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BMW - Motorschaden zwei Wochen nach Werkstattaufenthalt

06.01.2015 00:37 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Hallo,

im Folgenden will ich so ausführlich wie möglich den Vorfall schildern, der sich zugetragen hat.

Das ganze Problem hat damit angefangen, dass ich morgens mit meinem 1er BMW losfahren wollte und noch im Ort die gelbe Motorkontrollleuchte in der Instrumententafel begonnen hat zu leuchten. 100m weiter ist das Auto dann bei 30 km/h einfach ausgegangen.

Ich habe es dann wieder gestartet und bin direkt zu meinem BMW Händler gefahren (sind nur 3-4km). Dort habe ich das Auto 2011 als Jahreswagen mit 19 000 km gekauft. Und seitdem auch alle Reparaturen und Serviceleistungen bis auf einen Ölwechsel dort durchführen lassen. Heute hat das Auto 85 000 km.

Ich habe dem Meister / Service Techniker von dem Problem erzählt. Dieser hat mir dann gesagt, dass er zwar keine Zeit zum Fehler auslesen oder für eine Reparatur hat, er es sich aber mal anschauen würde. Er setzte sich ins Auto, startete den Motor, gab im Leerlauf 3-4 mal Vollgas und sagte mir, dass der Motor gut läuft, normal klingt und ich ohne Bedenken weiterfahren könne und die Kontrollleuchte erst einmal ignorieren kann. Erst nachdem ich ihm deutlich gemacht habe, dass ich mich mit einem solchen Fehler nicht einfach so wegschicken lasse zumal das Auto sogar während der Fahrt ausgegangen ist, was ja keinesfalls normal ist und unter Umständen auch ein Sicherheitsrisiko darstellt. Weiterhin habe ich ihm gesagt dass ich nicht glaube, dass er im Falle eines aus einer Weiterfahrt resultierenden größeren Schaden zu seinen Aussagen stehen würde, wenn es um Kulanz geht.

Jedenfalls ist er daraufhin vorsichtig geworden und hat mir angeboten in einer anderen Filiale des Autohauses anzurufen, um zu fragen, ob ich vorbei kommen kann.

Das hat dann auch recht schnell funktioniert und ich bin mit dem Auto zur ca. 10km entfernten Filiale des gleichen BMW Vertragshändler gefahren.

Dort wurden umgehend die Fehler ausgelesen, das Auto musste dann auf jeden Fall da bleiben.

Nach zwei Tagen kam der Anruf mit der Diagnose Magnetventile müssen getauscht werden und es wird empfohlen einen Ölwechsel mitzumachen, da dieser laut Service überfällig ist und danach wieder alles schön sauber ist und man dann wieder länger Ruhe hat.

Ich habe zugestimmt, alles wurde durchgeführt und ich konnte das Auto nach insgesamt sechs Tagen wieder abholen.

Der Spaß hat mich inkl. Leihwagen 750€ gekostet. Bei der Abholung habe ich vom Meister gesagt bekommen, dass der Motor wieder super läuft, keine Fehler mehr vorhanden sind und ich ohne Bedenken wieder wie gewohnt fahren kann.

Jetzt kommt der Punkt: Zwei Wochen später ist mir das Auto bei 180 km/h auf der linken Spur der Autobahn einfach ausgegangen. Ich habe es irgendwie geschafft ohne Motor, ohne Servolenkung, ohne Elektronik auf die rechte Seite zu rollen.

Danach ging nichts mehr. Ich wurde dann vom ADAC 150km bis zum besagten Autohaus geschleppt und habe mich dort natürlich erstmal beschwert.

Jetzt, vier Tage später der Anruf mit der Diagnose: Motorschaden!!

Es wurden Späne im Öl gefunden, der Motor sitze fest, wohl ein Lagerschaden.

Austauschmotor soll 8500€ kosten.

Das Autohaus will die Kosten nicht übernehmen bzw. es soll keine Kulanz geben, da der letzte Ölwechsel überfällig war.

Ich finde das absolut unverschämt, da für einen BMW 85 000 km keine Laufleistung sein sollte. Dazu kommt der Werkstattaufenthalt, bei dem versichert wurde, dass alles wieder bestens läuft.

Auch finde ich es lächerlich dies auf den überschrittenen Ölwechsel zu schieben, da im Altöl keine Späne gefunden wurden. Im neuen Öl und nach dem Tausch der Magnetventile jedoch schon.

Bedeutet doch unter dem Strich, dass der Motor im "alten" Öl besser lief, als im neuen.

Ich gehe nun davon aus, dass in der Werkstatt Pfusch betrieben wurde. Dafür sprechen meiner Ansicht nach mehrere Dinge.

