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Bauträger Mängelanzeige Bereitstellungszinsen

19.03.2013 10:47 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben mit einem Bauträger ein Haus gebaut und bewohnen es bereits seit einem dreiviertel Jahr.

Auf dem Hofpflaster (Beton) haben sich nach Einbau sogenannte Kalkausblühungen gebildet. Diese sind sehr unansehnlich und trüben das Außenbild unseres Hauses.

Nach erster Bemängelung hat uns der Bauträger darauf verwiesen, dass die Ausblühungen mit der Zeit verschwinden werden. Dies ist leider nicht der Fall. Unseres Erachtens tritt sogar eine Verschlimmerung mit der Zeit ein.

Nachbarn (gleiches Bauvorhaben) haben ein Betonpflaster des gleichen Typs und des gleichen Herstellers. Dieses Pflaster weist keine Ausblühungen auf.

Wir haben einen Bereich durch den Bauträger nachpflastern lassen. Auch diese Steine weisen keine Ausblühungen auf.

Nach weiterer Bemängelung hat uns der Bauträger auf die „Technischen Hinweise zum Einbau von Betonsteinen" des Herstellers verweisen. In diesem Dokument werden Ausblühungen als Reklamationsgrund ausgeschlossen. Das Dokument haben wir vom Bauträger zum ersten Mal erhalten. Wir wurden auch bei der Bemusterung der Betonsteine nicht darauf hingewiesen.


Ein Weiterer Mangel betrifft die Anlage zur kontrollierten Wohnraumbelüftung. Im Keller haben wir nur die Möglichkeit der Belüftung, aber keine Abluft. Alle anderen Etagen im Haus haben sowohl Zu- als auch Abluft. Des Weiteren haben auch die Nachbarhäuser des gleichen Typs im Keller sowohl eine Zu- als auch eine Abluftmöglichkeit.

Nach dem wir bereits die fehlende kontrollierte Belüftung des Kellers überhaupt bemängelt hatten, wurde diese durch den Bauträger über Putz nachgerüstet. Aber eben nur als Zuluftmöglichkeit. Die Nachrüstung einer Abluftmöglichkeit wird mit dem Hinweis verweigert, dass die rechnerische Summe zwischen Ab- und Zuluft im Haus gleich Null ergibt (Einfache Änderung einer Excelberechnung durch Berücksichtigung der Zuluft im Keller und entsprechende Erhöhung der Abluft der anderen Etagen).

Darüber hinaus sind bei uns Bereitstellungszinsen aufgelaufen, da wir die Bezugsfertigkeitsrate nach Bezug nicht in voller Höhe beglichen hatten. Dies lag daran, dass wir mit Zahlung auf Grund von Bauträgergutschriften kaum noch Geld zurückbehalten hätten um noch ausstehenden Arbeiten Nachdruck zu verleihen. Der ausstehende Betrag wurde nie durch den Bauträger angemahnt.

Zu den oben genannten Sachverhalten haben wir folgende Fragen:

Wie stellt sich der Mangel der Ausblühung des Außenpflasters dar? Ist es ein Mangel? Wenn ja, kann der Bauträger die Beseitigung des Mangels mit dem Hinweis auf technische Hinweise des Pflasterherstellers verweigern?
Wer müsste die Kosten eines Gutachters tragen?

Wie stellt sich der Mangel der fehlenden Zuluft der kontrollierten Wohlraumbelüftung dar? Ist es ein Mangel? Wenn ja, kann der Bauträger den Mangel mit dem oben genanten Hinweis verweigern? Wer müsste die Kosten eines Gutachters tragen?

Welche Schritte sollten wir einhalten, dass wir im Extremfall die Mängel auf eigene Beauftragung beseitigen können.

Können wir dem Bauträger die Bereitstellungszinsen in Rechnung stellen?

Können wir unsere Aufwendungen (Anwaltkosten, ständiger Schriftwechsel, Telefonate,…) dem Bauträger in Rechnung stellen?

Mit freundlichen Grüßen
19.03.2013 | 12:00

Antwort

von


(49)
Strasse des Friedens 23
99094 Erfurt
Tel: 03613477240
Web: http://www.rechtsanwalt-erfurt.info
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Regelmäßig stellen derartige von Ihnen geschilderte Salzausblühungen (meist Calziumsulfate) keinen Mangel im Rechtssinne dar. Diese sind materialspezifisch und verschwinden nach einiger Zeit durch Abwitterung. Da diese Erscheinung Materialspezifisch sind können Sie bei unterschiedlichen Chargen oder unterschiedlichen Herstellern unterschiedlich auftreten.
Eine abschließende Bewertung wäre jedoch nur nach Inaugenscheinnahme möglich.

2. Die Frage der Kosten eines Gutachters richten sich zunächst nach der Beweislast, im Weiteren nach der Frage ob das geschilderte Symptom einen Mangel darstellt. Nach Abnahme der Werkleistung sind Sie darlegungs- und beweispflichtig für das Vorliegen eines Mangels, hätten daher zunächst die Gutachterkosten zu tragen. Vor Abnahme ist der Werkunternehmer für die Mangelfreiheit darlegungs- und beweispflichtig. DA Sie das Haus bereits bewohnen ist wohl von einer Abnahme auszugehen. Auch hier könnte eine abschließende Bewertung jedoch erst nach Sichtung der Vertragsunterlagen erfolgen.

3. Die Frage zu Be- bzw. Entlüftung des Kellers ist abhängig vom vertraglich geschuldete Bausoll. Ist den Vertragsunterlagen zu entnehmen, dass durch den Werkunternehmer auch der Keller mit einer Be- und Entlüftung zu versehen ist, so wäre das Fehlen ein Mangel. Hier ist insbesondere die in den Vertrag einbezogene Baubeschreibung zu prüfen. Die Ausstattung baugleicher Objekte ist ein Indiz, jedoch auch nicht mehr. Die Frage der Kosten des Gutachters ist von der Beantwortung der Frage ob eine Be- und Entlüftung geschuldet ist abhängig, und kann daher hier nicht beantwortet werden.

4. Zunächst sollten Sie den Bauträger schriftlich nachweisbar zur Mangelbeseitigung auffordern, soweit Sie die Vorfrage haben prüfen lassen. Dies sollte vorzugsweise durch einen Fachanwaltskollegen vor Ort erfolgen.
Eine Ersatzvorname sollte erst nach eigehender juristischer Prüfung erfolgen.

5. Die Frage zu den Bereitstellungszinsen lässt sich ohne konkrete Vertragskenntnis und ohne Kenntnis zu den von Ihnen geleisteten und zu leistenden Zahlungen nicht beantworten.

6. Insoweit die von Ihnen geschilderten Symptome Mängel im Rechtssinne darstellen, können Sie die Kosten der Beauftragung eines Kollegen mit deren Geltendmachung, ebenso wie erforderliche Gutachterkosten ersetzt verlangen. Ihre eigenen Bemühungen und Beschwerlichkeiten sind dagegen kaum ersatzfähig.


Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung ermöglicht zu haben.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Wünschen Sie eine umfassende Beurteilung bitte kontaktieren Sie mich.

Mit freundlichen Grüßenng

T.Vogel


ANTWORT VON

(49)

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