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Azubi wird auf Arbeit gemobbt - kann er sich bis zur Prüfung krank schreiben lassen?

12.05.2011 09:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


10:44
hallo,
ich bin(azubi) jetzt 8 wochen vor meiner mündlichen prüfung also vor ausbildungsende, aber ich werde auf arbeit gemobbt, ist es da rechtens wenn ich die 8 wochen krank geschrieben bin? kann mir mein chef da was? kann er mich kündigen?

lg
12.05.2011 | 09:30

Antwort

von


(736)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller (in),
Ihre Anfrage(n) möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt beantworten:

Eine Kündigung des Ausbildungsverhältnisses ist nach § 22 II Nr.1 Berufsbildungsgesetz ( BBiG ) nach Ablauf der Probezeit nur aus wichtigem Grund möglich.

Eine eintretende Krankheit wird als ein solch wichtiger Grund in der Regel nicht anzuerkennen sein, so dass das Risiko einer Kündigung eher gering sein solle.

Selbstverständlich wäre eine "vorgeschobene Krankheit" aber ein wichtiger Grud für eine Kündigung, was wohl keiner Erwähnung bedarf.

Sie sollten ausserdem bedenken, dass eine achtwöchige Abwesenheit und anschliessende Teilnahme an der Prüfung gewisse Vorbehalte beim Ausbildungsbetrieb wecken dürfte und sich dies womöglich auf Ihr Ausbildungszeugnis auswirken wird.

Ich empfehle Ihnen daher, die doch schon absehbare Zeit möglichst durchzustehen und die Ausbildung vernünftig zu beenden.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen einen hilfreichen rechtlichen Überblick verschafft und die aufgeworfenen Fragen damit zufriedenstellend beantwortet zu haben. Bitte beachten Sie, dass es sich hier lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt, die eine umfassende Prüfung der Sach- und Rechtslage unter Vorlage der betreffenden Unterlagen nicht ersetzen kann und soll.


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 12.05.2011 | 09:38

hallo nochmal,
also mit dieser aussage:
"Selbstverständlich wäre eine "vorgeschobene Krankheit" aber ein wichtiger Grud für eine Kündigung, was wohl keiner Erwähnung bedarf."
meinen sie damit das er mich kündigen kann, oder wie soll ich das verstehen...

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.05.2011 | 10:44

Wenn Ihr Arbeitgeber erfährt und belegen kann, dass Sie tatsächlich nicht krank waren und eine Krankheit wahrheitswidrig vorgeschoben haben, um nicht zum Dienst erscheinen zu müssen, könnte er Sie natürlich fristlos kündigen, da dies ein grober Verstoß gegen den Ausbildungsvertrag darstellen würde.

ANTWORT VON

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