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Bald Rentner: Krankenversicherungsart & Beitragszuschuss

| 06.03.2011 19:28 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Guten Tag,
ich (derzeit gesetzlich sozialversichert) bin derzeit in der passiven Phase einer betrieblichen Altersteilzeit und werde ab dem 01.04.2011 Rentner.
Leider habe ich aufgrund einer langjährigen Selbständigkeit zu Beginn meines Erwerbslebens nun um wenige Monate die Möglichkeit zur Versicherung in der KVdR verpasst (zu den 90% der 2. Hälfte der Erwerbsphase fehlen ca. 6 Monate). Da meine Rentenbezüge (gesetzliche Rente und Betriebsrente), trotz phasenweise hoher Arbeitseinkünfte oberhalb der BBG als Angestellter, nun ab April nicht sonderlich hoch ausfallen, prüfe ich derzeit Möglichkeiten zur Krankenvers.-Beitragsentlastung in der Rentenphase. Meine Fragen dazu:

1. Kann/muss ich mich also ab Rentenbeginn ab April nun privat oder (sog. „freiwillig"?) gesetzlich versichern?
2. Ich habe gelesen, dass ich für den Fall einer privaten Krankenversicherung oder freiwilligen gesetzlichen Weiterversicherung trotzdem einen Zuschuss beantragen kann. Ist das richtig und bei welcher Stelle?
3. Praxisfrage: Reicht es für den Beitragszuschuss, zuerst die Neuversicherung als Rentner per 01. April zu veranlassen und danach den Zuschuss zu beantragen oder muss ich noch schnell vor dem 01.04. den Versichertenstatus in irgendeiner Weise ändern und den Beitragszuschuss vorher beantragen?
4. Wie hoch fällt der Beitragszuschuss dann aus, wenn ich den Basistarif für Rentner bei einer privaten Krankenversicherung für ca. 600,- EUR im Monat wähle, falls das überhaupt geht (sh. dazu Frage 1)?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt beantworten:

1.
Da Sie aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung aller Voraussicht nach nicht pflichtversichert in der KVdR sein werden, kommt für Sie grundsätzlich die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse in Betracht. Hierbei ist erforderlich, dass Sie unmittelbar vor Antragstellung 12 Monate GKV versichert waren oder in den letzten 5 Jahren mindestens 24 Monate GKV versichert waren. Der Beitritt in die freiwillige GKV sollte dann innerhalb der gesetzlichen 3 Monatsfrist nach Beendigung der Pflichtversicherung als Erwerbstätige gegenüber der Krankenkasse erklärt werden. Auf die Beitragsberechnung werden sodann alle Einnahmen angerechnet (wie z.B. Mieteinnahmen, Zinseinnahmen).
Daneben besteht dann auch alternativ die Möglichkeit einer privaten Krankenversicherung ab Eintritt in die Rente, da Sie nicht mehr pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Welche Option für Sie die beste bzw. kostengünstigste ist, können Sie bei den verschiedenen Anbietern durch entsprechende Vergleichsrechnungen erfragen.


2.
Es ist richtig, dass Sie sowohl bei der freiwilligen GKV als auch als privatversicherte Rentnerin einen entsprechenden Zuschuss zu den zu zahlenden Krankenkassenbeiträgen beantragen können. Diesen Antrag auf Bezuschussung der Krankenkassenbeiträge stellen Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger. Bei der freiwilligen GKV beträgt der Zuschuss allgemein die Hälfte des allgemeinen Betrags, der sich aus der Anwendung des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes der Krankenkassen auf den Zahlbetrag der Rente ergibt. Für private Krankenversicherungen liegt der Zuschuss grundsätzlich die Hälfte des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes der GKV, höchstens jedoch 50 % des Krankenversicherungsbeitrages. Grundsätzlich wären Sie als privatversicherte Renterin diesbezüglich nicht schlechter gestellt. Der Zuschussantrag ist rechtzeitig zu stellen, um den Zuschuss mit der ersten Rentenzahlung zu erhalten, ansonsten erfolgt er erst im Antragsmonat.

