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Badezimmerrenovierung

15.10.2012 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


09:54

Wir haben vor 3 Monaten das Badezimmer in unserer Eigentumswohnung renovieren lassen. Leider ist von seiten des Fliesenlegers einiges schief gelaufen. Nun steht noch Geld aus und es sind noch viele Arbeiten auszuführen. Einige Gegenstände hat der Fliesenleger sogar definitiv kaputt gemacht. Bei anderen Sachen (Dichtungen) besteht zumindest der Verdacht. Wir haben nunmehr vor 3 Wochen mit Kündigung des Vertrages gedroht, wenn in 14 Tagen (fixes Datum genannt) keine Erledigung der Restarbeiten bzw. Ausbesserung der Fehler erfolgt (per Fax mit Sendebestätigung). Hierauf erfolgte keine Reaktion. Letzte Woche habe ich eine Nachfrist bis diesen Mittwoch gesetzt (Einwurf-Einschreiben und Fax).
Heute habe ich an meine web-mail-Adresse eine Email vom Account der Ehefrau des Fliesenlegers erhalten. Man hätte das Schreiben erst Samstag bekommen (via Abfrage der Sendungsverfolgung kann ich sehen, daß es bereits Donnerstag dort war). Telefonisch habe man uns nicht erreicht (mein Lebensgefährte hatte heute einen Anruf, als er in einer Besprechung war). Wir mögen uns doch bitte zwecks Terminabsprache melden.Telefonat und Mail heute nachmittag.
Mir ist einerseits klar, daß der Fliesenleger morgen und übermorgen theoretisch noch Zeit hat die Arbeiten zu erledigen. Praktisch sind jedoch noch so viele Dinge zu machen, daß dies schon aufgrund von Trocknungszeiten und Umfang der Arbeiten nicht möglich ist. Wir haben jetzt Angst, daß er uns das Bad morgen und übermorgen funktionsunfähig macht (wir wohnen inzwischen dort) um damit Zeit über die gesetzte Frist hinaus zu gewinnen. Es geht auch darum, daß einige Fliesen wieder entfernt werden müssen.
1. Frage: Müssen wir uns überhaupt auf die email und den versuchten Anruf melden ?
Schließlich mußte ich ja auch alles per Einschreiben etc. machen
2. Frage: Können wir bestimmen, welche Arbeiten ausgeführt werden müssen ? Für die beiden Tage gibt es genug offen stehenden Punkte, die keine groben Zerstörungen herbei führen. Falls nein, können wir damit drohen Nutzungsausfall für das Bad geltend zu machen (evtl. Hotelkosten o. ä). Wir wohnnen ja inzwischen in der Wohnung und der Fliesenleger hatte insgesamt über 4 Monate Zeit.
Gibt es Tipps für eine pragmatische Herangehensweise an die Sache ?

15.10.2012 | 22:26

Antwort

von


(1751)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Soweit dieses noch nicht geschehen ist, sollten Sie unbedingt

- alle Mängel/nicht ausgeführten Arbeiten schriftlich auflisten;

- diese fotografisch festhalten;

- und nochmals eine letzte Einigung versuchen.

Eine Kündigung würde ich noch nicht aussprechen, sondern eher mit der (für den Fliesenleger kostenpflichtigen) Einschaltung eines Anwalts drohen oder diesen direkt mit der Sache beauftragen - die Anwaltskosten sind als Verzugsschaden ebenfalls erstattungsfähig.

Dieses ist besser, denn ansonsten müssten Sie sowieso klagen, so dass auch eine Kündigung wenig nützen würde, nur das jemand anders die Sache am Ende die Sache nachbessern würde - der Zeit- und Kostenaufwand ist bei einer Kündigung nämlich nicht zu unterschätzen.

2.
Sie sollten also meine letzte Frist setzen, mit einem Anwalt/mit einer Klage drohen und folgendes geltend machen:

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller zunächst Nacherfüllung verlangen, auch die Erfüllung nicht geleisteter Arbeiten.

