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Bafög bei Praktikum im Ausland


05.07.2005 12:53 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht



Guten Tag,

ich habe folgendes Problem: Ich studiere Internationale BWL (FH), wo 2 Auslandssemester (1 Praxis und 1 Studiensemester) vorgeschrieben sind.
Das Studiensemester im Ausland habe ich bereits erfolgreich in Italien absolviert und dafür auch ganz normal Auslandsbafög bekommen.
Nun möchte ich anschließend mein Praktikum in Afrika bei einer Organisation absolvieren (4 Monate, unentgeltlich). Nun wurde mir mitgeteilt, dass ich weder anspruch auf Inlands- noch Auslandsbafög habe, da Auslandsbafög für ein Praktikum nur gewährt wird, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:
1.) zwingende Voraussetzung zum Praktikum außerhalb Europas durch die Prüfungs- und Studienordnung
2.) Studium einer Weltwirtschaftssprache, die nicht in Europa gesprochen wird
3.) Vorausgehendes Studium in dem gleichen Land
4.) Spezialisierung während des Studiums (z.B. Tropen bei Biologie)

Alle vier Punkte sind bei mir nicht gegeben, ich möchte gerne nach Afrika, da ich später im Beruf in den Bereich Entwicklungszusammenarbeit gehen möchte. Gibt es denn keine Härtefallregelung, die besagt, dass ich wenigstens weiterhin Inlandsbafög bekommen kann? Ich bin ja auch noch an der FH in Deutschland ganz normal immatrikuliert. Außerdem befinde ich mich in der Regelstudienzeit.
Bisher habe ich aufgrund von 5 Geschwister immer recht viel Bafög erhalten und wäre nun finanziell aufgeschmissen...

Stipendien kommen aufgrund der frühen Abreise nicht mehr in Frage, außerdem hat mir das Amt für Inlandsbafög erst vor einer Woche mitgeteilt, dass sie mich nicht fördern können. Der Antrag wurde bereits im Februar gestellt...


Vielen Dank!!

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Situation ist nicht einfach. Für Ihren Fall ist § 5 Abs. 5 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes einschlägig, der wie folgt lautet:

Wird im Zusammenhang mit dem Besuch einer im Inland gelegenen Höheren Fachschule, Akademie oder Hochschule oder mit dem nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3 geförderten Besuch einer in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union gelegenen vergleichbaren Ausbildungsstätte ein Praktikum gefordert, so wird für die Teilnahme an einem Praktikum im Ausland Ausbildungsförderung nur geleistet, wenn die Ausbildungsstätte oder die zuständige Prüfungsstelle anerkennt, dass diese fachpraktische Ausbildung den Anforderungen der Prüfungsordnung an die Praktikantenstelle genügt, und ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sind. Das Praktikum im Ausland muß der Ausbildung nach dem Ausbildungsstand förderlich sein und mindestens zwölf Wochen dauern. Für die Teilnahme an einem Praktikum außerhalb Europas, wird Ausbildungsförderung nur geleistet, wenn eine der in Satz 1 bezeichneten Stellen zusätzlich bestätigt, daß der Aufenthalt außerhalb Europas nach dem Ausbildungsstand besonders förderlich ist. Absatz 2 Satz 4 findet entsprechende Anwendung.

Nach dieser Vorschrift kann BAföG für ein Auslandspraktikum nur gewährt werden, wenn die Hochschule die Ableistung eines Auslandspraktikums fordert und anerkennt, dass der konkrete Praktikumsplatz den Anforderungen der jeweiligen Prüfungsordnung genügt, und wenn das Auslandspraktikum dem Studium förderlich ist. Wenn ein Praktikum außerhalb Europas abgeleistet werden soll, dann gibt es für diese Zeit nur BAföG, wenn die Hochschule zudem bestätigt, dass der Aufenthalt außerhalb Europas nach dem Ausbildungsstand "besonders förderlich" ist. Aus Ihrer Schilderung geht nicht hervor, ob Sie eine solche Bestätigung Ihrer Hochschule bei der Antragstellung vorgelegt hatten.

Nach der zu § 5 Abs. 5 BAföG gehörigen Verwaltungsvorschrift, sind Auslandspraktika wie das von Ihnen geplante insbesondere dann als "besonders förderlich" anzusehen, wenn einer der von Ihnen genannten Punkte vorliegt. Die von Ihnen genannten Punkte sind also nur Beispiele, wann eine "besondere Förderlichkeit" anzunehmen ist, aufgrund derer BAföG zu gewähren ist. Die Mitteilung der Verwaltung, dass nur unter den genannten Umständen BAföG für Auslandspraktika gewährt werden könne, ist also so nicht richtig. Sie müssen allerdings fundierte Argumente vorbringen, weshalb Ihr Fall den von der Verwaltung genannten Fällen gleichzustellen ist. Legen Sie also dar, dass Sie Ihr bisheriges Studium auf eine spätere Berufstätigkeit in der Entwicklungsarbeit ausgerichtet haben, Ihr Berufswunsch also nicht eine plötzliche, aus der Luft gegriffene Laune ist, und dass zur Erreichung dieses Berufsziels nur ein Praktikum im außereuropäischen Ausland in Betracht kommt. Eventuell sollten Sie darüber nachdenken, hierbei einen Rechtsanwalt einzuschalten, da ein solcher sicherlich besser argumentieren kann. Bei geringem Einkommen könnten Sie hierfür Beratungshilfe beantragen, so dass Sie die Tätigkeit des Rechtsanwalts lediglich 10,00 EUR kosten würde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, auch für eine weitergehende Interessenwahrnehmung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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