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BahnCard 100 Fahrtennachweis - Heimfahrten in Rahmen der doppelten Haushaltsführung


| 28.12.2006 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,

ich habe bezüglich der steuerlichen Behandlung der Mobility BahnCard 100 eine Frage. Hierzu kurz eine Schilderung meiner Situation. Ich arbeite zurzeit in München und pendele am Wochenende nach Frankfurt. Im Jahr 2006 bin ich circa 40-mal nach Frankfurt gependelt. Das Finanzamt München hat mir für die letzten 3 Monate des Jahres 2005 (Beschäftigung in München wurde zum 1. Oktober 2005 begonnen) die doppelte Haushaltsführung (noch ledig) und die Heimfahrten anerkannt. Jetzt überlege aus Kostengesichtspunkten und aufgrund der Bequemlichkeit eine BahnCard 100 zu erwerben. Da das Finanzamt jedoch immer einen Nachweis für die Fahrten in Form der Fahrkarte fordert, bin ich mir nicht sicher wie die steuerlichen Regelungen der BahnCard 100 sind. Mit der BahnCard 100 besteht leider keine Möglichkeit einen Nachweis über die zurückgelegten Strecken anzugeben, da sie lediglich dem Schaffner vorgezeigt wird. Also kann ich theoretisch, nicht wie bisher, die Nachweise über die einzelnen Heimfahrten erbringen. Wie wird daher die BahnCard 100 aus steuerlichen Gesichtspunkten behandelt? Gibt es von der Finanzverwaltung hierzu bereits eine Stellungnahme? Ich habe gehört, dass neben der neuen Anwendung der Kilometerpauschale (erst ab dem 21. Km) Kosten für Zeitkarten nicht mehr angesetzt werden können. Fällt die BahnCard 100 unter die Kategorie einer Zeitkarte?

Falls das Finanzamt die BahnCard 100 nicht anerkennt, würde ich nämlich weiter vorgehen wie bisher und mir für jede Heimfahrt eine Fahrkarte kaufen, damit ich entsprechenden Nachweis über die Heimfahrt besitze.

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage im Voraus.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand der von Ihnen gemachten Angaben und vorgegebenen Fragen sowie des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworte:

Aus Ihren Schilderungen und der Anerkennung der doppelten Haushaltsführung im Jahr 2005 nehme ich an, dass die Voraussetzungen auch in 2006 und 2007 vorliegen (eigener Hausstand außerhalb des Beschäftigungsortes, Übernachtung am Beschäftigungsort). Grundsätzlich sind die Fahrtkosten aus Anlass der wöchentlichen Heimfahrten an Ort des eigenen Hausstands anzuerkennen (§ 9 EStG und R 43 LStR). Dabei sind wöchentlichen Heimfahrten unabhängig vom Verkehrsmitel mit der Entfernungspauschale von 0.30 € abzugsfähig (bei Flugkosten nur die tatsächlichen Kosten).
Bei öffentlichen Verkehrsmitteln haben Sie die Wahlmöglichkeit, d.h. Sie können entweder die durch Beleg nachgewiesenen tatsächlichen Fahrtkosten oder die Entfernungspauschale ansetzen. Als notwendige Fahrtkosten innerhalb der doppelten Haushaltsführung werden nur die tatsächlich durchgeführten Fahrten anerkannt, höchsten jedoch eine Heimfahrt in der Woche. Wenn Sie mit der Bahncard 100 fahren, müssten Sie als die tatsächlichdurchgeführten Fahrten nachweisen, da die Feststellungslast für steuermindernde Tatsachen bei Ihnen liegt. Das bedeutet, dass das Finanzamt Nachweise verlangen kann, dass Sie jede Woche gefahren sind (Glaubhaftmachung). Dies kann durch wöchentliche Aufzeichnung im Kalender, welchen Zug man genommen hat oder durch Familienangehörige am Heimatort geschehen.
Der Jahreshöchstbetrag von 4.500 € für Fahrtkosten gilt bei Heimfahrten nicht.

Ab 2007 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitstätte die Absetzbarkeit der Km erst ab dem 21. Kilometer. Dies gilt für Heimfahrten jedoch nicht. Dort bleibt die Absetzbarkeit nach dem 1. Kilometer, so dass Sie für die Heimfahrten aufgrund der doppelten Haushaltsführung die gesamte Fahrstrecke ansetzen können. Ab 2007 kann nur noch die Entfernungspauschale angesetzt werden, auch wenn die tatsächlichen Kosten durch die Benutzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln höher ist. Eine Günstigerprüfung zwischen Entfernungspauschale und tatsächlich angefallenen Kosten ist nicht mehr möglich.

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Angaben weiterhelfen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

I. v. Cölln, LL. M.
Rechtsanwältin Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 28.12.2006 | 16:09

Sehr geehrte Frau von Cölln,

vielen Dank für Ihre Antwort. Das würde in der Konsequenz für mich bedeuten, dass das Finanzamt einen Nachweis, in Form eines von meinen Eltern und/oder meiner Freundin unterschriebenen Anschriebens, mit einer Auflistung der Heimfahrten akzeptiert und ich den Kaufbetrag in Höhe von 3.300 EUR in meiner Einkommenssteuererklärung 2007 geltend machen kann, oder kann ich den Höchstbetrag der Entfernungspauschale (4.500 EUR)ansetzen, da dieser aufgrund der Anzahl der Heimfahrten rechnerisch überschritten wird?

Nochmals Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2006 | 12:42

Sehr geehrter Fragesteller,

ab dem Jahr 2007 entfällt die Günstigerprüfung für die Fahrtkosten, so dass Sie nur die tatsächlich entstandenen Kosten der Bahncard 100 in Höhe von 3.300 Euro in Anspruch nehmen können. Eine Bestätigung durch die Freundin oder die Eltern, dass Sie jeweils am Wochenende zu Ihrem Lebensmittelpunkt zurückgekehrt sind, ist ausreichend für die steuerliche Anerkennung.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte und wünsche einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen
Ira von Cölln
Rechtsanwältin Steuerberaterin

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