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Bankdaten am Telefon herausgeben

27.12.2005 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Zu dem folgendem Problem bräuchte ich Ihre Hilfe.

Mich hat heute eine Firma angerufen, die mit mitgeteilt hat das ich in einer Endauslosung um einen Gewinn von ca. 40000 Euro wäre. Da sie als Treuhänder (EuroTip Hamburg oder so ähnlich) nicht dazu berechtigt wären das Geld länger als 24 Stunden auf dem Konto zu behalten(Zinsgewinne) bräuchten sie jetzt schon mal für den Gewinnfall meine Bankverbindungen. Das Gewinnspiel ist laut deren Aussage von der Gesellschaft für Produktforschung (GFP)
Warum auch immer, ich weiß selber nicht was mich geritten hat, habe ich meine Bankinformationen herausgegeben.
Gleich danach meinten sie zu mir, dass alle als kleines Dankeschön 3 Monate umsonst Lotto spielen dürften. Jetzt wurde mir langsam klar, dass das ganze unseriös war. Habe dem Herren dann mitgeteilt, dass ich daran überhaupt kein Interesse habe was er meinte kein Problem wäre.
Ich habe jetzt ca. 2 Stunden gegoogelt und meine befürchtungen haben sich bestätigt. Die Firma GFP ist schon mehrmals negativ damit aufgefallen einfach Geld von Konten angebucht zu haben.

Nun meine Frage was kann ich machen? Darf die Firma einfach so Geld von meinem Bankkonto abbuchen?
Ich habe es am Telefon defintiv abgelehnt an diesem Lottospiel teilzunehmen. Kann dies natürlich nicht beweisen. Bei wem liegt die Beweißpflicht?
Trotzdem meine Bankdaten haben sie nun bereits. Forenbeiträge zeigen, dass aber anscheinend trotzdem abgebucht wird.
Ich habe auch keinerlei Adresse um das ganze nochmal schriftlich denen mitzuteilen.

Wie kann ich vorgehen, um schon jetzt sicherzustellen das diese Firma kein Geld von meinem Konto abbucht und wie kann ich auf dann sicherlich folgende Mahnungen etc. adäquat reagieren?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt:

Zunächst einmal in aller Offenheit, Sie haben sich hier recht blauäugig verhalten. Denn der Telefonanruf eines „Treuhänders“ des Inhalts, der Betrag stünde aus Zinsgründen nur 24 Stunden zur Verfügung und man benötige Ihre Kontoverbindung, ist nun doch offensichtlich unseriös. Aber solche Firmen spekulieren leider auf den Überraschungseffekt.

Aber zu Ihrer Frage selbst:

Die bewusst unberechtigte Abbuchung im Lastschriftverfahren kann auch strafrechtlich ein Thema sein. Zivilrechtlich können Sie Ihrer Bank nicht vorab den Auftrag erteilen, den Einzugsversuch abzulehnen, müssen also innerhalb der in den AGBs Ihrer Bank vorgesehenen Sechswochenfrist dem Einzug widersprechen.

Die Beweislast hat natürlich derjenige, welcher eine Forderung geltend macht – hier im Lastschrifteinzugsverfahren. Es wäre sehr erstaunlich, wenn die Firma nach dem ersten oder maximal zweiten Abbuchungsversuch und einer „Mahnung“ den vermeintlichen Anspruch weiterverfolgt. Wie Sie aus den von Ihnen ja bereits eingesehenen Foren wissen, schlafen solche Forderungen nach ein oder zwei Mahnungen regelmässig ein – die Firma hat auch aus ihrer Sicht gute Gründe, von einer gerichtlichen Geltendmachung Abstand zu nehmen.

Widersprechen Sie also der Lastschrift, wenn Sie Ihnen mitgeteilt wird und warten Sie einfach ab.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung.


Ich wünsche Ihnen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2006 und verbleibe mit freundlichen Grüssen.


Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

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