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Baurecht in Köln Vogelsang

| 20.06.2014 09:13 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Meine Schwiegermutter bewohnt eine 1,5 geschossige Doppelhaushälfte in Köln Vogelsang. Die Häuser haben nur eine gemeinsame Giebelwand (Baujahr ca. 1950) Das Nachbarhaus wird derzeit umgebaut. Dabei werden u. a. die Gauben vergrößert. Für die neue Gaube wurde eine neue Wand (V90; aus Ytong-Steinen?) parallel zur Giebelwand hochgezogen. Das heißt die neue Gaube grenzt direkt an das Haus meiner Schwiegermutter.
Von einem Nachbarn weiß ich, daß er zum Ausbau seiner Gaube bis an die Gebäudegrenze das Einverständnis des Nachbarn benötigte.
Aber obwohl wir mehrfach Kontakt zum Bauaufsichtsamt hatten und zuletzt aufgrund unseres Einspruchs die Holzkonstruktion an dieser neuen Gaubenwand geändert wurde, grenzt die Gaube immer noch direkt an unser Haus.
Unseres Wissens nach müssen Gauben 1,25 m Abstand zum Nachbargebäude einhalten. Gibt es davon Ausnahmen? Wenn ja - welche?

Bei einem Gespräch mit einem Nachbarn fiel der Begriff "Kubatorischer Wert" Der besagt ja wohl, daß bei einem Umbau eines bestehenden Gebäudes das Raumvolumen nur innerhalb gewisser Grenzen vergrößert werden darf.
Aktuell sieht es so aus, daß nach dem Umbau die Wohnfläche schätzungsweise verdreifacht wurde. Das u. a. dadurch, daß das Dach so abgeflacht wurde, daß es keine Dachschräge mit weniger als 2 m Stehhöhe gibt.
Liegt das noch im Rahmen?

20.06.2014 | 11:27

Antwort

von


(480)
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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst vielen Dank für Ihre Frage.

Die maßgebende Vorschrift bezüglich der Abstandfläche der Dachgaube ist § 35 Abs. 6 BauO NRW.

Danach haben Dachgauben einen Mindestabstand von 1,25 m von der Mittellinie gemeinsamer Gebäudetrennwände einzuhalten, es sei denn, die Dachgaube ist durch die Gebäudetrennwand gegen eine Brandübertragung geschützt. Demzufolge wäre in Ihrem Fall zu prüfen, ob die Dachgaube insgesamt aus nicht brennbaren Baustoffen hergestellt wird bzw. wurde.


Inwieweit die Dachaufstockung bzw. Dachabflachung zulässig ist, hängt von dem Bestimmungen im Bebauungsplan ab und dessen gestalterische Festsetzungen (z.B. einheitliches Bild bezüglich der Dachform bei Doppelhäusern bzw. einheitliche Dachlandschaft). Diesbezüglich sollten Sie den Bebauungsplan einsehen und entsprechend hinsichtlich der zulässigen Dachform prüfen. Abweichungen von der im Bebauungsplan festgelegten Dachform sind gem. § 73 Abs. 1 BauO NRW nur dann zulässig, wenn die schutzwürdigen Interessen des Nachbarn entsprechend berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass der Nachbar eines Doppelhauses einen deutlichen und augenfälligen vortretenden Bruch in dem Erscheinungsbild bezüglich des Dachs nicht hinzunehmen hat, also wenn die Dachform als deutlich sichtbarer Fremdkörper wahrgenommen wird.Insoweit kommt eine Verletzung des Gebotes der Rücksichtnahme in Betracht, womit die Möglichkeit gegeben wäre, gegen den Dachausbau insgesamt vorzugehen. All dies muss jedoch genau anhand der Bestimmungen des Bebauungsplans und der Örtlichkeit, dem Erscheinungsbild vor Ort, geprüft werden.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 20.06.2014 | 15:12

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für Ihre Auskunft. Allerdings bezog sich meine zweite Frage ja weniger auf die Dachform sondern mehr auf den "Kubatorischen Wert". Ist denn nun eine (geschätzte) verdreifachung der alten Wohnfläche zulässig?

Vielen Dank noch mal.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.06.2014 | 19:07

Sehr geehrter Fragesteller,

beim Dachausbau bzw. der Veränderung des Daches zur Schaffung von zusätzlichen Wohnraum ist grundsätzlich Folgendes zu beachten:

Die zusätzlich hierdurch erzielte Wohnfläche kann unter in die Geschossflächenanzahl (GFZ) einfließen. Die Geschoßflächenanzahl , die im Bebauungsplan festgelegt ist und bezüglich der Bebauung Grenzen setzt, bestimmt das mögliche Maß der baulichen Nutzung. Sie gibt an, wieviel Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind ( § 20 BauNVO ).

Soweit die Geschossflächenanzahl durch die Dachveränderung nicht überschritten wurde, was das Bauamt sicherlich geprüft hat, ist auch eine Wohnflächenvergrößerung um das Dreifache nicht zu beanstanden.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 23.06.2014 | 09:34

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