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Bau von zwei Einfamilienhäusern und einer Doppelhaushälfte zulässig?

24.04.2012 15:00 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Guten Tag,

vor zwei Jahren haben mein Mann und ich ein Eigenheim in NRW erworben. Das Haus liegt in einer Stichstraße (sehr schmal, nur von einem Auto befahrbar) und in einer Wohngegend mit Siedlungscharakter aus den 50er Jahren. In dieser Siedlung sind nahezu alle Grundstücke recht groß (ca. 1000 - 2000 qm im Durchschnitt), da es sich um sog. ehemalige Nebenerwerbsstellen handelt. Zum Zeitpunkt des Einzugs befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Einfamilienhaus, welches vor ca. einem Jahr, nach dem Tod der Besitzerin, abgerissen wurde. Zwischenzeitlich wurde das ca. 1600 qm große Grundstück parzelliert und es wurden mittlerweile eine Doppelhaushälte und zwei Einfamilienhäuser erbaut.
Die Häuser sind extrem nah aneinander und eben auch sehr nah an die Grundstücksgrenze gebaut. Sämtliche Fronten weisen in Richtung unseres Hauseinganges und ermöglichen Einblick in unser Grundstück. Auf mehrmalige Nachfragen beim Bauamt erhielt ich folgende Aussagen:
1. Wir sind keine angrenzenden Nachbarn (aufgrund der zwischen den Häusern befindlichen, aber eben sehr schmalen Stichstraße) und könnten somit keinerlei Einspruch erheben, wir hätten noch nicht einmal ein Auskunftsrecht.
2. Es gäbe nur eine einzige Bauvorschrift, die eingehalten werden müsse, nämlich die, das ein Abstand von 3 Metern zwischen den Grundstücksgrenzen gewahrt werden müsse.
3. Ein sog. Einfügungsgebot bestehe nicht; solange die Häuser eingeschossig erbaut und besagter Abstand eingehalten wäre, hätte alles seine Ordnung.

Meine Frage: Muss man einen solchen Eingriff in den eigenen Lebens- und Wohnbereich stillschweigend akzeptieren? Allein der Umstand, dass alle drei Fronten in Richtung unseres Hauses zeigen, bedeuten für uns einen hohen materiellen Aufwand für die Errichtung von Sichtschutz, z.B. durch höhere Hecken, Pflanzung von Bäumen, Sichtschutzwände etc. Davon abgesehen, halte ich auch eine Wertminderung unseres Objektes nicht für ausgeschlossen.

Sehr geehrte Ratsuchende,



die Mitteilung des Bauamtes ist so nicht richtig:


Zwar sind Sie in der Tat kein DIREKT angrenzender Nachbar, der Nachbarbegriff ist aber nicht auf den nur unmittelbaren Angrenzer zu definieren. Entscheidend ist vielmehr der Einwirkungsbereich des Vorhabens, der sich nach Art und Intensität der zu erwartenden Beeinträchtigungen richtet

Hiernach ist also der Kreis der Nachbarn zu beurteilen und zwar immer anhand des konkreten Einzelfalles.

Und nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung besteht lediglich die sehr schmale Stichstraße, so dass Sie - vorbehaltlich einer genaueren Ortsprüfung - zumindest danach die nachbarschützenden Rechte haben werden.



Entscheidend ist weiter die Art der baulichen Nutzung nach §§ 2 ff. BauNVO, da grundsätzlich eine nachbarschützende Wirkung zu beachten ist:

Als Nachbar können Sie sich also gegen jede artfremde Bebauung wehren, zumal hier offenbar auch eine Beeinträchtigung gegeben ist.

Sowohl die Bauweise nach § 22 BauNVO schützt dabei die Interessen der Nachbarn hinsichtlich Belichtung, Belüftung, Besonnung, Brandschutz, etc., also auch die bebaubaren Grundstücksflächen nach § 23 BauNVO hinsichtlich Baulinien, Baugrenzen und Bebauungstiefen.


Dieses alles wäre also zu überprüfen, da das Bauamt offentsichtlich unter Missachtung Ihrer nachbarschützenden Rechte hier entschieden hat.


Daher rate ich dringend dazu, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, damit dieser dann nach genauerer Kenntnis der Örtlichkeiten und Einsicht in die Unterlagen mögliche Maßnahmen gegen diese Art der Bebauung in die Wege leiten kann.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

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