Ich habe den Fehlerausdruck bei der ersten Diagnose aus der Motorsteuerung gesehen. Darin mehrere Fehler mit Nockenwellensensoren usw... Insgesamt 12 Fehler. Getauscht wurden jedoch nur die Magnetventile und das Öl. In meinen Augen hat das von Anfang an nicht gepasst. Jedoch verlässt man sich dann eben auf die Aussagen der "Fachleute", Wenn es selbst auf mehrfache Nachfrage heißt, es sei alles in Ordnung. Andere Fehler waren Folgefehler oder sporadisch, nichts mehr ist vorhanden.

Wie sieht so etwas rechtlich aus? Kann man in einem solchen Fall, in dem ein Motorschaden unmittelbar nach einem Werkstattaufenthalt auftritt Schadensersatz geltend machen?

Ich bin verzweifelt und danke im Voraus!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Problem bei der Beantwortung Ihrer Frage liegt weniger im juristischen sondern vielmehr im technischen Bereich.

Entscheidend ist die Ursache für den Motorschaden: Kann ein Verschulden der Werkstatt bei der Reparatur Ihres Wagens nachgewiesen werden, dürfte deren Haftung relativ unproblematisch gegeben sein.

Gelingt dieser Nachweis hingegen nicht, so dürften Ihre Chancen auf eine Schadloshaltung sehr gering sein.

Auch wenn ein Motorschaden nach nur 85.000 Km sicherlich sehr ärgerlich, nicht der Normalfall und auch kein Ruhmesblatt für den Hersteller ist, so ist wird es Ihnen ohne ein Verschulden der Werkstatt kaum gelingen, Gewährleistungsansprüche gegen den Händler durchzusetzen, da diese zum jetzigen Zeitpunkt aller Voraussicht nach verjährt sein dürften.

Ansprüche könnten sich dann allenfalls aus etwaigen Zusatzvereinbarungen mit dem Händler oder dem Hersteller selbst ergeben, welche über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehen Ob eine Solche vorliegt, kann ich jedoch von hier aus nicht beurteilen.

Erfolgsaussichten dürften somit aller Voraussicht nach nur dann bestehen, wenn die Ursache für den Schaden in einer unsachgemäßen Reparatur durch die Werkstatt zu finden ist. Die Beweislast hierfür liegt allerdings bei Ihnen.

Sie sollten daher unbedingt und so schnell wie möglich sachverständigen Rat oder gleich eine Begutachtung durch einen Sachverständigen in Anspruch nehmen, um die genaue Ursache für den Motorschaden zu ergründen.

Ihre Schilderungen, wonach im alten Öl keine Späne gefunden wurden, im neuen Öl hingegen schon, könnten auf einen solchen Fehler hindeuten. Dies wird aber nur ein Fachmann beurteilen können (Sie müssen davon ausgehen, dass auch Gerichte keine ausreichenden technischen Kenntnisse haben und sich voll auf die Stellungnahme eines Fachmanns verlassen werden).

Nur wenn ein Verschulden der Werkstatt mit überzeugender Begründung dargelegt werden kann (Fehler bei der Reparatur oder das pflichtwidrige Übersehen eines Defekts), wird ein weiteres Vorgehen sinnvoll sein. Gegebenenfalls wäre noch eine Haftung der ersten Werkstatt denkbar, wenn diese aus fachkundiger dazu hätte raten müssen, dass Auto sofort stehen zu lassen, statt noch weitere 10 Kilometer zur nächsten Filiale zu fahren. Jedoch kann auch die Frage, ob es hierfür Anzeichen gab, letztlich nur von einem Fachmann beurteilt werden.

Die sicherste aber gleichzeitig auch kostspieligste Möglichkeit ist es, sogleich ein gerichtliches Gutachten im Wege eines selbständigen Beweisverfahrens einholen zu lassen (d.h. ein gerichtliches Gutachten ohne Klageerhebung).

Dieser Weg hat gegenüber dem Privatgutachten den Vorteil, dass Sie relativ schnell und auch ohne Klageerhebung ein Ergebnis bekommen, nach welchem sich ein Gericht in den allermeisten Fällen auch bei einem Folgeprozess richten wird.

Aufgrund der hohen Kosten sollten Sie dies am ehesten dann in Betracht ziehen, wenn es konkrete Anhaltspunkte für ein Verschulden der Werkstatt gibt oder eine Rechtsschutzversicherung hierfür aufkommt.

Wie Sie sehen richtet sich die juristische Bewertung zwingend nach der technischen Vorfrage und kann erst nach deren Klärung verlässlich durchgeführt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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