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Baugewerbe: Gehaltskürzung aufgrund unvollständigen Stundennachweisen

06.08.2011 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


19:38

Folgender Sachverhalt:

Ich arbeite im Baugewerbe mit wechselnden Baustellen. Während einer bestimmten Baustelle wurden auf mehreren Stundennachweisen zwar alle erledigten Arbeiten, jedoch nicht die Fahrzeiten zur Baustelle und von der Baustelle zur Firma, aufgeschrieben. Mein Arbeitskollege, der diese Stundennachweise für mich mitgeschrieben hat, hat es versäumt diese Fahrzeiten aufzuschreiben.

Auf den Vorschlag diese Fahrzeiten nachzutragen und das mit dem Kunden zu klären wollte er nicht eingehen.

Mein Arbeitgeber verweigert mir (und meinem Arbeitskollegen) nun die Zahlung dieser Fahrzeiten. (Diese angefallenen 12,75 Stunden wurden von der aktuellen Gehaltsabrechnung - ohne Angabe - abgezogen. Aus regulären 212,75 Stunden wurden somit 200 Stunden)

Ich möchte natürlich für die investierte Zeit auch entlohnt werden - mein Arbeitgeber beseht darauf, dass er keine Arbeiten bezahlt die er selbst nicht bezahlt bekommt.


Meine Frage ist zum Einen: Habe ich eine Chance diese 12,75 Stunden dennoch bezahlt zu bekommen?

Und zum Anderen: Kann mein Arbeitgeber in einer solchen Situation einfach das Gehalt kürzen? (Vor allem ohne eine "Rechnung")

Vielen Dank im Voraus.

06.08.2011 | 18:32

Antwort

von


(1213)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nach meiner Auffassung haben Sie Anspruch auf Vergütung der Fahrzeiten.

Das ergibt sich aufgrund folgender Überlegungen: Anhand der Stundenzettel können Sie den Nachweis erbringen, wann Sie auf welchen Baustellen tätig gewesen sind. Damit lassen sich die Fahrzeiten einwandfrei rekonstruieren und berechnen.

Wenn die 12,75 Stunden korrekt ermittelt worden sind, sollten Sie sie beim Arbeitgeber auch geltend machen.


2.

Der Begriff des Gehaltkürzens ist hier wohl nicht ganz richtig gewählt.

Wenn Sie einen monatlichen Festlohn beziehen sollten, kann dieser Lohn nicht ohne Weiteres gekürzt werden. Ihrer ersten Frage entnehme ich aber, daß Sie nicht (ausschließlich) über einen festen Lohn verfügen, sondern Fahrten zur Arbeitsstelle gesondert vergütet erhalten.

Eine "Rechnung" gibt es nur dann, wenn jemand selbständig tätig ist, und für erbrachte Leistungen die vereinbarte Vergütung in Rechnung stellt. Sie schreiben, so der geschilderte Sachverhalt, wohl Stundenzettel, die dann Basis für die Lohnabrechnung sind.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 06.08.2011 | 22:38

Vorab erstmal recht herzlichen Dank für die schnelle Antwort Herr Raab.

zu 1.

Genau das war auch mein Argument während des Gesprächs mit meinem Arbeitgeber. Abschließend hat er mir mitgeteilt, dass er mir diese 12,75 Stunden nicht zahlen wird und ich entgegnete, dass ich das so nicht hinnehmen werde.

Also wie sähe jetzt der nächste Schritt aus den ich gehen sollte?
Würden Sie meine Interessen in diesem Fall vertreten oder sollte ich mir eher einen Anwalt aus der Umgebung suchen?
Wozu würden Sie mir raten, Herr Raab?

zu 2.

Richtig. Um genau zu sein trage ich meine Arbeitsstunden am Ende des Monats in eine Software ein, die die Basis für die Lohnabrechnung ist.

Ja, der Begriff "Rechnung" war nicht gut gewählt.
Der Punkt war mehr der, dass mein Arbeitgeber die von mir in die Software eingetragenen Arbeitsstunden einfach abgeändert hat.
Hätte ich die Stundenanzahl auf der Gehaltsabrechnung nicht überprüft wäre mir womöglich nicht einmal aufgefallen, dass er mir 12,75 Stunden zu wenig bezahlt hat. Es gab weder eine Position auf der Gehaltsabrechnung die sich auf den "Abzug" bezieht, noch hat mein Arbeitgeber mich anderweitig darauf aufmerksam gemacht. Mein Gedanke dazu war: Das kann nicht in Ordnung sein. Oder sehe ich das falsch?

PS. Fahrzeiten werden wie die restliche Arbeitszeit auch vergütet.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.08.2011 | 19:38

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn mit dem Arbeitgeber keine außergerichtliche Einigung möglich ist, wird Ihnen keine andere Wahl bleiben, als Klage beim Arbeitsgericht zu erheben. Diesbezüglich empfehle ich Ihnen, einen Rechtsanwalt vor Ort aufzusuchen.


2.

Sie sehen das schon richtig: Wenn die Fahrzeiten vergütet werden, darf der Arbeitgeber sie nicht einfach streichen. Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung haben Sie also Anspruch auf Vergütung der 12,75 Arbeitsstunden.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 07.08.2011 | 21:39

Sehr geehrter Fragesteller,

ergänzend sei aber noch auf folgenden Gesichtspunkt hingewiesen:

Im Bauhauptgewerbe gibt es einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag, den BRTV Bau, der besagt, daß Beginn und Ende der Arbeit auf der Baustelle ist.

Danach werden die Fahrtzeiten nicht vergütet.

Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt nach diesem Tarifvertrag durchschnittlich 40 Stunden; vgl. BRTV § 3. Im Sommer sind es 41 und im Winter 39 Stunden.

Wenn also keine Einzelfallregelung vorliegt, wird sich der Arbeitgeber (zu Recht)auf den Tarifvertrag berufen können.

Bei 200 Stunden kommen Sie folglich bereits an die Grenze des Erlaubten (Arbeitszeitgesetz).

Unter diesen Umständen ist also von einer Klage abzuraten.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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