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Bauträger baut nicht gemäß Kundenwunsch


14.11.2007 16:01 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Wir lassen gerade über einen Bauträger eine Doppelhaushälfte errichten. Noch bevor die Kellerdecke fertig war hatten wir einen unabhängigen Kaminbauer beauftragt und einen Kamin nach unseren Wünschen in Auftrag gegeben. Dem Bauträger hatten wir ein Fax geschickt, dass für die technischen Details der Kaminbauer angesprochen werden soll.
Unser Kaminbauer hat zudem bei der zuständigen Bauleiterin noch im Juli angerufen und ihr eine bemaßte Skizze geschickt, aus der die Lage, die Größe des Rauchrohrs und die Richtung des Einbaus des Kamins eindeutig dargestellt war.

Im Ergebnis erheilten wir für die Aussparung des Estrichs ein Angebot des Bauträgers, bei dem für die Aussparung auch auf diese -ebenfalls nochmal anghängte- Skizze verwiesen wurde.

Nun wurde der Kamin vor 3 Wochen eingebaut: das Rauchrohr hat die falsche Größe und der Kamin steht falsch. Wir können unseren Wunschkamin nun nicht mehr bauen bzw. einen offenen Kamin überhaupt betreiben.
Der Bauträger schreibt auf unsere Mängelanzeige und Rückbauaufforderung:
"Die vereinbarte Leistung ist auf diese Änderung (Aussparung Estrich) ausdrücklich begrenzt. Die vereinbarte Leistungsbeschreibung bezieht sich ausdrücklich auf diese Leistung (Aussparung Estrich). Weitere Änderungswünsche sind bislang nicht vereinbart. Eine Änderung des Querschnittes und der Position des Rauchrohres ist nicht vereinbart."

Das hat weder unser Ofenbauer so verstanden, noch sollte ich als Laie davon ausgehen müssen, dass ein mir seitens dem Bauträger zugesandte Skizze nur in Teilen so realisiert wird. Zudem hatte ich erwartet, dass der Bauträger eine Pflicht zur Aufklärung des Kunden hat, wenn offensichtlich kommunizierte Wünsche so nicht zu realisieren gewesen wären oder Sonderkosten verursacht hätten (die wir ggf. sogar gezahlt hätten...).

Was meinen Sie, was können wir tun und auf welche Rechtsgrundlage können wir uns berufen.

Danke

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Sehr geehrter Ratsuchende,


hier sollten Sie mit dem Bauträger verhandeln und auch die Kostenübernahme signalisieren, um den Wunschkamin bauen und betreiben zu können.

Denn meines Erachtens ist formaljuristisch der Bauträger hier im Recht, und zwar aus folgenden Gründen:


Zunachst hat der "nur" die Leistungen nach dem Vertrag nebst Leistungsverzeichnis ordnungsgemäss zu erbringen. Wenn, wie in Ihrem Fall, davon in Form eines Sonderwunsches abgewichen werden soll, bedarf es der Einigung.

Und diese fehlt hier. Denn nach Ihrer Schilderung haben Sie für die Aussparung des Estrichs ein Angebot des Bauträgers erhalten. Wenn aber "nur" die Aussparung abgeboten worden ist, ist eben hinsichtlich der Restleistung keine Einigung erzielt worden.

Danach werden Sie also kaum Ansprüche durchsetzen können.


Etwas anderes kann sich zu Ihren Gunsten allein aus dem Gespräch zwischen Bauträger und Kaminbauer ergeben, wobei da aber entscheidene Infomationen fehlen.

Denn wenn der Kaminbauer offen auch als Ihr Vertreter aufgetreten ist, und diesem gegenüber dann auch Zusagen hinsichtlich Lage, Größe und Richtung gemacht worden sind, könnte man ggfs. darüber noch die Einigung erzielen und so Ihre Ansprüche "retten".

Dazu sollten Sie sich vom Kaminbauer (auch dieser hat Ihnen die vertragliche Verpflichtung, den Kamin auftragsgemäß zu erstellen, so dass Sie sich auch Gedanken machen sollten, dann an den Kaminbauer heranzutreten) schriftlich den Inhalt des Gespräches geben lassen.


Darauf, ob Sie als Laie etwas anders verstanden haben, kommt es hier nicht an, so dass Sie daraus nichts ableiten können, da die Skizze hier offenbar nur der Ortsbestimmung der Aussparung diesen sollte, denn das Angebot bezog sich eben nur auf die Aussparung ("Im Ergebnis erheilten wir für die Aussparung des Estrichs ein Angebot des Bauträgers").


Sinnvoll wäre es in Ihrem Fall, wenn alle Beteiligten sich schnell zusammensetzen, um eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, da ich derzeit schlechte Aussichten für Sie sehe, ohne Einigung Ihre Wunschvorstellungen durchzusetzen.


Sicherlich ist es nicht die von Ihnen erhoffte Antwort; allerdings hilft es Ihnen kaum, derzeit nach Ihren Schilderungen nicht durchsetzbare Ansprüche geltend zu machen.


Eine andere rechtliche Beurteilung wäre vielleicht noch nach Einsicht in den Vertrag und der Leistungsbeschreibung möglich, so dass Sie hier ggfs. beides noch individuell prüfen lassen sollten. Auch der Inhalt des Gespräches könnte ggfs. noch zu einer anderen Bewertung führen, wie bereits ausgeführt.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
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