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Bautagebuch


11.06.2007 23:37 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren,
bei uns geht es um das Leidige Thema "Bauen und den damit verbundenen Kostenüberschreitungen".
Also, wir sind dabei unseren Betrieb durch einen Anbau zu vergrößern. Nun hat unser Architekt für den Tiefbau ein Leistungsverzeichnis erstellt und verschiedene Angebote eingeholt. Auf anraten haben wir uns für ein vermeintlich "seriöses" Unternehmen entschieden. Mittlerweile haben sich unsere Tiefbauarbeiten gegenüber dem abgeschlossenen
Bauvertrag (76.000 Euro) schon fast verdoppelt!!!!
Nach einem Gespräch mit dem Unternehmer sind etliche Nachträge "notwendig" gewessen die im LV nicht aufgeführt waren.
Durch meine Unterschrift auf den Bautageblättern (unser Architekt unterschreibt auch)stimme ich meiner Meinung nach, doch diesen Nachträgen zu. Eigentlich müßte doch unser Architekt, wenn er auf Zack wäre diese Bautageblätter erst einmal kontrollieren und uns auf die Mehrkosten aufmerksam machen.
Nun meine Frage:
Muß ich diese Tageblätter überhaupt unterschreiben und wenn ja dann vielleicht mit einem Vermerk.
Wie ist die Rechtslage??

Viele Grüße

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Die Leistungsphase 8 des § 15 HOAI sieht als Grundleistung das Führen eines Bautagebuchs durch den Architekten vor. Das Bautagebuch dient den Interessen des Bauherrn und soll Leistungen, Lieferungen und Tätigkeiten der verschiedenen Unternehmer sowie die jeweiligen Arbeitsbedingungen auf der Baustelle dokumentieren. Für eine spätere außergerichtliche oder gerichtliche Auseinandersetzung ist es zudem ein Beweismittel.

Der bauleitende Architekt ist laut HOAI in der Leistungsphase 8 - oder bei Bestehen einer hieran orientierten vertraglichen Vereinbarung - verpflichtet, ein Bautagebuch zu führen. Der Architekt hat nach der BGH-Rechtsprechung (BGH-Urteil vom 24.06.2004 - VR ZR259/02) jede Teilleistung der HOAI (hier: Führen eines Bautagebuches) als Teil des geschuldeten Gesamterfolges zu erbringen.

Danach ergibt sich die Leistungspflicht des Architekten aus dem Architektenvertrag und ist nicht an Ihre Mitwirkung und demzufolge an die Unter- oder Abzeichnung des Bautagebuch gebunden.

Unabhängig davon hat der Architekt Sie aber auch auf entsprechende Kostensteigerungen aufmerksam zu machen, insbesondere, wenn diese von der ursprünglichen Kostenschätzung derart abweichen. Tut er dies nicht setzt er sich einer möglichen Haftung aus.

Ich hoffe Ihnen eine erste Übersicht gegeben zu haben. Bei einer Prüfung oder Geltendmachung konkreter Haftungstatbestände empfehle ich allerdings einen Kollegen vor Ort einzuschalten.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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