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Beachten bei Firmenverkauf

| 16.01.2015 09:53 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Anstellungsvertrag mit GmbH-Geschäftsführer oder Vertrag über
freie Mitarbeit

Ich habe seit 1998 eine GmbH und bin alleiniger Geschäftsführer. Seit Januar 2013 habe ich einen Partner der zunächst mit 60 und dann mit 80% beteiligt ist. Zum Zeitpunkt des Beitrittes war die Firma wirtschaftlich am Ende. Nun bin ich offiziell in Rente, arbeite jedoch noch als Geschäftsführer und meine restlichen Anteile sollen ebenfalls an den Partner übergehen ( 1EUR), da das Geschäft noch schlecht läuft ( Finanzspritze zu niederig, nicht genug Personal usw..).

Nun möchte ich gerne wissen, auf was ich bei diesem Firmenverkauf besonders achten muß.
Im speziellen wüßte ich gerne :
Wie verhält sich das z.B. mit Steuernachzahlungen, wenn eine Prüfung der Vorjahre kommt bei Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer ?
Bin ich dann persönlich, privat haftbar ?
Sollte ich jetzt einen Angestelltenvertrag machen oder besser als Freiberufler arbeiten (PKV) ? Wie stehe ich mich steuerlich (Gesamtabzüge) besser ?

Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen


Einsatz editiert am 17.01.2015 12:32:57

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Wie verhält sich das z.B. mit Steuernachzahlungen, wenn eine Prüfung der Vorjahre kommt bei Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer ?
Bin ich dann persönlich, privat haftbar ?

Nein, dafür haftet nur die GmbH mit Ihrem Vermögen. Wenn es nicht ausreicht haften Sie (als Gesellschafter oder/und Geschäftsführer) nicht. Das ist der Grund, warum man GmbH gründet = keine persönliche Haftung.

2. Sollte ich jetzt einen Angestelltenvertrag machen oder besser als Freiberufler arbeiten (PKV) ? Wie stehe ich mich steuerlich (Gesamtabzüge) besser?

Bei dem Angestelltenvertrag (über die Grenze der Geringfügigkeit 450 €) zahlt sowohl Ihr Arbeitgeber (= GmbH) als auch Sie Sozialversicherung, somit entstehen beiderseitig Belastungen. Diese Lösung ist für Sie ungünstig.

Bei Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (bis zur Grenze der Geringfügigkeit 450 €) zahlt nur der Arbeitgeber die pauschale für Sozialversicherung und Lohnsteuer, Sie bleiben ohne Belastung.

Bei einer Beschäftigung als freier Mitarbeiter (Freiberufler) zahlen Sie die Sozialabgaben und Einkommenssteuer nur dann, wenn Sie diese Beschäftigung als Hauptbeschäftigung ausüben. Das ist im Groben dann der Fall, wenn Sie mehr verdienen als Ihre Rente ist. Einen solchen Vertrag würde ich nicht empfehlen. Falls die Beschäftigung lediglich eine Nebenbeschäftigung darstellt, zahlen Sie nur die Einkommenssteuer.


Zu beachten wäre noch die Hinzuverdienstgrenze bei Vollrentner von 450,00 Euro monatlich. Beträgt Ihr Gehalt mehr als 450 € wird der übersteigende Betrag von Rente abgezogen.

Als Ergebnis zur Frage 2: ein Vertrag über die freie Mitarbeit mit einem minimalen Gehalt (zumal Sie sagen, die GmbH hat finanzielle Schwierigkeiten) von 300 €.

Sonst vollzieht sich ihr Vorhaben problemlos. Bei der Gestaltung der Vertrages über die freie Mitarbeit oder Angestelltenvertrag (je nachdem für was Sie entscheiden) empfiehlt sich im allgemeinen auf die Fragen der Haftung des Geschäftführers besonders zu achten. Hier ist Muster:

Für Angestelltenvertrag

http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/mustervertrag/arbeitsvertrag_gmbh/

Vertrages über die freie Mitarbeit

http://www.ihk-wiesbaden.de/linkableblob/wiihk24/p/recht/downloads/1496232/.12./data/Vertrag_freie_Mitarbeit_deutsch-data.pdf






Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.01.2015 | 17:34

Meiner Meinung nach ist die Anwort und damit das Resultat nicht richtig, da ich als Vollrentner unbegrenzt hinzu verdienen kann, ohne das dies von der Rente abgezogen wird. Sie z.B. diesen Link:
http://www.sentiso.de/informationen/25-hinzuverdienst-rentner

Bitte um Klärung



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.01.2015 | 20:24

die Antwort und das Resultat sind richtig, bedürfen allerdings einer Klarstellung, dass die Hinzuverdienstgrenze für diejenige Personen gilt, die zwar die Vollrente beziehen (so wie bei Ihnen der Fall ist) aber die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben. Das ergibt sich aus
§ 34 SGB VI (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__34.html
):
(2) Anspruch auf eine Rente wegen Alters besteht vor Erreichen der Regelaltersgrenze nur, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Sie wird nicht überschritten, wenn das Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen aus einer Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit oder vergleichbares Einkommen im Monat die in Absatz 3 genannten Beträge nicht übersteigt, wobei ein zweimaliges Überschreiten um jeweils einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze nach Absatz 3 im Laufe eines jeden Kalenderjahres außer Betracht bleibt. Die in Satz 2 genannten Einkünfte werden zusammengerechnet. Nicht als Arbeitsentgelt gilt das Entgelt, das
1.
eine Pflegeperson von dem Pflegebedürftigen erhält, wenn es das dem Umfang der Pflegetätigkeit entsprechende Pflegegeld im Sinne des § 37 des Elften Buches nicht übersteigt, oder
2.
ein behinderter Mensch von dem Träger einer in § 1 Satz 1 Nr. 2 genannten Einrichtung erhält.

(3) Die Hinzuverdienstgrenze beträgt

1.
bei einer Rente wegen Alters als Vollrente 450 Euro,
2.
bei einer Rente wegen Alters als Teilrente von

a)
einem Drittel der Vollrente das 0,25fache,
b)
der Hälfte der Vollrente das 0,19fache,
c)
zwei Dritteln der Vollrente das 0,13fache

der monatlichen Bezugsgröße, vervielfältigt mit der Summe der Entgeltpunkte (§ 66 Abs. 1 Nr. 1 bis 3) der letzten drei Kalenderjahre vor Beginn der ersten Rente wegen Alters, mindestens jedoch mit 1,5 Entgeltpunkten.



Falls Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie unbeschränkt dazu verdienen.

Bewertung des Fragestellers 28.01.2015 | 17:14

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