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Balkon wird zum Esszimmer

| 09.05.2013 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Guten Tag,

meine Familie und ich bewohnen ein freistehendes Einfamilienhaus aus Holz im Süden BW.
An diesem Haus befindet sich ein Balkon mit den Maßen 3,60 m x 3,30 m. Dieser Balkon soll jetzt zum Esszimmer umgebaut werden. Es wird ein neuer Boden gesetzt in den gleichen Maßen wie der Balkon schon war.
Der Balkon ist überdacht. Es wird eine Brüstung mit 90 cm Höhe gesetzt und anschließend wird der Balkon auf dieser Brüstung mit Fenster verglast.

Danach wird die Balkontüre, welche zum Wohnzimmer geht entfernt und eine Wand zur Küche wird ebenfalls heraus gebrochen um einen großen Wohnraum von ca. 45 qm zu erreichen.

Ist hierfür eine Baugenehmigung erforderlich? Ist das Vorhaben anzeigefrei?

Danke für Ihre Bemühungen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Für sämtliche Bauvorhaben, die von der Landesbauordnung BW nicht ausdrücklich als verfahrensfreie Bauvorhaben bestimmt werden , muss ein Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden. Als Bauvorhaben gilt dabei jede Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung.

Die Änderung der baulichen Anlage eines Wohngebäudes von einem Balkon in einen Teil eines Esszimmers stellt eine Nutzungsänderung dar und ist im Regelfall genehmigungspflichtig und bedarf einer Baugenehmigung.

Nur in zwei Fällen ist gemäß § 50 Abs. 2 der Landesbauordnung BW eine Nutzungsänderung verfahrensfrei:

1. Für die neue Nutzung gelten keine anderen oder weitergehenden Anforderungen als für die bisherige Nutzung.

2. Durch die neue Nutzung wird zusätzlicher Wohnraum in Wohngebäuden geringer Höhe im Innenbereich geschaffen.

Die Ausnahme gem. Ziffer 1. ist nicht gegeben, da die Statik eines Balkons eine völlig andere ist, als diejenige eines Wohnraums, also eines Esszimmers.

Die Ausnahme gem. Ziffer 2. ist nur dann gegeben, wenn Ihr Haus zu den Wohngebäuden geringer Höhe zählt.

Nach § 2 Abs. 5 Landesbauordnung BW sind
Gebäude geringer Höhe, bei denen in jeder Nutzungseinheit in jedem Geschoss mit Aufenthaltsräumen mindestens eine zum Anleitern geeignete Stelle nicht mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt. Gebäude ohne Aufenthaltsräume stehen Gebäuden geringer Höhe gleich.

Da ich annehme, dass Ihr Einfamilienhaus nicht zu den Gebäuden geringer Höhe zählt, ist eine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung Balkon zum Esszimmer erforderlich.

Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.05.2013 | 13:45

Was bedeutet "zum anleitern"? Es handelt sich um ein Holzhaus mit Deckenhöhe 2,30 m. Die Gesamthöhe des Balkons beträgt 2,20 m vom GartenBoden gemessen und die Haushöhe übersteigt nicht die 8 Meter.

Danke vorab

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.05.2013 | 20:50

Sehr geehrte Fragestellerin,

zwar fällt Ihr Einfamilienhaus offensichtlich unter dem Begriff der geringen Höhe, jetzt in § 2 Abs. 4 Landesbauordnung BW in Gebäudeklassen 1-3 eingeordnet. Jedoch gilt die Ausnahme, nämlich dass keine Baugenehmigung erforderlich ist, nur dann, wenn zusätzlicher Wohnraum im Innenbereich des Gebäudes (§ 50 Abs. 2 Nr. 2 Landesbauordnung BW)geschaffen wird. Ein Balkon zählt jedoch nicht zum Innenbereich, sodass die Ausnahmeregelung entfällt und eine Baugenehmigung leider für die Nutzungsänderung erforderlich ist.

Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.05.2013 | 23:55

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