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Baurecht/Architektenhaftung

| 24.04.2014 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


09:23

Zusammenfassung:

Kostensteigerungen bei fehlerhaften Architektenplanung von Versorgungsleitungen

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich baue gerade ein Massa Fertighaus. Nun geht es darum, dass der Architekt (von Massa) die Versorgungsleitungen für Zuwasser, Strom, Gas, Telekom bei unserem Eckhaus in die Leopoldstrasse geplant hat (ca.2Meter zum Anschluss) und den Abwasseranschluss in die Wilhelmstrasse geplant hat (ca. 6Meter). Obwohl in der Leopoldstrasse auch ein Anschluss möglich gewesen wäre. Soweit ich weiß muss der Architekt doch den kürzesten/günstigsten Weg wählen? Nun sind mir durch die zweite Grabung und die weite Strecke 10.000€ Mehrkosten entstanden. Das Problem ist, dass es so im Bauantrag auch geplant wurde, diesen habe ich natürlich unterschrieben, da ich davon ausging, dass es anderst nicht möglich sei.
Leider weiß ich nun, dass es doch möglich gewesen wäre den Abwasseranschluss auch in die Leopoldstrasse zu legen.
Mittlerweile steht das Haus mit Bodenplatte und die Versorger müssen per Mehrspartenhauseinführung anschließen.

Daher bitte ich um eine Antwort, wäre der Architekt haftbar zu machen? Wenn ja auf welcher Grundlage?


Vorab vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
;)

24.04.2014 | 22:25

Antwort

von


(1730)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Mangels umfassender Bestandsaufnahme und nicht fachgerechter Vorplanung ist das Architektenwerk schon als mangelhaft anzusehen.
Denn es gilt nach § 633 BGB: Sach- und Rechtsmangel - Sach- und Rechtsmangel – sinngemäß:

„(1) Der Unternehmer [Architekt] hat dem Besteller das Werk frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen.

(2) Das Werk ist frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist das Werk frei von Sachmängeln,

1.
wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst

2.
für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei

Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann.

Einem Sachmangel steht es gleich, wenn der Unternehmer ein anderes als das bestellte Werk oder das Werk in zu geringer Menge herstellt."

Insoweit kommt es aber nicht darauf an, ob Sie den weiteren Arbeiten zugestimmt haben, da sich erst im Nachhinein dieser Mangel herausstellte.

Ansonsten gilt:
Der Architekt hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

Im Einzelnen zu Ihren Rechten:

Die Rechte, die Sie hier bei Baumängeln (auch beim Architektenvertrag) geltend machen können, ergeben sich grundsätzlich aus der Vorschriften der § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln .

Danach können Sie, wenn das Werk mangelhaft ist, als Besteller, und wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.
Nacherfüllung gegenüber dem verlangen (zunächst vorrangig gegenüber 2. 3. und 4.),

2.
den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3.
von dem Vertrag zurücktreten oder die Vergütung mindern und

4.
Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Sie sollten unbedingt:

- immer schriftlich mit dem Architekten verkehren;

- stets für eine schriftliche und bildliche Dokumentation der Mängel samt Beweissicherung sorgen, Zeugen, Fotos, Schriftstücke etc.;

- den Vertrag und die dortigen Gewährleistungsbestimmungen beachten, gegebenenfalls diese auf Ihre Wirksamkeit überprüfen lassen, wenn Sie Zweifel haben;

- bei beharrlicher Weigerung und Schlechtausführung sollten Sie erwägen einen Anwalt einzuschalten - die Anwaltskosten können regelmäßig als Schadensersatz der Gegenseite aufgebürdet werden.

Sie haben auf den ersten Blick durchaus diese Ansprüche, weil der Architekt von vornherein schlecht die Bauausführung der Leitungen etc. vorbereitet hatte, was ursächlich für die erheblichen Kostensteigerungen war.

Ich gehe davon aus, dass tatsächlich bei einer zutreffenden Einschätzung der Länge der Leitungen von Anfang an die Kostensteigerungen naturgemäß geringer ausgefallen wären. Dieses hätte man anders hinbekommen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 24.04.2014 | 22:41

Hi, ja danke schonmal! Mir geht es nur darum, dass ich den Plan eben abgezeichnet hatte. Aber ich als Laie weiß eben nicht wie das zu sein hat. Als ich im Nachhinein gehört habe das es anderst möglich gewesen wäre, war ich sprachlos!!!
Den Bau an sich kann ich nicht einstellen, zumal alle Massaarbeiten erbracht wurden.
Es geht mir jetzt zum einen darum, es es ein Planungsfehler war und ob der Architekt Schadensersatzpflichtig ist, wenn ja vollumfänglich oder wie viel? Glauben Sie der Architekt gibt das an seine Versicherung weiter bzw. Zahlt das oder lässt es auf eine Verhandlung ankommen?
Ävielen Dank vorab.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösch

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.04.2014 | 09:23

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Sofern technisch und auch günstiger eine Lösung möglich gewesen war, so hat der Architekt die Mehrkosten dafür Ihnen zu erstatten beziehungsweise seine Haftpflichtversicherung. Der Architekt ist auch verpflichtet, den Fall seiner Versicherung zu melden.

Schreiben Sie ihm dieses unter Fristsetzung.

Erfahrungsgemäß das Verhalten der Gegenseite nicht direkt vorauszusehen.
Gegebenenfalls möge der Architekt mitteilen, warum aus seiner Sicht die billigere Lösung nicht funktioniert hätte.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 25.04.2014 | 12:55

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