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Azubine fotografieren / filmen

08.06.2021 09:18 |
Preis: 35,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


13:03

Wir sind ein junges Start-Up Unternehmen und leben quasi von Social Media, Medien und Online Marketing. Unsere Azubine im Bereich E-Commerce weigert sich nun, Social Media Aufnahmen zu machen, die andere immer problemlos übernommen haben. Es geht dabei um Fotos mit den Produkten oder kurze Videos für unsere Social Media Präsenz.
Es gibt keinen konkreten Vertrag darüber, allerdings habe ich online gelesen, dass wenn die Tätigkeit regulär in den Job fällt (und das tut sie bei uns mit Social Media Marketing ja eigentlich schon), dass die Videos und Fotos dann regulärer Bestandteil ihres Arbeitsalltags sind und sie damit leben müsste.
Gibt's dazu Urteile?
Wie können wir sinnvoller Weise vorgehen?
Ist es Arbeitsverweigerung, wenn sie die Videos oder Fotos verweigert?

08.06.2021 | 09:52

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich gehe davon aus, dass es einen Berufsausbildungsvertrag gibt, den Sie mir gerne an meine email Adresse zur weiteren Prüfung übersenden können.

Im Berufsausbildungsverhältnis ordnet § 14 III BBiG an

"Auszubildenden dürfen nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind."

Damit ist aber grundsätzlich gemeint, dass es nicht Aufgabe des Auszubildenden ist, etwa private Besorgungen für den Arbeitgeber zu machen oder aber Urlaubsvertretungen machen soll oder aber ständig angehalten wird, die Büros zu putzen.

Soweit die hier angedachte Tätigkeit aber grundsätzlich in den Bereich der Ausbildung fällt, ist es Ihnen als Arbeitgeber im Rahmen des Ihnen zustehenden Direktionsrechtes möglich, der Auszubildenden aufzugeben, die Fotos und Videos zu fertigen, soweit dies keine Dauerlösung darstellt und damit nicht die eigentliche Ausbildung gefährdet ist. Zum Direktionsrecht allgemein hat sich das BAG mehrfach geäußert (etwa: BAG Az. 2 AZR 606/08).

Hiervon gehe ich angesichts Ihrer Schilderungen aber nicht aus.

Ich hoffe, Ihnen hiermit vorab geholfen zu haben und stehe für Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein


Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

Rückfrage vom Fragesteller 08.06.2021 | 12:50

Gilt das auch für Videos, in welchen die Azubine mit sichtbar ist?
Sie plädiert auf das Persönlichkeitsrecht, aber gerade im Online Marketing und E-Commerce gehört es eben dazu, Produkt in die Kamera zu halten oder Videos für Reichweite auf Social Media zu produzieren.
Es ist dabei nicht ihre Hauptaufgabe, gehört aber zum regulären Arbeitsalltag hin und wieder dazu.
Vielen Dank für Ihre Zeit!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.06.2021 | 13:03

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Da hatte ich Sie etwas falsch verstanden.

Soweit die Auszubildende auch auf Fotos oder Videos zu sehen ist, muss hier die DSGVO und das KUG zwingend beachtet werden.

Hier gilt gemäß Art. 6 DSGVO ein sogenannter Erlaubnisvorbehalt. Arbeitgeber benötigen grundsätzlich eine Einwilligung, außer wenn das berechtigte Interesse des Arbeitgebers gemäß Art. 6 Abs. 1 DSGVO überwiegt. Dies beurteilt sich weiter inzident nach den Voraussetzungen von § 23 KUG, wobei beispielsweise keine Einwilligung nötig ist, wenn Personen auf einem Foto nur als Beiwerk erscheinen. Daher ist ohne Zustimmung der Auszubildenden es zwar möglich, dass sie Fotos und Videos macht. Aber auf den Bildnissen und Videos darf sie ohne Zustimmung nicht erscheinen und muss notfalls "gepixelt" werden.

Sollte die Auszubildende minderjährig sein, ist zudem die Einwilligung der Eltern als gesetzliche Vertreter zu Ihrem Schutz ratsam.

Für Rückfragen stehe ich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein

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