Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Balkonanbau i.S.v. § 22 WEG?

| 02.08.2020 20:14 |
Preis: 85,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Bernhard Müller


Sehr geehrte Damen und Herren,
in einer Wohngemeinschaft mit 53 Einheiten möchte ein Miteigentümer an seiner Wohnung unter dem Dachgiebel nachträglich einen Balkon anbauen. Das Haus wurde 1970 erbaut und mit Errichtung des Hauses erhielten auch nahezu alle Wohnungen einen Balkon.
An der Wand, an der der Balkon angebaut werden soll, befinden sich zwei Satellitenschüsseln der Gemeinschaft, die versetzt werden müssten. Ansonsten kein Balkon, da darunter, baulich nach „unten" versetzt das Satteldach des Nebenhauses angrenzt. Der Balkon soll 3,00m x 1,50m groß sein und die Balkonträger sollen im Mauerwerk verklebt werden.
Bei einer Eigentümerversammlung im Jahre 2002 wurde ein Antrag eines anderen Miteigentümers auf nachträglichen Anbau eines Balkons wegen fehlender qualifizierter Mehrheit abgelehnt.

Fragen:
1. Um welche „bauliche Maßnahme" handelt es sich gem. § 22 Abs. 1 oder Abs. 2 oder Abs. 3 WEG (wichtig für die Abstimmungsmehrheiten)?
2. Der Antragsteller will für alle Kosten aufkommen (Anbau und Folgekosten). Steht dann der Balkon im Sondereigentum?
3. Ist für den Anbau ein Eintrag im Grundbuch, bzw. in allen Grundbüchern notwendig?
4. Muss die Teilungserklärung geändert werden?
5. Könnten für die neue Balkonfläche auch anteilig Betriebs- und Objektkosten erhoben werden?
6. Hätte der abgelehnt Antragsteller aus 2002 nicht dann erneut die Möglichkeit im Rahmen der Gleichbehandlung einen Antrag einzubringen?


Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen
Fragesteller

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu 1. Es handelt sich um eine bauliche Veränderung nach Absatz 1. Diese bedarf eines einstimmigen Beschlusses. Ein Mehrheitsbeschluss wird jedoch wirksam, wenn er nicht innerhalb der Monatsfrist angefochten wird.

Zu 2.Im Sondereigentum steht nur die Balkonfläche. Die Balkonbrüstung ist nach § 5 Absatz 2 WEG zwingend Gemeinschaftseigentum.

Zu 3. Nein.

Zu 4. Nein.

Zu 5. Diese Kosten werden nach § 16 WEG nach den Miteigentumsanteilen aufgeteilt. Die Miteigentumsanteile ändern sich nicht. Durch den Balkon entstehen auch keine zusätzlichen Betriebskosten, die eine abweichende Kostenaufteilung nach § 16 Absatz 3 WEG rechtfertigen, also nein.

Zu 6. Der abgelehnte Antragsteller kann auch unabhängig von dem neuem Bauvorhaben in jeder Eigentümerversammlung einen neuen Antrag stellen oder seinen bereits abgelehnten Antrag wiederholt stellen. Er hat jedoch keinen Anspruch darauf, dass die anderen Eigentümer ihr Abstimmungsverhalten ändern. Diesen Anspruch hat er selbst dann nicht, wenn dem neuen Bauvorhaben zugestimmt wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2020 | 15:55

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung.
Nachfrage:
Einstimmiger Beschluss: Was heißt „einstimmig? Wer ist gemeint? Alle Miteigentümer=Allstimmigkeit? Nur von denen, die im selben Hauseingang wohnen? Oder von jedem Miteigentümer, der sich an der optischen Veränderung einfach „nur" gestört fühlt (fühlen kann)? Oder von allen, die an der Eigentümerversammlung teilnehmen?
Es gibt eben noch keinen angebauten Balkon bei dieser WEG, aber noch viele andere Wohnungen ohne Balkon. Entstünde ein Präzedenzfall?

Mit freundlichen Grüßen
Fragesteller.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.08.2020 | 16:10

Sehr geehrter Fragesteller,

einstimmig bedeutet, dass die Zustimmung aller Eigentümer erforderlich ist, die an der Eigentümerversammlung teilnehmen und zwar unabhängig davon, ob deren Wohnung im gleichem Haus oder in einem anderen Haus der Anlage liegt.

Ein Präzedenzfall würde nicht entstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 05.08.2020 | 09:59

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antworten des Rechtsanwaltes waren sehr kompetent und haben mir sehr weitergeholfen. Was mich auch sehr freut, ist der Umstand, dass meine Fragen sehr schnell noch am selben Abend beantwortet wurden. Auch die Nachfrage wurde sehr schnell erledigt.
Vielen Dank. "