Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bauen im Außenbereich

| 01.04.2010 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Wir haben ein älteres Haus ( Jahrgang 1958 ) mit einem 1600 qm Grundstück in einer kleinen Siedlung etwas außerhalb eines Dorfes gekauft. ( Baugebiet NRW ). Wir wollen dieses alte Haus, das bisher als Wochenendhaus diente, aus Holz gebaut ist, schlecht isoliert ist, aber komplett erschlossen und an die Kanalisation angeschlossen ist, abreißen und neu bauen. Jetzt erfahren wir am Bauamt, dass diese Siedlung von einem Richter mit einem richterlichen Erlaß als Siedlung nach §34 gilt, aber ausgerechnet eine Strasse der gesamten Siedlung nach dem 35er Baugesetz eingestuft wurde und das ist genau die Strasse, auf der sich unser Haus befindet. Die Siedlung wird durch einen Bach getrennt. Auf der einen Seite befindet sich das 34er Gebiet, auf der anderen Seite unsere Strasse als 35er Gebiet. In der letzten Jahren sind auf unserer Strasse trotz angeblichem Außengebietes 4 neue Häuser entstanden. Die jeweiligen Besitzer haben ebenfalls wie wir ein Haus erworben ( oder geerbt ), dieses alte Haus abreißen lassen und neu gebaut. Beim Bauamt heißt es : Sie können nicht bauen, eventl. nachdem sie es 2 Jahre besessen haben und wenn, dann auch nur 160qm Wohnfläche. ( wir sind 2 Erwachsene und 2 Kinder ). Da aber unsere pflegebedürftigen Eltern mit einziehen sollen, benötigen wir ca. 220-240 qm. Bauen wollen wir ein "normales" Haus, nichts Außergewöhnliches, normales Dach, ohne Gauben, ohne gr. Firlefanz. Wie sollen wir uns verhalten ? Sollen wir einen Bauantrag als Zweifamilienhaus einreichen oder lieber Einfamilienhaus ? Es hieß beim Bauamt, dass eventl. pro weiterer Person ab 4 Personen 20 qm zusätzlich genehmigt werden können. Zusätzlich möchte ich erwähnen, dass mein Mann selbständig ist und wir auch noch Gewerbe ( noch mal zusätzlich 20 qm ) anmelden könnten. Oder macht es mehr Sinn, gegen den richterlichen Erlaß vorzugehen? Angeblich soll die Strasse ( irgendwann mal ? ) ebenfalls in ein 34er Gebiet umgewandelt werden. Da uns aufgrund der pflegebedürftigen Eltern aber die Zeit wegrennt, meine Frage: Was macht mehr Sinn ? Eine Bauvoranfrage oder ein Bauantrag ? Ein- oder Zweifamilienhaus ? Gegen die richterliche Verfügung vorgehen ? Auf "gleiches Recht für alle" klagen, nachdem schon mehr als 3 Familien bauen durften ? Gleich einen Rechtsanwalt mit zum Bauamt nehmen und drohen ?Wer kann einen Tip geben, wie wir am besten vorgehen, um möglichst größer bauen zu dürfen. Wie lange dauert so etwas, bis man einen Genehmigung erhält im Falle einer Klage? Vielen Dank

Sehr geehrte Ratsuchende,


ob es wirklich Sinn macht, gegen den Erlass vorzugehen, hängt wesentlich von dessem Inhalt ab, der zunächst genaustens studiert und geprüft werden müsste; vorbehaltlich dieser weiteren - aber notwendigen - Prüfung wird es aber vermutlich wenig Sinn machen, dagegenvorzugehen, da dann Rechtsmittelfristen hätten eingehalten werden müssen, die - ebenfalls vermutlich - schon längst abgelaufen sind, so dass der Erlass rechtskräftig sein dürfte.

Aber wie schon ausgedrückt; dieses bitte ich nur vorbehaltlich zu verstehen - der genaue Inhalt wird vorab zu prüfen sein. Erst danach wird eine Aussage hinsichtich dieser Problematik möglich sein.


Der von Ihnen zitierte Grundsatz "gleiches Recht für Alle" im Sinne eines Gewohnheitsrechtes gibt es so im deutschen Baurecht nicht; in diesem Zusammenhang ist auch die Äußerung des Bauamtes, dass Sie zwei Jahre besitzen müssten, nicht nachvollziehbar, da es ebensowenig diesen Zeitrahmen im Baurecht gibt.

Vorab sollten Sie sich mit den vier Nachbarn zusammensetzen und deren Baugenehmigungen einsehen, um wirklich prüfen zu können, was unter welchen Voraussetzungen auch tatsächlich genehmigt worden ist.

Denn auch wenn der Grundsatz so nicht gilt (s.o.)., ist seitens des Bauamtes ein Ermessen zu berücksichtigen, so dass dann unterschiedliche Bewertungen zu einem Ermessenfehlgebrauch führen könnten, was im Falle einer Ablehnung Ihre Chancen natürlich deutlich erhöhen würde. Denn die Behörde ist natürlich insoweit gehalten, im Rahmen des Ermessens auch die nachbarliche Bebauung zu beachten.


Kommt es zur Ablehnung und wird ein Klageverfahren notwendig, kann das gesamte Verfahren zwei oder mehr Jahre dauern; dieses ist heute leider keine Seltenheit mehr.


Vorab sollten Sie alle Unterlagen der Nachbarn, den Erlass und die Eintragungen in den Bauakten unbedingt prüfen lassen, da nur so eine verlässliche Grundlage geschaffen werden kann.


Danach sollte dann der Bauantrag gestellt werden, wobei ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsdarstellung derzeit - und vorbehaltlich der weitergenden Prüfung der Unterlagen - zur Beantragung des Zweifamilienhauses tendieren würde.

Nicht nur, dass dieses letztlich auch Ihr Wunsch ist; auch würden Teilgenehmigungen immer ein gesondertes Verfahren einleiten, was nicht nur Zeit, sondern auch Kosten verursacht.

Hier sollte dann aber gleich das Ziel im Antrag verfolgt werden, zumal dann auch ggfs. ihrerseits noch etwas "Verhandlungsspielraum" bestehen könnte, um die Genehmigungen vielleicht schnell und ohne Klageverfahren zu erlangen. Dennhäufig genehmigen die Behörden dann schneller, wenn bauherren auf Teile ihres Entwurfes verzichten.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 03.04.2010 | 12:28

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.04.2010 4,6/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67460 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Git begründete Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wie erwartet. ...
FRAGESTELLER