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Azubi-Vertrag


14.09.2005 22:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich habe ein Frage zur Auflösung eines Ausbildungsverhältnisses, das am 1.9 begonnen hat. Ich bin mit der Wahl unzufrieden, weil sich die wirtschaftliche Situation des Unternehmens anders darstellt, als mir bei der Bewerbung glaubhaft gemacht wurde. Da ich stattdessen zum Wintersemester noch ein Studium beginnen möchte, will ich mein Ausbildungsvertrag auflösen. Mein Azubi-Vertrag scheint mir standartartig zu sein, doch ich habe ihn vorsichtshalber angehängt.

1) Muss ich irgendwelche Schadensersatzforderungen erwarten, wenn ich innerhalb der Probzeit (3 Monate) kündige??
2) Darf ich ein Studium der Betriebs- oder Volkswirtschaft ergreifen, wenn ich derzeit als Industriekaufmann (also eine fachähnliche Ausbildung) ausgebildet werde? Meine Frage bezieht sich auf Stichpunkt 2.b) des unteren Vertragsausschnittes.
Oder bestehen Schadensersatzansprüche für den Betrieb generell erst nach der Probezeit?
3) Wie sollte ich die Kündigung ablaufen lassen, damit mir keine unterhaltsrechtlichen Nachteile gegenüber meinen Eltern entstehen? Ist es sinnvoller, wenn ich eine kündigung durch den Betrieb (unhöflich sein, zu spät kommen) provoziere? Oder wäre das eher ein Eigentor, wenn im Kündigungsschreiben derartiges genannt werden würde? Wird überhaupt nach 2 wöchiger Arbeit ein Arbeitszeugnis erstellt?
4) Wie läuft eine Kündigung in der Probezeit ab. Würde man mir einfach meine Papiere (Lohnsteuerkarte etc.) aushändigen oder würde eine formale Kündigung in Vertragsform erfolgen? Welche Arten der Beendigungen von Lehrverhältnissen in der Probezeit gibt es und welche wäre im Anbetracht der ersten 3 Frage ihrer Meinung nach am sinnvollsten?



§8- Kündigung
1. Kündigung während der Probezeit
Wahrend der Probezeit kann das Berufsausbildungsvertiältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfnst und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.
2. Kündigungsgründe
Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverjiältnis nur gekündigt werden,
a) aus einem wichtigen Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist,
b) vom Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will.
3. Form der Kündigung
Die Kündigung muss schriftlich, im Falle der Nr. 2 unter Angabe der Kündigung~ründe erfolgen.
4. Unwirksamkeit einer Kündigung
Eine Kundigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zu Grunde liegenden
Tatsachen dem zur Kundigung Berechtigten länger als 2 Wochen bekannt sind. Ist ein Schlichtungsverfahren gem. § 10 eingeleitet, so wird bis zu dessen Beendigung der Lauf dieser Frist gehemmt
5. Schadensersatz bei vorzeitiger Beendigung
Wird das Berufsausbildungsverhaltnis nach Ablauf der Probezeit vorzeitig gelöst, so kann der Ausbildende oder der Auszubildende Ersatz des Schadens verlangen, wenn der andere den
Grund für die Auflosung zu vertreten hat. Das gilt nicht bei Kündigung wegen Aufgabe oder Wechsels der Berufsausbildng (Nr. 2 b). Der Anspruch erlischt, wenn er nicht innerhalb von
3 Monaten nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses geltend gemacht wird.
6. Aufgabe des Betriebes, Wegfall der Ausbildungseignung
Bei Kundigung des Berufsausbildungsverhältnisses wegen Betriebsaufgabe oder wegen Wegfalls der Ausbildungseignung verpflichtet sich der Ausbildende, sich mit Hilfe der Berufs-
beratung des zustandigen Arbeitsamtes rechtzeitig um eine weitere Ausbildung im bisherigen Ausbildungsberuf in einer anderen geeigneten Ausbildungsstätte zu bemühen.
7. Weiterarbeit
Wird der Auszubildende im Anschluss an das Berufsausbildungsverhältnis beschäftigt, ohne dass hieruber ausdrucklich etwas vereinbart worden ist, so gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als begründet

14.09.2005 | 22:54

Antwort

von


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63450 Hanau
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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dankf für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Sie können ohne mögliche negative Konsequenzen das Ausbildungsverhältnis kündigen. Da Sie in der Probezeit sind, gilt folgendes:

Das Ausbildungsverhältnis kann jederzeit ohne Einhaltung einer (ordentlichen) Kündigungsfrist und ohne Angaben von Gründen schriftlich gekündigt werden (§ 15 Abs. 1 und 3 BBiG).
Sollten Sie allerdings erst nach der Probezeit kündigen wollen,
können Sie dies mit einer Frist von vier Wochen, wenn Sie die Ausbildung aufgeben oder sich einer anderen Ausbildung zuwenden wollen (vgl. § 15 Abs. 2 BBiG). In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass es sich bei einem Studium um eine andere Ausbildung handelt und Sie ferner die Ausbildung zum Industriekaufmann aufgeben. Bei einer Berufsausbildung und einem Studium handelt es sich um ganz verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten.

Ferner müssen Sie aufgrund Ihre getroffen Ausbildungswahl mit keinen Schadensersatzforderungen rechnen. Es nun mal im Leben so, dass man erst zu einem späteren Zeitpunkt den für sich besseren Ausbildungsweg erkennt. Es kann Ihnen hierdurch kein Nachteil entstehen, zumal Sie auch unter dem Schutz des Berusfausbildungsgesetztes stehen. Ich rate Ihnen daher, ordentlich zu kündigen und nicht durch irgendwelche Maßnahmen, eine außerordentliche Kündigung hervorzurufen; schließlich haben Sie einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, das wohlwollend ausfallen sollte. Kündigen Sie schriftlich das Ausbildungsverhältnis, Ihr Arbeitgeber wird Ihnen dann Ihre Papiere aushändigen.

Wenn Sie also kündigen, haben Sie aufgrund Ihres Verdienstausfalles und der Aufnahme eines Studiums wieder Anspruch auf Unterhalt gegenüber Ihren Eltern. Ihre Eltern wiederum können dann Kindergeld bis zu Ihrem 27. Lebensjahr bekommen und Kinderfreibeträge geltend machen.


Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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