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Baulärm bei Tagschlaf


14.12.2006 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,
in meiner 9 Parteien Mietwohnung, ist seit heute(vom Dachgeschoss) extem lauter Baulärm am Tage zu hören,keine Mittagsruhe.
Die Renovierung wurde schriftlich angekündigt und wird mehrere Wochen andauern.Der Baulärm (Bohrmaschine/Schlagbohrer) ist am Tage zwischen ca.8 Uhr und 16 Uhr.
Ich bin Nachtschwester und muß am Tage ruhig schlafen,zwischen 8 und 17 Uhr, sonst schaffe ich meine schwere Arbeit in der Nacht nicht.
Trotz Ohrstöpsel und Schlaftablette ist schlaf am Tage unmöglich.
Wer zahlt die Kosten für ein Hotelzimmer ?
Habe ich ein Recht auf Schlaf am Tage,als Nachtschwester ?
Mit freundlichen Grüßen
ninadiamant
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Meine Antwort stütze ich auf Ihre Darstellung des Sachverhaltes. Durch Abweichungen kann die rechtliche Situation anders zu beurteilen sein.
Die Antwort stellt daher eine Orientierungshilfe dar, und kann unter Umständen eine umfassende Rechtsberatung nicht ersetzen.

Durch den auftretenden Baulärm weist Ihre Wohnung einen Mangel auf. Das ist Voraussetzung, um Ansprüche gegen Ihren Vermieter geltend zu machen.
Dass der Gebrauchswert Ihrer Wohnung durch den Lärm gemindert ist (darauf kommt es in Ihrem Fall an), wird Ihr Vermieter auch nicht bestreiten wollen und können.

Der Vermieter ist Ihnen gegenüber verpflichtet, die Wohnung mangelfrei zu halten. Tut er das nach Aufforderung nicht, können Sie zumindest die Miete mindern.
Um welchen Betrag oder Quote die Miete gemindert werden kann, hängt vom Einzelfall ab. So ist dafür die Intensität des Lärms entscheidend, die Dauer und Ihre Entfernung von der Lärmquelle.

Nach Ihrer Schilderung ist die Lärmbelastung sehr groß. Leider wird es keinen großen Einfluss auf die Mietminderungsquote haben, dass Sie im Schichtdienst arbeiten, und tagsüber schlafen müssen. So sieht beispielsweise die gern herangezogene „technische Anleitung Lärm“ (TA-Lärm) vor, dass die Lärmlast zwischen 22 und 6 h geringer sein muss, als in der übrigen Zeit, um den Nachtschlaf zu gewährleisten. Hier wird leider von der Mehrheit der Bevölkerung ausgegangen, die den objektiven Beurteilungsmaßstab bilden soll.

Zu Ihren Fragen:

Natürlich haben Sie im Rahmen Ihrer allgemeinen Handlungsfähigkeit ein Recht auf Schlaf. Das Gesetz schützt aber, wie oben erwähnt, primär das Recht auf nächtlichen Schlaf. Anderenfalls müssten die Arbeiten nachts durchgeführt werden (wo die acht anderen Mietparteien schlafen wollen...) oder unterbleiben. Beides stünde nicht im Verhältnis zum Recht auf Ihren Tagesschlaf.

Leider haben Sie keinen Anspruch auf Erstattung der Kosten für ein Hotelzimmer. Sie können jedoch die Miete für den Zeitraum der Bauarbeiten mindern und damit Geld sparen. Die Quoten der Minderung hängen wie o.g. vom Einzelfall ab, und reichen bei Baulärm von etwa 10 – 60 %.

Sie sollten dem Vermieter vorsichtshalber den Mangel anzeigen. Zwar wird er selbst davon ausgehen, dass bei den Arbeiten Lärm entsteht, aber damit sind Sie in Sachen Mängelanzeigepflicht auf der sicheren Seite. Sollte der Vermieter –erwartungsgemäß- keine Abhilfe schaffen, könne Sie die Miete mindern.

Parallel können Sie natürlich versuchen, mit dem Mieter eine Einigung zu erzielen. Sie sollten ihm dabei Ihre besondere Schlafsituation darstellen. Ich sehe dort aber nur geringe Erfolgsaussichten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine Orientierung gegeben zu haben. Bei Unklarheiten nutzen Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion.
Sollten Sie sich dazu entscheiden, sich anwaltlich vertreten zu lassen, wenden Sie sich an einen Kollegen vor Ort, oder gern auch an mich.
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