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Bachelorarbeit


| 11.08.2017 22:26 |
Preis: 25,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Fahrlässige Fehler in einer Bachelorarbeit führen nicht dazu in aller Regel, das diese im Nachhinein zurückgenommen werden kann


Ich habe meine Bachelorarbeit abgegeben und meinen Titel erhalten. E kann sein, dass spätere Arbeiten auf meiner Arbeit aufbauen. Ich stelle mir nun die Frage was passiert, wenn im nachhinein ein Fehler in meiner Arbeit entdeckt wird. Es geht nicht um ein Plagiat oder absichtlichen Täuschungsversuch, sondern darum dass ich z.B eine Formel unabsichtlich falsch aufgestellt habe. Kann mir mein Bachelor dadurch später aberkannt werden?
Ich wäre sehr dankbar über eine hilfreiche Antwort, am besten noch mit einem Nachweis.
Es handelt sich um eine Hochschule in Hessen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei einfachem fahrlässigem Verhalten droht Ihnen nichts, da dieses aller Vorausssicht nach nicht im Nachhinein mehr korrigiert werden kann, anders als eben bei arglistiger Täuschung und so weiter.

Den die Prüfungsbewertung ist eine Momentaufnahme und in dem Zeitpunkt der Bewertung der Arbeit vorzunehmen.

Nur bei vorsätzlicher Täuschung soll das im Nachhinein wieder auch nach längerer Zeit korrigiert werden können, so wie es im Gesetz vorgesehen ist.

Auch wenn andere Arbeiten auf Ihrer Arbeit aufbauen, müssen die anderen Verfasser selbstständig prüfen, ob zum Beispiel Ihre Ergebnisse richtig oder falsch sein.

Das ist dann aber nur zum Nachteil der anderen Verfasser und nicht von Ihnen.

§ 48 Abs. 2 Verwaltungsverfahrensgesetz des jeweiligen Bundeslandes sieht vor, dass das Vertrauen auf den Bestand des Verwaltungsaktes nicht schutzwürdig ist und dieser zurückgenommen werden kann, wenn
derjenige

1.
den Verwaltungsakt durch arglistige Täuschung, Drohung oder Bestechung erwirkt hat;

2.
den Verwaltungsakt durch Angaben erwirkt hat, die in wesentlicher Beziehung unrichtig oder unvollständig waren;

3.
die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes kannte oder infolge grober Fahrlässigkeit nicht kannte.

Das wird hier aber in aller Regel nicht vorliegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2017 | 23:59

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

vielen Dank für Ihre Antwort. Verstehe ich es also richtig, dass lediglich eine absichtliche bzw. arglistige Täuschung zu einem Entzug des Titels führen kann, jedoch keine unbeabsichtigte?
Ich habe im Hessischen Hochschulgesetz folgenden Paragraphen gefunden:

§33a
Entziehung von Graden und Bezeichnungen
Aufgrund dieses Gesetzes verliehene Grade und Bezeichnungen sollen entzogen werden, wenn sie durch Täu- schung erworben wurden oder nach ihrer Verleihung alte oder neue Tatsachen bekannt werden, die ihre Verlei- hung ausgeschlossen hätten.

Unter "alte oder neue Tatsachen" zählen also somit keine unabsichtlichen Fehler?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.08.2017 | 08:25

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen gerne wie folgt:

Ja, das ist richtig. Die Regelungen in der jeweiligen Prüfungsordnung/dem jeweiligen Hochschulgesetz sind vor dem Hintergrund des von mir erwähnten § 48 Verwaltungsverfahrensgesetz erlassen worden. Manchmal nehmen Sie auch nur direkt darauf Bezug.

Mit Tatsachen ist gemeint, dass es hier um solche geht, die zum Beispiel mit der Zulassung zur Prüfung etc. betreffen, also nicht mit Berechnungen und Methoden innerhalb der Bachelorarbeit selbst.
Wenn Sie so wollen, darf ja jede Fahrlässigkeit in der Arbeit selbst nur dazu führen, dass diese hinsichtlich Ihrer Benotung schlechter bewertet wird als andere Arbeiten. Derartige Fehler sind also erlaubt. Werden sie von den Prüfern bei der Benotung nicht erkannt, kann nicht einfach eine neue Benotung vorgenommen werden – im Nachhinein.

Das ginge nur, wenn Sie selbst gegen die Benotung mit Rechtsmitteln vorgehen.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.08.2017 | 08:58


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FRAGESTELLER 12.08.2017 5/5.0
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