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Bauvertrag Zusatzvereinbarung

02.06.2018 13:21 |
Preis: 64,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben vor genau einem Jahr einen Bauvertrag unterschrieben.
Dadurch, dass wir individuell bauen müssen, mussten diverse Zusatzvereinbarungen geschlossen werden. Baubeginn hätte nach Vertrag Ende Januar sein müssen. Durch die Zusatzvereinbarungen ist der Bauvertrag in dieser Hinsicht wahrscheinlich nicht mehr rechtsgültig. Nach einigen Gesprächen und unsagbar vielen Zusatzvereinbarungen hatten wir das Gefühl, dass wir übers Ohr gehauen werden, so dass wir einen Baubegleiter beauftragt haben. Diese stellte fest, dass eine Zusatzvereinbarung, diese war über eine Bodenverdichtung über 6.000€, völlig überhöht war und der Preis für diese Maßnahme bei ca 900€ liegt. Es wurde vereinbart, eine neue Zusatzvereinbarung zu erstellen. Hierfür wurde eine Frist von 2 Wochen gesetzt und für den Baubeginn eine 4 Wochenfrist. Jetzt sind 5 Wochen vergangen und die Firma rührt sich nicht. Kann man die Zusatzvereinbarungen unter Vorbehalt unterzeichnen damit die Fristen zu laufen beginnen, bzw. welche Möglichkeiten haben wir?
Vielen Dank und viele Grüße

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Sehr geehrte Ratsuchende,


ohne den genauen Inhalt und Wortlaut des Vertrages und der Zusatzvereinbarungen zu kennen, kann man Ihnen nicht empfehlen, etwas zu unterzeichnen oder bestimmte Schritte einzuleiten. Die Prüfung der vertraglichen Situation und der Zusätze ist daher unumgänglich.

Zudem müssten Sie vorab entscheiden, ob Sie mit der Baufirma weiter bauen möchten, da davon auch das weitere Vorgehen abhängt.


Insoweit wäre eine Fristsetzung sicherlich ein möglicher Weg, wobei dann eine angemessene Frist für den Beginn der vertraglichen Leistungen der richtigen Schritt sein kann (aber eben vorbehaltlich der Vertragsprüfungen), Dazu müssten Sie neben der Fristsetzung dann auch für den Fall der Nichteinhaltung dieser Frist entsprechende rechtliche Schritte androhen.

Das kann dann sowohl die Kündigung des Vertrages verbunden mit Schadenersatzansprüchen sein (wenn sie mit der Firma NICHT weiterbauen wollen).

Das kann auch die Geltendmachung "nur" von Schadenersatzansprüchen unter dem Gesichtspunkt des Verzuges sein (wenn Sie mit der Firma doch weiterbauen wollen).


Aber ohne Prüfung der Unterlagen sollten Sie keinen weiteren Schritt einleiten, da ein falscher Schritt dann fatale Folgen für Sie haben könnte.


Daher kann der einzig zielfördernde und seriöse Rat nur lauten, unverzüglich mit allen Unterlagen einen Rechtsanwalt aufzusuchen, damit dieser dann nach Prüfung der Unterlagen die weitergehenden Schritte einleiten kann, die Sie zu Ihrem Wunschziel bringen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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