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Bauen im Aussenbereich nach Paragraph 35 Baugb

02.08.2021 20:53 |
Preis: 65,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


00:34

Zusammenfassung:

Die planungsrechtliche Zulässigkeit eines Wohngebäudes als Ersatzbau im Außenbereich bemisst sich nach § 35 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 BauGB.

Hallo,

Ich habe ein Haus gekauft mit Grundstück
21.000 m2 im Außenbereich nach Paragraph 35
Jetzt möchte ich gerne was neues bauen oder sehr Großzügig umbauen aber das Bauamt sagt mir das ein Neubau erst möglich ist wenn ich dort selbst 4 Jahre wohne.

Nun ist es so das dass Haus für mich so nicht bewohnbar ist da es stark verraucht ist und sehr alt, einige Arbeiten wurden damals ohne Genehmigung gebaut. Was jetzt aber die (jetzige) Eigentümerin noch nachreichen möchte beim Bauamt.

Wäre es möglich wenn ich ein Haus entwerfen lassen und das über die alte Eigentümerin zum Neubau oder Großzügigen Umbau einreiche lasse das dies dann genehmigt werden kann?

Vielen Dank

Einsatz editiert am 02.08.2021 21:33:09

02.08.2021 | 22:18

Antwort

von


(1010)
Bertha-von-Suttner-Straße 9
37085 Göttingen
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Web: http://rkm-goettingen.de/gero-geisslreiter-verwaltungsrecht
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn ungenehmigte Um- und Anbauten am Haus stattgefunden hatten, steht deswegen zu befürchten, dass der bis dahin vorhandene Bestandsschutz weggefallen ist und es aufgrunddessen ohnehin keine Genehmigung für einen Ersatzbau geben kann. Das konkret vorhandene Gebäude muss nämlich dafür „zulässigerweise errichtet worden" sein, § 35 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a des Baugesetzbuches (BauGB).

Die bisherige (?) Eigentümerin kann keinen Ersatzbau mehr beantragen. Dafür müsste sie noch im Grundbuch eingetragen sein und eine eigene Nutzungsabsicht haben. Mit der Forderung, dass ein Ersatzbau einem Eigentümer erst nach ca. 4 Jahren genehmigt wird, soll der Eigentümer nämlich seine Eigennutzungsabsicht unter Beweis gestellt haben.

Der Ersatzbau muss außerdem „gleichartig" sein. Das betrifft auch die Größe (Kubatur, Baumasse) des Ersatzbaus. Ein „Umbau" erfüllt ebenfalls nicht die gesetzliche Anforderung eines Ersatzbaus.

Leider stehen Ihrem Vorhaben also derzeit einige rechtliche Aspekte entgegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 02.08.2021 | 23:41

Hallo vielen Dank für ihre Antwort.

Was wäre den jetzt die beste Lösung was man in dieser Situation machen könnte?
Was wäre jetzt eine Alternative das man Bauen kann?

Zudem was hat das mit dem Paragraph 35 Aufsicht, wenn man wahrscheinlich garnicht bauen oder umbauen darf?

Gibt es überhaupt gute Aussichten oder sieht das eher schlecht aus?

Wäre es möglich wenn die ehemalige Eigentümerin dort weiter zu Miete wohnt und ein Umbau oder Neubau beantragt ?

Ich versuche nur alle Möglichkeiten zu nutzen

Die Eigentümerin bez. Ex Eigentümerin die noch im Objekt wohnt möchte mich dort auch gerne unterstützen das dass alles funktioniert.

Der (illegale Klinker Anbau) wird denke ich beim Bauamt zugelassen (laut jetziger Eigentümerin) als nachtragung zur Baugenehmigung ob dies nun positiv beeinflusst wird weiß ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.08.2021 | 00:34

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem gesetzgeberischen Konzept soll der Außenbereich grundsätzlich u.a. von Wohnbebauung freigehalten werden. Eine Wohnbebauung und -nutzung bedarf gemäß § 35 BauGB einer besonderen Rechtfertigung; allgemeines Wohnen soll grundsätzlich nur im Siedlungsbereich stattfinden. Das wäre hier die Ermöglichung eines bislang zulässigen Wohnens durch den Eigentümer selbst, wenn das Gebäude abgängig wird.

Die einzige Chance sehe ich darin, dass Sie 4 Jahre dort wohnen und dann einen Ersatzbau beantragen. Leider hilft es nicht, wenn ein ehemaliger Grundstückseigentümer dort weiter zur Miete wohnt - der neue Eigentümer muss das Gebäude selbst für einige Jahre mit Lebensmittelpunkt bewohnen.

Es wird also sehr schwierig. Das ist aber auch durchaus die Absicht des Gesetzgebers gewesen.

Beste Grüße von Gero Geißlreiter, Rechtsanwalt

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