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Balkonanbau

| 20.10.2010 18:36 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Hallo
Ich wohne in Baden-Württemberg ,ein Balkonanbau wird nach § 34 BauGB errichtet.Laut Lageplan wird der Balkon wie folgt erstellt:Von meiner Grundstücksgrenze ist der Abstand zum Balkonanfang
2,50m, die Länge des Balkons ist mit 4,60m eingezeichnet und die
Tiefe mit 3m. Zum Nachbargrundstück beträgt der Abstand 2,90m.Die Abstände zu den Nachbargrundstücken sind korrekt.
Der Balkon befindet sich im 1.OG. Was mich daran stört ist die Tiefe des Balkons der 3m in den Hof hineinragt. In unserer Stadt habe ich noch keinen Balkon gesehen der 3m tief ist.Nach Rücksprache mit dem zuständigen Bauamt wurde mir dies so erklärt
Die Bemessung der Abstandsflächen § 5 der LBO - Vorbauten Balkone usw dürfen nicht breiter als 5m ,nicht mehr als 1,5m vortreten, und von den Nachbargrenzen mindestens 2m entfernt sein,werden in diesem Bauvorhaben nicht berücksichtigt. Fakt ist, der Balkon wird genauso genehmigt wie im Lageplan eingezeichnet.
Meine Frage: Darf ein Balkon 3m ab Hauswand in den Hof hineinragen?
Vielen Dank
.

Sehr geehrter Fragesteller:

gerne beantworte ich Ihre Fragen ich auf Grund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:

Wenn ich Sie richtig verstehe, ist der Balkon mit 3 m Tiefe genehmigt worden, obwohl gem. LBO nur 1,5 m zulässig wären.

Bis zu einer Tiefe von 1,5 m handelt es sich um ein sog. untergeordnetes Bauteil, darüber nicht mehr.

Der VGH Baden-Württemberg (vom 30.10.1985 BRS 44, Nr. 102) hat entschieden: Treten Bauteile oder Vorbauten (der Balkon ist ein solcher) weiter als 1,5 m – und sei es nur geringfügig – vor einer Aussenwand vor, so sind die Abstandsflächen für den gesamten Vorbau und nicht nur für den Teil, der 1,5 m übersteigt, einzuhalten.

Demnach wäre hier (weil 1,5 m überschritten sind) als Grenzwand das Balkonende (und nicht die Hauswand), dass nach Ihren Angaben etwa 3 m von der Hauswand entfernt ist, massgeblich.

Wenn der Abstand von Ihrer Grundstücksgrenze zur Balkonspitze dann nur 2,90 m beträgt, wäre der notwendige Grenzabstand von 3 m nicht eingehalten und Sie könnten eine Reduzierung verlangen.

Grundsätzlich ist Ihre Frage also dahingehend zu beantworten, dass ein Balkon 3 m in den Hof hineinragen darf, wenn dann der gesetzliche Grenzabstand immer noch eingehalten wird.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2010 | 12:40

Hallo Herr Zürn
vielen Dank für Ihre Antwort.Leider verstehe ich das mit dem gesetzlichen Grenzabstand und den Abstandsflächen nicht so richtig. Der Grenzabstand von meiner Grundstücksgrenze zur Balkonspitze ( was ist das) beträgt 2,50m. Die 2,90m Grenzabstand betrifft den gegenüberliegenden Nachbar. Ich habe noch die Möglichkeit gegen dieses Bauvorhaben Widerspruch einzulegen.Es gibt keinen Bebauungsplan da diese Häuser alle vor ca 80 Jahren gebaut wurden.
Danke für eine Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2010 | 12:50

Sehr geehrter Fragesteller:

besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Mit Balkonspitze ist gemeint der Punkt, der am weitesten von der Hauswand entfernt ist.

Um es vielleicht anders zu erklären: Ist der Balkon breiter als 1,5m (wie hier), zählt für den Grenzabstand nicht die Hauswand sondern der vorderste Punkt des Balkons als sozusagen virtuelle Hauswand. Von dieser virtuellen Hauswand aus wäre dann der Grenzabstand zu berechnen.

Da kein Bebauungsplan existiert, sind die gesetzlichen Grenzabstände massgeblich.

Mit 2,5 m von Ihrer Grenze zum Balkon ist der Grenzabstand nicht eingehalten und Sie können rechtliche Massnahmen ergreifen, z.B. Widerspruch.


Ihnen kann ich nur raten, den gesamten Vorgang durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl prüfen lassen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet würde.

Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können, andernfalls müssten Sie nochmals melden.


Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27.10.2010 | 18:42

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Vielen Dank"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.10.2010 4,6/5,0
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