3.
Für den Beginn des Beitragszuschusses ist es wichtig, dass er rechtzeitig beantragt wird. Hierfür sollten Sie den Antrag auf Zuschuss bis zum Ende des 3. Kalendermonats nach Ablauf des Monats stellen, in dem Sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, ansonsten beginnt der Zuschuss erst mit dem Antragsmonat. Bei Hinterbliebenenrenten würde ggf. der Zuschuss längstens rückwirkend für 12 Kalendermonate vor dem Monat, in dem er beantragt wurde, gezahlt.
In der Regel ist es ratsam, den Antrag auf Zuschuss zur Krankenversicherung zusammen mit dem Rentenantrag bei dem Rentenversicherungsträger zu stellen. Ansonsten sollte dies von Ihnen aus den oben genannten Gründen schnellstmöglich nachgeholt werden.

4.
Eine konkrete Zuschussberechnung ist problematisch hier durchzuführen, da weitere Angaben erforderlich wären. Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 15,5 %. Grundsätzlich ist der Zuschuss so hoch, wie dieser entsprechend vom Arbeitgeber zu zahlen wäre. Eine verbindliche Berechnung des zu erwartenden Zuschusses wird aber vom Rentenversicherungsträger ausgeführt werden können.
Die Beiträge zur (privaten) Krankenversicherung tragen Sie und der Rentenversicherungsträger zunächst hälftig. Der Zuschuss wird in Höhe des halben Betrages geleistet, der sich nach der Anwendung des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes aller gesetzlichen Krankenkassen auf den Rentenzahlbetrag ergibt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffen. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste rechtliche Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts leisten kann. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Rückfrage vom Fragesteller 06.03.2011 | 22:09

Vielen Dank schon mal für Ihre hilfreiche Antwort. Eine Verständnisfrage ergibt sich für mich allerdings noch zu der Berechnungsgrundlage im Punkt 4, unabhängig von meinen konkreten Zahlen, wie Sie richtig anmerken:

Der Versicherungsträger zahlt also analog einem fiktiven Arbeitgeber praktisch 50%(im Betrieb sind es m.W. derzeit fast hälftig 7,3% von 15,5% GKV gesamt) als Zuschuss. Bedeutet dies also der Rentenvers.-Träger zahlt zukünftig quasi pauschal auch 50% meines z.B. privaten KV-Versicherunsgbeitrags oder handelt es sich um einen dann evtl. deutlich niedrigeren Festbetrag, der nach einer Formel in dieser Art berechnet wird:

Variante a) "AG-Zuschussbeitragssatz (z.B. 7,3%) X Durchschnittsrenten der BRD (z.B. in 2011)"
oder
Variante b) "AG-Zuschussbeitragssatz (z.B. 7,3%) X meine persönliche Rente (gesetzliche + betriebliche Rente oder nur meine gesetzliche Rente?)"

Bei einem niedrigen Rentenniveau würde diese Festzuschussvariante dann ja einen hohen GKV oder PKV-Beitrag deutlich weniger lindern als die obigen ca. 50% pauschal. Daher ist dieses Detail bzw. die Formel für die Berechnungsgrundlage der Zuschusshöhe von entscheidender Bedeutung für mich. Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.03.2011 | 08:38

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:

Der Beitragszuschuss für privat versicherte Rentner beträgt die Hälfte des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes der GKV aus der gesetzlichen Rente, höchstens jedoch 50% des Beitrages zur Krankenversicherung. Es erfolgt damit nicht pauschal eine 50%ige Übernahme der Krankenversicherungsbeiträge. Der Zuschuss wird stets konkret anhand Ihrer persönlichen Situation berechnet unter Berücksichtigung des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes der GKV.

Freiwillig in der GKV versicherte Rentner erhalten die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes der Krankenkasse, bei der die freiwillige Versicherung besteht, vom Rentenversicherungsträger als Beitragszuschuss. Der Beitragszuschuss wird auf die gesetzliche Rente gerechnet bis maximal zur Beitragsbemessungsgrenze. Auch hier wird entsprechend Ihrer konkreten Rente als Berechnungsgrundlage.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen Ihre Nachfrage zufrieden stellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen,

K. Winkler, LL.M. (UOW, Australien)
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.03.2011 | 11:40

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