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Baufirma insolvent /Mängelbeseitigung

09.11.2017 09:36 |
Preis: 25,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Insolvenzen lassen Bauherren mit ihrer Gewährleistung im Regen stehen. Der Insolvenzverwalter ist nicht verpflichtet, Fehler des insolventen Unternehmers auszubügeln. Es hilft nur das Hoffen auf eine, typischerweise geringe, Quote. Auch die Abtretung von Ansprüchen gegen Subunternehmer ist möglich.

Guten Morgen!

Wir haben vor knapp zwei Jahren die Übergabe des neu gebauten Hauses vorgenommen. Dabei sind die Mängel aufgeschrieben werden. Diese wurden nur teilweise bearbeitet. Später wurden noch einige Mängel angezeigt.

Die Baufirma hat nun Ende August ein Insolvenzverfahren eröffnet und uns mitgeteilt, dass aufgrund dessen eine Mängelbeseitigung nicht möglich ist. Uns wurde die vorläufige Insolvenzverwalterin mitgeteilt, die jedoch auf unsere Emails nicht antwortet.

Wir haben alle Rechnungen bezahlt und haben keine Gewährleistungsbankbürgschaft oder ähnliches.

Nun unsere Fragen:

- sollten wir die Mängel als Ersatzvornahme von Fremdfirma durchführen lassen? Wie hoch ist die Chance, dass man das Geld zurück erhält?

- sollten wir unsere Forderungen nun bei Insolvenzverwalterin anmelden?

- Manche Mängel sind nur sehr kostenaufwendig zu beseitigen. Wir waren im Gespräch mit der Baufirma wegen Entschädigung. Wie meldet man dies?

-Was passiert mit Gewährleistung für die restlichen drei Jahren?

Vielen Dank im Voraus!

09.11.2017 | 11:03

Antwort

von


(92)
Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Insolvenz einer Baufirma führt immer zu großen Problemen bei der Gewährleistung. Da es sich bei solchen Forderungen der Bauherren um Insolvenzforderugnen nach § 38 InsO handelt, muss und darf der Insolvenzverwalter diese nicht erfüllen. Lediglich, wenn mit der Gewährleistung der weitere Baufortschritt und die wirtschaftlich sinnvolle Fortsetzung eines noch nicht fertiggestellten Bauprojekts zusammenhängt, ist eine andere Vorgehensweise möglich.

Sie als Bauherr eines fertiggestellten aber mangelhaften Hauses können und sollten Ihre Ansprüche nach Eröffnung des Insolvenverfahrens beim Insolvenzverwalter anmelden. Ob dasVerfahren eröffnet ist, erfahrenSie entweder durch die zustellung von Anmeldungsunterlagendurch den Verwalter oder Sie schauen unter www.insolvenzbekanntmachungen.de nach. Dort werden Beschlüsse der Insolvenzgerichte und damit auch der Eröffnungsbeschluss veröffentlicht.

ACHTUNG: Es läuft ab Eröffnung eine Frist zur Anmeldung. Wenn diese verstreicht ist zwar eine Anmeldung noch möglich, führt aber zu Kosten für einen nachträglichen Prüfungstermin von 20,00 €, die sonst nicht anfallen.

Die Höhe der Forderung kann durch Rechnungen der Ersatzvornahmefirmen belegt werden. Es ist aber auch möglich einen Schätzbetrag anzumelden. Hier wäre ein Bezug auf die bereits geführten Verhandlungen mit der insolventen Baufirma hilfreich. Denn Schätzungen werden häufig durch den Verwalter als zu hoch oder wegen fehlender Belege bestritten.

Die Chancen auf eine zumindest teilweise Befriedigung Ihrer Ansprüche sind ohne Kenntnis der Einzelheiten des laufenden Insolvenzverfahrens nicht einzuschätzen. Typisch ist aber, insbesondere im Baubereich, eine Quote von deutlich unter 10%. Im Beschluss des Amtsgerichts über die Eröffnung wird der erste Berichtstermin festgesetzt. In diesem Termin hat der Verwalter zu berichten, wie er die Befriedigungschancen für die Gläubiger einschätzt. Als Gläubiger können Sie den Bericht beim Insolvenzgericht einsehen oder bekommen ihn von einem kulanten Verwalter auch zugeschickt.

Die restliche Gewährleistungsfrist wird verstreichen, ohne dass Sie bei weiteren Mängeln einen Gegner haben, auf den Sie Zugriff haben. Das Insolvenzverfahren beendet die wirtschaftliche tätigkeit des Schuldners. Selbst wenn der Verwalter den Betrieb als solches noch an einen anderen Unternehmer verkauft, der weitermacht, so übernimmt der eben nicht die Altverbindlichkeiten und damit auch nicht die Gewährleistung.

Sie können versuchen, mit dem Insolvenzverwalter die Abtretung von Ansprüchen desSchulderns gegen seine Subunternehmer zu verhandeln. Typischerweise setzt ein Bauunternehmer andere, nicht zu seiner firmagehörende Unternehmer ein. Machen diese einen Fehler, so haben sie einen Anspruch gegen Ihren Vertragspartner, der jetzt insolvent ist, und der Bauunternehmer wiederum einen Ersatzanspruch gegen seinen Subunternehmer, der den Fehler erst produziert hat. Da der Verwalter nichts dadurch gewinnt, dass er solche komplexen Ansprüche verfolgt, ist es nicht ungewöhnlich, dass der Verwalter die Ansprüche gegen die Subunternehmer an die jeweiligen Bauherren abtritt. Dies würde dazu führen, dass Sie wieder einen gegner haben, der eventuell den Mangel beseitigt oder zumindest zahlungsfähiger ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Sollten Sie zu dieser Sache meine Unterstützung, auch für die Verhandlung mit der Verwalterin, benötigen, so kontaktieren Sie mich gerne über die oben eingeblendeten Daten. Ich bin bundesweit tätig und selbst Insolvenzverwalter.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

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