Verlangt der Besteller Nacherfüllung, so kann der Unternehmer nach seiner Wahl den Mangel beseitigen oder ein neues Werk herstellen.

Der Unternehmer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

Daneben können Sie Schadens- und Aufwendungsersatz fordern, für bei den Arbeiten entstandenen Schäden und Nutzungsausfall für eine Ersatzunterkunft etc.

Äußerst wichtig ist zunächst wie gesagt die Beweissicherung für diese Ansprüche.

Schreiben Sie dem Fliesenleger, dass dieses seine alleletzte Chance ist und er ansonsten hohe Mehrkosten (für Anwalt, Gericht, für die Erfüllung Ihrer zusätzlichen Aufwendungsersatzansprüche) haben wird, das bewirkt erfahrungsgemäß schon Einiges wie das Einschalten eines Anwalts.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 15.10.2012 | 23:18

Vielen Dank für Ihre Antwort !

Eigentlich sind wir über diesen Punkt ja schon hinaus. Die Mängel bzw. noch nicht erledigten Arbeiten wurden bei den Kündigungsandrohungen detailliert aufgeführt. Letztlich steht noch ein recht hoher Betrag offen, den der Fliesenleger noch von uns zu bekommen hat. Einige Punkte wurden ja schon nachgebessert und waren danach noch schlimmer. Uns wäre es lieber wir zahlen nichts mehr und kündigen den Vertrag. Viele Dinge lassen sich nicht mehr heilen, weil dafür das komplette Bad auseinander genommen werden müsste. Wie soll das auch in der Praxis aussehen ? Die Wohnung ist inzwischen komplett eingerichtet. Wir können keinen Mitarbeiter dieses Unternehmens alleine in der Wohnung lassen. Unser kompletter Jahresurlausb ist schon bei den bisherigen Nachbesserungs-Versuchen aufgebraucht worden. Fraglich ist ja auch, ob vor Gericht die Punkte tatsächlich als so erheblich angesehen würden. Hierzu haben wir bisher sehr unterschiedliche Aussagen. Mit anderen Worten. Ich habe wenig Lust, jetzt da noch mehr zu zahlen und am Ende doch mit den Kompromissen leben zu müssen. Das Unternehmen hat eine Unternehmensform, die es ihm erlaubt, auch ganz schnell mal zahlungsunfähig zu sein.....
Daher wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir noch kurz Antworten auf meine Fragen 1-3 geben würden.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.10.2012 | 09:54

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

1.
Zahlen Sie auf jeden Fall nichts mehr, denn es gilt:
Kann der Besteller die Beseitigung eines Mangels verlangen, so kann er nach der Fälligkeit die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern; angemessen ist in der Regel das Doppelte der für die Beseitigung des Mangels erforderlichen Kosten.

Klar, man müsste dieses einmal schätzen, so dass Sie allenfalls nur eine kleinere Abstandssumme zahlen sollte und dieses unbedingt unter dem ausdrücklichen Vorbehalt der Rückforderung im Verwendungszweck der Überweisung.

2.
Nochmals zu Ihren Fragen:

- Melden müssten Sie sich wie gesagt nicht mehr, wenn Sie keine Einigung wünschen;

- Sie können verlangen, dass alle Mängel beseitigt werden (nach alleiniger Wahl des Unternehmers durch Nueherstellung oder Nachbesserung) und alle noch nicht erledigten Arbeiten erfüllt werden - solange können Sie die Zahlung zurückhalten;

- Bei Kündigung gilt:
Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen.
Kündigt der Besteller, so ist der Unternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt.

Dieses gilt aber nicht, wenn Sie einen außerordentlichen Kündigungsgrund - wie hier in Betracht kommt - haben.

Eines noch:
Bei Streitwerten über 5.000,- € (Mängelbeseitigungskosten, offene Rechnung etc.) benötigen Sie jedenfalls vor Gericht einen Anwalt wegen des geltenden Anwaltszwangs, so dass Sie ggf. erwägen sollten, schon außergerichtlich einen zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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