragen, kann aber nun die 7-wöchige Frist nicht mehr halten. Nun möchte ich dennoch ab dem 15.11. beantragen, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Mit welchem Datum wäre der Eintritte der EZ zum nächsten Termin? Gibt es bei diesem Sachverhalt noch etwas, was ich beachten sollte?

Mit freundlichem Gruß


02.10.2018 | 10:56

Antwort

von


(15)
Feldmannstraße 26
66119 Saarbrücken
Tel: 0681 9102551
Web: http://kanzleiarbeitsrecht.org
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die sieben Wochen sollen dem Arbeitgeber die Möglichkeit, sich gegebenenfalls um Ersatz zu kümmern und sich auf den Wegfall des Mitarbeiters einzustellen, also entsprechend Zeit geben.

Wird die Sieben-Wochen-Frist verpasst, verschiebt sich der Beginn der Elternzeit schlicht entsprechend nach hinten.

Wenn sie heute den Antrag stellen, müssen sie noch bis zum 20. November 2018 voll arbeiten. Das sind dann genau 7 Wochen. Ab dem 21. November 2018 haben Sie dann Anspruch auf Elternzeit in Teilzeit wie von ihnen beantragt.

Da ja niemand genau weiß, an welchem Tag ein Kind auf die Welt kommt, gibt es von dieser 7 Wochenfrist natürlich auch Ausnahmen, etwa bei Frühgeburten.

Sie sollten mit ihrem Arbeitgeber sprechen ob er ihnen den 15. November schon die Elternzeit auch bewilligt wie gewünscht. Das kann der Arbeitgeber natürlich genehmigen. Er muss die 7 Wochen nicht zwingend einhalten.

Wenn sich die Geburt des Kindes ankündigt, sollen Sie ad hoc ein bis zwei Tage kurzfristige bezahlte Freistellung von der Arbeit beantragen als Sonderurlaub auch, wenn Sie bei der Geburt dabei sein wollen und das bei der Abgabe des Antrags ankündigen dem Arbeitgeber.

Anmerkung:
Oft ist der "technische" oder medizinische Geburtstermin viel zu früh angesetzt. Die tatsächliche Geburt ist oft erst später, manchmal sogar 14 Tage, wenn alles normal läuft. Und dann ist die Mutter auch noch einige Tage mit dem Kind voll versorgt im Krankenhaus. Erst dann wird es "ernst" für den Vater (eigene Erfahrung). Das kann bei Ihnen dann auch erst weit nach dem 15. November sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Andreas Orth, LL.M.

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