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Bauträger Rechnung Handwerker Sonderwünsche

| 13.02.2013 13:30 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Boris H. Nolting


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben mit einem Bauträger ein Haus gebaut und bewohnen es bereits seit einem dreiviertel Jahr (Bauvertrag kann in digitaler Form nachgereicht werden).

Mit dem Bauträger befinden wir uns derzeit in der Phase der Schlussrechnungsstellung.

Vom Bauträger haben wir bereits vor mehreren Monten eine Zusammenstellung aller Mehrkosten und Gutschriften, die sich nach Vertragsabschluss ergaben, erhalten; und im Dezember 2012 die Schlussrechnung.

Die oben genannte Zusammenstellung war bereits teilweise fehlerhaft. Entsprechend wurde von uns widersprochen.

Die Schlussrechnung ist unseres Erachtens auch in mehren Punkten fehlerhaft.

Beide Schreiben des Bauträgers enthielten auch die Berechnung von Sonderleistungen, die nach Vertragsabschluss während der Bemusterung bei den Handwerkern von uns gewünscht wurden.

Die Sonderleistungen wurden aber nicht direkt an die Handwerker beauftrag.

Beide Schreiben des Bauträgers enthielten einen Posten "Sanitärausstattung lt. Aufstellung" mit Mehrkosten i. H. v. ca. 1000 Euro, der von uns nicht beanstandet wurde. Beiden Schreiben war keine Aufstellung der Sanitärausstattung beigefügt.

Für die Fliesenarbeiten haben wir beim Handwerker teurere Fliesen, als nach Grundausstattung des Bauträgers vorgesehen war, ausgewählt. Dafür haben wir auch ein Angebot erhalten, das einen Mehrkostenbetrag i. H. v. ca. 2000 Euro auswies.
Wir hatten diesem Angebot nicht widersprochen.

Wir gingen davon aus, dass der Posten " Sanitärausstattung lt. Aufstellung " in beiden Schreiben des Bauträgers auch die Fliesearbeiten beinhalten würde, zumal kein weiterer Posten zu diesem Thema vermerkt war.
Die Preisdifferenz i. H. v. ca. 1000 haben wir uns durch Preisänderungen zu unseren Gunsten erklärt.

Vor ca. einer Woche erreichte uns nun eine Rechnung des Fliesen-Handwerkers zur Begleichung der Mehrkosten für die Fliesenarbeiten i. H. v. ca. 2000 Euro.

Beide Schreiben des Bauträgers enthalten Sonderwünsche anderer Gewerke, die erst nach Vertragsabschluss hinzukamen. Nur die Fliesenarbeiten sollen wir nun direkt an den Handwerker begleichen.

Eine Ausnahme stellen die Elektrosonderwünsche, die nach Vertragsabschluss vereinbart wurden, dar. Hier haben wir uns vom Handwerker im Zuge eine schnellen Bauausführung unter Druck setzten lassen und Direktzahlungen geleistet.
Der Posten Elektroinstallationen taucht auf beiden oben genannten Schreiben des Bauträgers nicht auf.

Nach Rückfrage beim Bauträger wurde uns die Auflistung der Sanitärinstallationen nachgereicht. Hier handelt es ausschließlich um Produkte wie den Waschtisch, die Toilette, die Dusche u. s. w.. Auch diese Auflistung ist wahrscheinlich fehlerhaft.

Auf beiden Schreiben des Bauträgersw ist ein Posten „Duschabtrennung auf Wanne aufgestellt" vermerkt. Wir dachten, dass dies die einzigen Mehrkosten für Sanitärinstallationen ohne Fliesenarbeiten sind.

Unseres Erachtens ist es so, dass der Bauträger die Fliesenarbeiten bei seiner Schlussrechnungsstellung vergessen hat und den Handwerker jetzt direkt an uns weiter leitet.

Zu den oben genannten Sachverhalten haben wir folgende Fragen:

Müssen wir den Fliesen-Handwerker direkt bezahlen?

Wenn nein, was passiert wenn der Bauträger auf einer weiteren Schlussrechnung die Fliesenarbeiten in Rechnung stellt? Müssen wir dann die Sonderwünsche der Fliesearbeiten an den Bauträger bezahlen? Müssen wir der Rechnung der Fliesen-Handwerkers widersprechen?

Wie sollen wir allgemein mit dem Thema, der sich ständig ändernden Kostenzusammenstellungen des Bauträgers umgehen?

Sollten uns Mahnungen erreichen, wie sollen wir damit umgehen?

Wer trägt unsere Anwaltskosten, wenn es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt?

Sollen wir wegen der Gewährleistung auf die Nennung der Elektroinstallationen auf der Schlussrechnung bestehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Die Nummerierung richtet sich nach der Reihenfolge Ihrer Fragen.

1. Der Fliesen-Handwerker muss von Ihnen nur dann unmittelbar bezahlt werden, wenn Sie ihm (und nicht dem Bauträger) einen Auftrag erteilt haben. Das ist nach Ihren Ausführungen nicht der Fall.

2. Der Rechnung der Fliesenfirma sollten Sie deshalb mit dem Hinweis widersprechen, dass zwischen Ihnen kein Vertrag besteht.
Wenn dann der Bauträger diese Fliesenarbeiten in Rechnung stellt, werden Sie diese Arbeiten in der vereinbarten Höhe zusätzlich bezahlen müssen, es sei denn: Sie haben in Ihrem Bauträgervertrag die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (kurz VOB) vereinbart. Dann könnte die erteilte Schlussrechnung vom Dezember 2012 Ausschlusswirkung für zusätzlich Forderungen entfalten.
In letzterem Fall müsste auch die Frage, ob zur Sanitärausstattung auch Fliesenarbeiten gehören, nicht entschieden werden. Sollte es darauf ankommen, sind Fliesenarbeiten m.E. im Zweifel keine Sanitärausstattung.

3. Ständig geänderten Kostenzusammenstellungen sollten Sie mit dem Hinweis auf zuvor erteilte Kostenzusammenstellungen und die Schlussrechnung vom Dezember 2012 widersprechen.

4. Mahnungen entfalten in disem Zusammenhang keine rechtliche Wirkung. Unabhängig davon sollten Sie vorsorglich einer ersten Mahnung widersprechen.

5. Kosten bei einem Rechtsstreit (Gerichtskosten und Anwaltskosten) trägt die unterlegene Partei. Bei teilweisem Obsiegen und teilweisem Unterliegen erfolgt eine entsprechende Quotelung der Kosten.

6. Da hinsichtlich der Elektroinstallationen offensichtlich eine Direktbeauftraung des Handwerkers durch Sie erfolgt ist, können Sie auch nicht verlangen, dass diese Arbeiten in die Schlussrechnung aufgenommen werden. Gewährleistungsansprüche richten sich unmittelbar gegen den Elektriker und nicht gegen den Bauträger.

Zur Frage der Geltung der VOB benötige ich ggf. von Ihnen weitere Informationen. Diese Prüfung würde dann allerdings über diese Erstberatung hinaus gehen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Für Verständnisfragen können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion in Anspruch nehmen. Sollten Sie Ihre weitere Interessenwahrnehmung wünschen, können Sie mich gern kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen
Boris Nolting

-Rechtsanwalt / Hamburg-

Bewertung des Fragestellers 18.03.2013 | 18:59

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 18.03.2013 4,8/5,0
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