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Autounfall, fahrlässige Körperverletzung, Stafbefehl Höhe gerechtfertigt?


26.11.2009 19:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,

am 20.09.09 verursachte ich einen Verkehrsunfall. Ich wollte auf eine Hauptstraße nach links abbiegen und übersah dabei das von links kommende Auto.
Bei beiden Autos entstand ein Totalschaden.
Leider wurden beide Insassen des anderen Autos leicht verletzt. So erlitt die Fahrerin eine Fraktur des linken Mittelfußknochens (mehrere Wochen krankgeschrieben). Der Beifahrer erlitt eine leichte Brustprellung sowie eine leichte Hautabschürfung im Bauchbereich.
Natürlich habe ich mich den beiden entschuldigt (sowohl telefonisch als auch durch einen "Krankenbesuch). Das Verhältnis ist gut - so verzichteten die beiden auf eine Anzeige auf Schmerzensgeld sowie auf eine Strafanzeige.
Dennoch habe ich nun den Strafbefehl des Amtsgerichtes bekommen. Dieser lautet auf 20 Tagessätze a 40€. Da ich bisher weder vorbestraft noch sonst in irgendeiner Weise auffällig gewesen bin, kommt mir die Strafe sehr hoch vor.
Meine Schuld habe ich damals bei der Vernehmung eingestanden (ist auch eindeutig).
Ist die Strafe in dieser Höhe normal bzw.macht ein Einspruch Sinn?

Im Voraus besten Dank!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Ob die Höhe des Strafbefehls gerechtfertigt ist, kann ohne Kenntnis des genauen Tatablaufs und der Ermittlungsakte nicht exakt beurteilt werden. Ich kann Ihnen jedoch die Grundsätze, die bei der Strafzumessung Beachtung finden, gerne einmal darstellen.

Die fahrlässige Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, § 229 StGB. Üblicherweise werden die einfache Körperverletzung nach § 223 StGB und die fahrlässige Körperverletzung nach § 229 StGB nur auf Antrag verfolgt, § 230 I StGB, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörden ein besonderes öffentliches Interesse an der Verfolgung der Tat für geboten halten. Ein besonderes öffentliches Interesse kann schon dann vorliegen, wenn die Tat, hier der Unfall, im öffentlichen Straßenverkehr erfolgt ist.

Die Strafzumessungskriterien sind in § 46 StGB geregelt. Grundlage ist die Schuld des Täters. Berücksichtigt werden müssen aber ebenso die Beweggründe, das Maß der Pflichtwidrigkeit, Auswirkungen der Tat, das Verhalten des Täters nach der Tat (zum Beispiel Wiedergutmachung des Schadens), Vorstrafen etc.

Die von Ihnen genannten 20 Tagessätze sind eher im unteren Bereich von Geldstrafen anzusehen, es dürfen mindestens 5 und höchstens 360 volle Tagessätze verhängt werden. Die Höhe eines Tagessatzes berechnet sich nach § 40 II StGB. Das Gericht geht hierbei von dem durchschnittlichen Nettoeinkommen aus, das der Täter an einem Tag erlangt. Das monatliche Nettoeinkommen geteilt durch 30 Tage ergibt einen Tagessatz. Bei Unterhaltspflichten etc. können Pauschalen abgezogen werden. Ein Tagessatz wird auf mindestens 1 und höchstens 30.000 € festgesetzt.

Wenn Sie die Strafe für zu hoch halten, können Sie Einspruch gegen den Strafbefehl nach § 410 I StPO einlegen. Der Einspruch ist innerhalb von 2 Wochen nach seiner Zustellung bei dem Gericht, das den Strafbefehl erlassen hat oder zu Protokoll der Geschäftsstelle einzulegen. Sie können den Strafbefehl auch nur auf die Rechtsfolgen beschränken, § 410 II StPO. Ob dies vorliegend sinnvoll ist, kann ohne Einsicht in die amtliche Ermittlungsakte nicht beurteilt werden. Wenn Sie keinen Einspruch einlegen, wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht einem Urteil gleich, § 410 III StPO. Nach der Einlegung des Einspruchs wird ein Termin zur Hauptverhandlung anberaumt.

Ich rate Ihnen, das weitere Vorgehen mit einem Kollegen vor Ort abzustimmen, der dann auch Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen kann.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine andere rechtliche Bewertung ergeben.
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