Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Balkonbau/Anbau Honorar für Architekt


| 09.01.2007 00:07 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



im September 2006 bin ich an einen Architekt herangetreten mit der Bitte, beim Bauamt X einen Bauantrag zum Erstellen eines Balkons für die vermietete Wohnung in meinem Haus einzureichen. Er kam zu mir, um sich das Haus anzusehen. Dauer der Besichtigung: ca. 30 min.

Er hat mir vorgeschlagen, selbst den Wunsch beim Bauamt vorzutragen, weil ich zumisdestens "sympathisch" wirkt. Das habe ich auch getan und ihm unverzüglich die Auflage des Bauamtes in Bezug auf die vorhandene Garage mitgeteilt: Laut Bauamt darf ich den Balkon über die vorhandene Garage bauen lassen unter der Bedingung, dass der balkon keine Verbindung zu dem Garagendach haben darf

Im Dezember vereinbarte er mit mir einen weiteren Besichtigungstermin. Ich habe ihn gleich nach dem Kosten gefragt, er sagte "pro Stunde 70 Euro plus MWSt". Ich habe nicht nach dem gesamten Kosten gefragt, weil ich durch einen anderen Balkonbauer ein Angebot bekommen: "Baukosten ca. 5000 Euro, Architekt-Honorar ca. 10 %, d.h. 500 Euro". Ich habe angenommen, bei diesem Architekt würde der Honorar auch in diesem Rahmen liegen.


Bei der zweiten Besichtigung hat er einen Mitarbeiter mit gebracht und hatte dabei ein Lasergerät, um Massangaben der Zeichnungen, die ich ihm bei der letzten Besichtigung schon mitgegeben habe, zu kontrollieren. Bei dieser Angelegenheit hat er mir zu meiner Überraschung vorgeschlagen, den Bauantrag nicht nur für den Balkon, sondern für das ganze Haus zu stellen. Seine Begründung: die Kosten zum Erstellen der Zeichnungen durch das Architektenbüro sind gleich. Sinngemäß hat er gesagt: "auch wenn Sie nur einen kleinen Balkon über die Garage bauen, müssen Sie auch die Zeichnung vom ganzen Haus miteinreichen. Das Architektenbüro muss wegen eines kleinen Balkons die Zeichnung vom ganzen Haus ganz neu erstellen. Der Aufwand ist sehr gross. Daher empfehle ich Ihnen bei dieser Gelegenheit den Bautrag zum Ändern der ganzen (vermieteten) Wohnung zu erstellen. Wenn der Antrag später genehmigt wird, müssen Sie nicht alles auf einmal bauen, sondern einen nach dem anderen, z.B. zuerst den Balkon und dann die Gaube oder das Dach, oder umgekehrt, wie Sie wollen."

Durch dieses Argument habe ich ihm zugestimmt, durch ihn den Bauantrag für Vergrössserung der vermieteten Wohtnung zu stellen, statt nur den Bauantrag für einen kleinen Balkon. Weil die Kosten für den Bauantrag ,wie er behauptete," gleich bleiben". Die zweite Besichtigung hat ca. 30 min. gedauert. bschied hat er mir gesagt, "ich muss im Büro an Hand der gewonnenen neuer Informationen und Daten ein Konzept bearbeiten. In zwei Tagen werde ich Ihnen vorlegen"

Nachdem er mir in einer in seinem Büro statt gefundenen Besprechung erläuterten, dass er für die Erweiterung der Wohnfläche der vermieteten Wohnung um ca. 100 qm fast 200.000,00 Euro (d.h. 2.000,00 Euro /qm schlüsselfertig, ohne Grundstückkosten) plus Architekthonorar in Höhe von ca. 20000 Euro verlangten, bin ich mit dem Umbau in so großen Umfang nicht einverstanden. Dieser Aufwand ist für mich unakzeptabel. Ich wollte nur den Balkon bauen lassen

Nur weil ich seinen Vorschlag nicht annehme, die Wohnung zu den verlangten Kosten wohnflächmäßig zu erweitern, erklärte er sich für nicht bereits für mich den Bauantrag für die Erstellung des Balkons zu stellen. Er wollte mir einen anderen Architekt empfehlen. Dennoch verlangt er für seine bisherige Leistung ein Honorar in Höhe von 500 Euro in bar oder 8 h * 80 Euro / h *1,16 (MWSt) = 742,00 Euro mit Rechnung. Er begründete: er hat mich beraten.

Zusammenfassend sieht die Sache für mich so aus : 1) ich bat ihn im September 2006 um Antragstellung für den Balkon, 2) Er ermunterte mich, nicht nur den Balkon zu bauen, sondern dazu noch den Wohnraum zu vergrössern, 3) ich lehne aus Kostengrund die Erweiterung derWohnfläche ab, 4) Er weigert sich, für mich den Antrag zum Bauen des Balkons zu stellen und verlangen 742,00 Euro. D.h.: Ich muss 745,00 Euro zahlen und der Antrag zum Bauen des Balkons ist immer noch nicht da. (Ein Bekannter von mir hatte zum Bauen eines Balkons zu bezahlen: 300,00 Euro für Architekt, 300,00 Euro für Statiker).

