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Bandübernahmevertrag als Künstler - Vergütung und Laufzeit

| 18.03.2008 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt André Sämann


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin seit Kurzem als Künstler im Bereich deutscher Schlager unterwegs und stehe nun kurz vor Unterzeichnung eines Bandübernahmevertrages. Dazu habe ich einige Fragen was Vergütung und Laufzeit betrifft:

Ich bekomme lt. Vertrag: (vorausgesetzt es wird nicht retourniert)
18% für die 1. bis 25.000 Tonträgereinheit
20% für die 25.001 bis 50.000 T.
22% ab 50.001 T. und im Ausland 50% berechnet unter Zugrundelegung des Nettoabgabepreises der Firma an den jeweiligen Vertrieb.

für nichtkörperlich verkaufte Musik = 20 % (zB Internet)

Die Lizenzbasis ist der bereinigte Nettoabgabepreis an den Handel.

Taschenabzüge sind im Vertrag bei den analogen Tonträgern wie MC oder Schallplatten mit 15% angesetzt (bzw. 20% bei Sonderausstattung), bei CD´s sind es 25% und zB bei DVD-Rom sind es 30 %

1. Frage: Wie kann ich anhand dieser Vorgaben MEINEN Nettoverdienst herausrechnen? Wie ist der Nettoverdienst in meinem konkreten Fall? Ich habe gelesen er kann zwischen 8 - 14 % für den Künstler liegen. Was kann ich als Newcomer aushandeln? Wie errechnet sich der Nettoverdienst für mich?

2. Wenn mein Song auf zB Sampler oder Compilations kommt, wieviel kann ich dafür verlangen? Dies ist nicht im Vertrag geregelt... Sollte ich es vertraglich festlegen lassen?

3. Laut Vertrag endet dieser Vertrag, "mit Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist" für die Titel. Was bedeutet das für mich?

Bitte schreiben Sie mir alsbald wie möglich einfache Antworten, die ich, als "Noch-Laie" nachvollziehen kann, da ich sehr vorsichtig sein möchte was die Unterzeichnung betrifft. Ich kenne mich noch nicht sehr gut aus in dieser Branche. Was mir sehr wichtig ist, ist die Berechnung des tatsächlichen Nettoverdienstes für mich, ich möchte es nachvollziehen können.

Für ihre rasche Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar.

mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

1.
Zu bereinigen ist der Nettoabgabepreis um den Wert der Ausstattung und Technik.

Wenn z.B. der Nettoabgabepreis bei einer DVD 10,-- EUR betragen würde, beträgt der bereinigte Nettoabgabepreis 7,-- EUR (10,--€ abzgl. 30%).

Ihre Vergütung betrüge demnach 18% aus 7,-- EUR / Tonträger, also 1,26 EUR.

Bei 100 verkauften DVDs hätten Sie als einen Vergütungsanspruch in Höhe von 126,-- EUR.

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei natürlich nur um Beispiele handelt. Sie müssten versuchen, sich Ihren Verdienst anhand von realistischen Verkaufszahlen zu errechnen. Fragen Sie, ob es eine Händlerpreisliste gibt.

2.
Die Verwertung von Samplern oder Compilations sollte in den Vertrag aufgenommen werden.

Häufig werden hier ca. 50% der „normalen“ Lizenzgebühren vereinbart. Dies bleibt natürlich Verhandlungssache.

3.
Der urheberrechtliche Schutz eines Werkes endet mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sein Urheber tot ist (§ 64 UrhG)
Eine Ausnahme wird jedoch bei Schöpfungen gemacht, bei denen der Urheber das Werk anonym oder unter einem Pseudonym veröffentlicht. In diesen Fällen erlischt das Urheberrecht siebzig Jahre nach der Veröffentlichung (§ 66 Abs. 1 Satz 1 UrhG). Sie können den wahren Namen des Urhebers in der sog. Urheberrolle eintragen. Dann richtet sich die Schutzfrist nicht mehr nach der Veröffentlichung sondern wieder nach seinem Tode (§66 Abs. 2 Nr. 2 UrhG)

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen

André Sämann
Rechtsanwalt
_______________________________________
Herzogswall 34
45657 Recklinghausen

Telefon 02361 370 340 0
Telefax 02361 370 340 1

Mail info@ra-saemann.com
Web www.ra-saemann.com
_______________________________________


Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2008 | 19:47

Hallo zurück und vielen Dank für die rasche Bearbeitung!

Liege ich demnach richtig in der Annahme, dass ich bei Compilationen etwa mit 9 % Vergütung rechnen kann oder habe ich das falsch verstanden? ( 50% der "normalen" Lizenzgebühren, welche ja 18 % (CD körperlich) sind)

Vielen Dank für die Bearbeitung

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.03.2008 | 09:08

Sehr geehrter Fragesteller,

das haben Sie richtig verstanden. Die genaue Höhe bleibt natürlich Verhandlungssache.

Mit freundlichen Grüßen

André Sämann
Rechtsanwalt

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