Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
507.303
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Autoverkauf Internet

13.01.2015 21:06 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Hallo,

ich habe am 07.01. meinen Wagen ( Suzuki Swift ) bei Mobile.de eingestellt und bekam innerhalb von wenigen Minuten einen Anruf eines Händlers, der den Wagen " wie bei Mobile eingestellt" kaufen wollte. Im Inserat wurde von mir auf Mängel hingewiesen wie Austausch der Stoßdämpfer, Delle am Heck und das Reifen erneuert werden müssen. Ich habe recht lange wegen eines finanziellen Engpasses keine Inspektion durchführen lassen und kenne mich nicht so gut mit Autos aus, um genaue Schäden beurteilen zu können. Der Händler handelte sehr geschickt den Preis von 2850 auf 2200 Euro herunter und vereinbarte eine Abholung am Mittwoch den 14.01. Am darauffolgenden Wochenende ist mir aufgefallen, das die Abgaskontroll Leuchte leuchtet. Dieses habe ich daraufhin gleich am Montag 12.01. prüfen lassen und es wurde festgestellt das der Katalysator getauscht werden muss, was ich dem Händler abends gleich per Email mitteilte. Diese Reparatur würde etwa 1200 Euro betragen. Daraufhin erhielt ich eine recht böse Email, das ich den Schaden entweder beseitigen lassen muss oder er aber für 1500 Euro den Wagen ankaufen würde. Falls ich nicht einverstanden wäre, würde er seinen Anwalt einschalten. Diesen Mangel konnte ich als "Nicht Mechaniker" gar nicht festellen, da das Auto auch ganz normal gefahren ist. Wie verhält es sich? Bin ich verpflichtet, den Mangel zu beseitigen? Oder muss ich mit dem Kaufpreis runtergehen, falls ich es nicht machen lasse?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass Sie vor der Entdeckung des neuen Schadens den Kaufvertrag schon geschlossen hatten. Wenn nicht, teilen Sie dieses mir mit, dann antworte ich Ihnen ergänzend.

Soweit Sie nicht die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen haben, haften Sie wie folgt:

Vorrangig hat der Käufer einen Anspruch auf Nachbesserung, bevor zum Rücktritt oder einer Minderung des Kaufpreises übergehen kann.

§ 446 BGB - Gefahr- und Lastenübergang - regelt zudem

"Mit der Übergabe der verkauften Sache geht die Gefahr des zufälligen Untergangs und der zufälligen Verschlechterung auf den Käufer über."

Dem zugrunde liegt die Überlegung, dass die Gefahr diejenige Partei treffen sollen, die die Sache in ihrer Obhut, also in Ihrem unmittelbaren Besitz hat.

Ist der Untergang oder die Verschlechterung vom Käufer zu vertreten, gilt jedoch nichts anderes, als wenn es zufällig ein getreten wäre.

Sie haften eben leider auch für eine zufällige Verschlechterung.

Versuchen Sie sich ggf. mit dem Käufer auf einen neuen Preis zu einigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.01.2015 | 14:34

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

Im Inserat wurde darauf hingewiesen, das es sich um einen Privatverkauf ohne Gewährleistung handelt.
Zudem wurde die Abholung lt. Händler für heute festgehalten. Er schrieb


Sehr geehrter Herr Tischer,
hiermit bestätigen wir verbindlich den Kauf des Suzuki Swifts wie in mobile.de inseriert, jedoch zu einem Preis 2200,--€
Abholung am 14.01.2015
Adresse: 60437 Frankfurt, Unterer Kalbacherweg 39

Wir bitten um verbindliche Bestätigung, da wir das Fahrzeug für unseren Kunden kaufen.

Nun möchte er das Fahrzeug erst am 19.01. zu einem Preis von 1600 Euro abholen. Ich habe dies aber noch nicht bestätigt. Wie kann ich hier vorgehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.01.2015 | 15:41

Sehr geehrter Fragesteller,

ich danke für die weiteren Informationen und beantworte Ihre Nachfrage gerne wie folgt:

Soweit Sie also die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen haben, haften Sie nur wie folgt:

§ 444 BGB Haftungsausschluss:
"Auf eine Vereinbarung, durch welche die Rechte des Käufers wegen eines Mangels ausgeschlossen oder beschränkt werden, kann sich der Verkäufer nicht berufen, soweit er den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat."

Beides ist nicht der Fall, die Haftung entfällt mithin.

§ 446 lässt sich auch anders vereinbaren.

Das ist hier meines ersten Erachtens nach geschehen, indem Sie nämlich die Gewährleistung für Mängel insgesamt ausgeschlossen haben und damit den § 446 BGB gleich mit. Diese Argumentation lässt sich vertreten, auch wenn der Verkäufer anderer Ansicht sein wird.
Ich meine aber, dass war sein Risiko.

Sie sollten daher die Minderung damit abwehren bzw. allenfalls 350,- € nachlassen, um den Fall nicht ausufern zu lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65998 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sachlich Kompetente Beratung. Prompte Erledigung der Angelegenheit, auch mit Rückfrage. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Kurz aber präzise Antwort innerhalb kurzer Zeit. Mehr als zufrieden mit der Arbeitsweise. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach super! ...
FRAGESTELLER