Bitte erklären Sie mir, was ich machen kann: ich bin bereits zu zahlen, aber nicht in der geforderten Höhe. Zumindestens ich habe gar nichts in der Hand: keinen Entwurf, keinen Bauantrag für den Balkon. Ich habe ihn nur gebeten, für mich den Bauantrag für Balkon zui stellen. Dass er Zeit für Konzept der Wohnungserweiterung verloren hat, war nicht meine ursprüngliche Auftrag. Ich habe dies nur nicht aktiv abgelehnt, weil er am Anfang gesagt hat: ob Antrag für einen kleinen Balkon oder für ein ganzes Haus, die Kosten für ihn zum Erstellen der Zeichnungen sei immer gleich, was aber gar nicht stimmt.

Darf ich dann so gar behaupten, weil er sich weigert, den Bauantrag zum Bauen des Balkons zu stellen, dann bin ich nicht verpflichtet, für seine bisherige Aquisonsarbeit zu bezahlen. Hätte er von vornherein gesagt, dass der Balkonbau für ihn sich nicht lohnt, dann habe ich nicht so viel Zeit und Ärger verloren

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,


hier sollten Sie 140,00 EUR zzgl MwSt bezahlen.

Richtig ist, dass die Vorarbeiten nicht zu zahlen sind, wobei allerdings die Grenze sehr fließend ist.

In dem Moment, in dem der Architekt aber schon Planungsüberlegungen macht, entsteht der Vergütungsanspruch (OLG Karlsruhe BauR 85, 236) und dieses sehe ich spätestens beim zweiten Gespräch einschließlich Besichtigung. Denn in diesem Gespräch hat ja die Beratung auch nach Ihrer Darstellung begonnen, zumal Sie ja erklärt haben, dass Sie dann den Umbauüberlegungen auch zunächst zugestimmt haben.

Für diese geschätze zwei Stunden stehen dem Arhitekten dann die 70 EUR zzgl MwSt zu, wobei er allerdings auch verpflichtet ist, Ihnen dafür eine ordungsgemäße Rechnung zu stellen.

Die 500,00 EUR BAT (Bar auf Tatze) sollten Sie keinesfalls zahlen.

Teilen Sie dieses dem Architekten mit, fordern Sie eine Rechnung und zahlen dann den Betrag. Gleichzeitig sollten Sie weitergehende Erklärungen sofort anfechten.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2007 | 21:46

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre Hilfe.

Ich habe der Vollständigkeit halber noch folgende Frage zum Aufwand des Architekts:
Es gibt vier Ereignisse:


1. Erste Besichtigung, ca. 30 min, Hin/Rückfahrt = ?
2. Zweite Besichtigung, ca. 30 min, Hin/Rückfahrt = ?
3. Auswertung der "rohen" Daten um überhaupt die Machbarkeit zu prüfen. Wie lange diese Arbeit wirklich zeitlich in Anspruch genommen hat, kann ich nicht feststellen. Es bleibt ein unbekannter Faktor.
4. Letzte Besprechung mit dem Architekt in dessen Büro hat lang gedauert: von 16:00 Uhr bis 21:00 Uhr = 5 h. Es ging dabei nicht um das Haus selbst, sondern mehr als die Hälfte der Zeit abwechselnd auch um Politik, um Gott und Welt, um die Gesellschaft, um frühere Studienzeiten,... In dieser Besprechung wurde auch sehr Zeit verloren gegangen für die Erläuterung von seinem sehr umfangreichen Vetragsentwurf (10 Seiten) nach HOAI: Denn es war schon später Abend, oder Feierabend. Es herschte eine sehr freundschaftliche Stimmung. Themen in dieser Besprechung war gemischt: Hausentwurf, Angebotsverbreitung, privatliches und politisches, gesellschaftliches...
Eigentliche ist diese Besprechung nicht nötig. Ein Telefonat wäre ausreichend für die Übermittlung der Informationen. Aber er bestand darauf, dass ich zu ihm kommen sollte. Für mich ist es am Ende wichtig: was kostet grob der Bau von Balkon und eventuell vom Anbau, bevor man entscheidet, ob man in die Detail gehen kann mit dem Haustyp und mit den Materialien usw.

Mein Eindruck: ich wurde zu immer grösseren Angebot/Vorhaben bzw. Kosten verleitet.

a) Ihre vorgeschlagene zwei Stunden berücksichtigen nur die beiden Besichtigungen (Pkt. 1 und 2) oder alles (Pkt.1 bis 4)?

b) Und was heißt genauer "weitergehende Erklärungen sofort anfechten." ? Meinen Sie, wenn er mehr als 140 Euro zzgl. MwSt. verlangt ?

Vielen Dank nochmals für Ihre Bemühungen.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.01.2007 | 07:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

die zwei Stunden umfassen eben aufgrund des Unsicherheitsfaktors alle Tätigkeiten, so dass mit der Zahlung ALLES abgegolten werden sollte.

Die weitergehende Anfechtung bezieht sich auf weitergehende Ansprüche und mögliche Erklärungen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre schnelle und klare Antwort.

Mit freundlichen Grüssen "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER