Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Balkonsanierung und Mietminderung


| 02.12.2005 21:48 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wurden mit Schreiben vom 12.08.2005 darauf hingewiesen, dass die Sanierung des Balkones unserer Mietwohnung am 22.08.2005 beginnen sollten und 6-8Wochen andauern würden.
Die Arbeiten begannen mit einer Woche Verzögerung und dauerten bis zum 25.11.2005 an. Die Sanierung wurde lediglich unterbrochen und nicht fertiggestellt. Das Gebäude war zwar nicht komplett eingerüstet, jedoch haben wir im Schlafzimmer und Kinderzimmer nur eine Balkontür, anstelle von Fenstern, das Wohnzimmer hat auch eine Balkontür, d.h. wir mussten alle drei Zimmer abdunkeln. Wir haben eine Mietminderung mit 15% der Nettomiete eingereicht. Die Immobilienverwaltung hat 8% zugelassen. Des weiteren wollten wir die Miete um die angerechnte Wohnfläche des Balkones mindern, da die Arbeiten nicht abgeschlossen sind und erst im April beginnen sollen, denn wir haben den Balkon ja nicht so gemietet, wie er jetzt aussieht! Darauf legte die Gegenseite Widerspruch ein! Mit der Begründung, die Benutzbarkeit sei hegestellt! Ist unsere Forderung berechtigt? Wenn ja wie hoch und wer hat so ein Urteil schon verfasst???
Ich bitte um Hilfe! Außerdem fand ich die Zeitspanne der Ankündigung bis zum Datum an dem wir den Balkon räumen mussten (22.8.05) zu kurz...

Vielen Dank im Voraus

Fam. Schojo
Sehr geehrte Familie Schojo,

vielen dank für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt:

Die Rechtsprechung hat in vergleichbaren Fällen entschieden, dass eine 15%-tige Mietminderung bei Nichtnutzung des Balkons wegen Bauarbeiten, notwendigerweise verschlossen gehaltenen Fenstern und Baustellenlärm angemessen ist (AG Saarburg, Urteil vom 02.12.1998 - Aktenzeichen 5 C 487/98).

Dass die Nichtnutzbarkeit des Balkons grundsätzlich zur Minderung berechtigen kann, liegt im übrigen auf der Hand (so zB unter Berücksichtigung des anteiligen Quadratmeteranteils zB AG Magdeburg, Urteil vom 30.04.1998 - Aktenzeichen 12 C 2885/97).

Sicherlich kein entscheidender rechtlicher Ansatzpunkt ist allerdings die Tatsache, dass die Balkonarbeiten recht kurzfristig bekanntgegeben und eingeleitet wurden, wie mir auch hinsichtlich der gegenwärtigen Nicht-Nutzbarkeit des Balkons dieser Einwand jahreszeitlich nicht so gewichtig erscheint. Bei Letztgenanntem hat die Rechtsprechung allerdings auch entschieden, dass ohne konkrete saisonale Nutzungsbeeinträchtigung allein der Anblick einen verschmutzten Balkons gebrauchsmindernd sein kann (AG Hamburg-Wandsbek, Urteil vom 06.01.1988 - Aktenzeichen 40a C 2574/87).

Mit der o.g. zitierten Rechtsprechung scheint mir die von Ihnen ausgesprochene Mietminderung von 15% aber schon wegen des notwendigen Abdunkels gleich mehrerer Zimmer im Ergebnis angemessen, wobei diese Einschätzung via Onlineinformation und ohne Ortseinsicht natürlich nicht letztverbindlich sein kann.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung.


Mit freundlichen Grüssen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Super Klasse! Vielen Dank! "