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Autounfall - Schadensersatz

25.06.2009 20:32 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Sachverhalt:

Ende letzten Jahres kam es zu einem Unfall auf der Autobahn. Fahrzeug A rollte in einem Stau rückwärts auf das Auto des Fragestellers und beschädigte die Stoßstange.
Bei weiterrollendem Verkehr Verkehr verließ der Fragesteller an der nächsten Möglichkeit die Autobahn (Raststätte) traf den Unfallverursacher aber nicht an.
Der Fragesteller meldete den Unfall der Polizei, die den offensichtlichen Schaden auch fotodokumentierte und beim Halter von Fahrzeug A (einer Firma) nachfragte, ob der Unfall bemerkt worden sei.
Am Abend wurde dann der Unfall auch vom Fahrer des Fahrzeugs A bei der Polizei gemeldet.
Ein Verfahren gegen Fahrer A wegen Fahrerflucht wurde eingestellt, nachdem dieser wohl glaubhaft machen konnte, daß er an der nächsten Autobahabfahrt die Ab verlassen habe, um auf den Fragesteller zu warten.

Mit einer Verzögerung von ein paar Monaten wurde dann im Rahmen eines regulären Werkstattaufenthaltes der Kostenvoranschlag für eine Reparatur erstellt und dieser beim Halter des Fahrzeugs A eingereicht.

Nun hat der Fragesteller Post vom Rechsanwalt von A bekommen, der zunächst anmerkt, daß bei dem alten Fahrzeug ein Abzug neu für alt berechnet werden muß und zweitens Fotos anfordert.

Vom Fragesteller wird der Abzug in Abrede gestellt, nachdem die Stoßstange bereits im Jahre 2007 komplett erneuert werden musste und ein berechenbarer Wertgewinn des (alten) Fahrzeugs wohl nicht zu berechnen wäre. Außerdem wird Fotomaterial zugeschickt und auf die Unfallaufnahme der Polizei verwiesen.

4 Wochen später meldersich der RA erneut und schreibt, er müsse zunächst prüfen, werd den Unfall überhaupt verursacht habe, da wegen Fahrerflucht ermittelt worden sei (GEGEN A, s.o.).

Der Vorgang zieht sich über Monate und das Fahrzeug soll veräußert werden, so daß der Fragesteller seine Ansprüche nicht mehr geltend machen könnte

Folgende einfache Fragen:

1. Mit welchen Kosten muß der Fargesteller bei der Beauftragung eines eigen RA rechnen (Reparturrechnung ca. 800 Euro) ?
Ist die Beauftragung sinnvoll, bzw. erfogversprechend?

2. Kann der Fargesteller den Schaden eventuell direkt bei der Haftpflichtversicherung von A geltend machen?

3. Ist der Abzug neu für alt bei obigem Sachverhalt hinzunehmen?

Vielen Dank


Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Ihre Anfrage möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann.

Zunächst möchte ich auf Ihre 2 Frage eingehen.
Der Fall der Kfz-Haftpflicht ist bisher der einzige Fall, bei welchem der Geschädigte einen Direktanspruch gegenüber der Haftpflichtversicherung des Schädigers erwirbt. Dies ergibt sich aus dem Charakter als Pflichtversicherung.
Nach § 3 PflVG kann eine geschädigte Person - neben der Möglichkeit der Inanspruchnahme des Schädigers - seine Schadenersatzansprüche auch direkt und unmittelbar gegenüber dem Versicherungsunternehmen geltend machen, bei dem der Schädiger seine Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Sie können sich also direkt gegenüber der Haftpflicht des A schadlos halten. Eine Beschleunigung wird damit im Regelfall nicht erzielt, denn auch der Versicherer wird den Unfall durch Hinzuziehung der Ermittlungsakte usw. zunächst klären wollen.

In Bezug auf Ihre Frage zu 1 ist Ihnen anzuraten, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche zu betrauen. Die Geltendmachung von Haftpflichtschäden ist eine sehr umfangreiche Materie und die Haftpflichtversicher sind geneigt, nur das Minimum eines Schadens zu begleichen. Es ist eher selten der Fall, dass die Versicherer zu 100% ohne Probleme regulieren. Häufig werden Abzüge vorgenommen, deren Rechtmäßigkeit bzw. Unrechtmäßigkeit der Rechtslaie im Regelfall nicht beurteilen kann. Soweit Sie sich hierbei Gedanken über die Kosten eines Rechtsanwalts machen, so darf ich Ihnen mitteilen, dass diese im Wege des Schadensersatzes mit gegenüber der Haftpflicht bzw. dem Schädiger geltend gemacht werden können und auch geltend gemacht werden sollten.
Selbstverständlich sind Sie zunächst für die Rechtsanwaltsgebühren zur Zahlung verpflichtet, soweit diese, aus welchen Gründen auch immer, durch die Gegenseite nicht beglichen werden. Bzgl. der Höhe der Gebühren, kommt es neben dem Gegenstandswert, der hier wohl bei 800,- EUR liegt auch darauf an, ob es bei einer außergerichtlichen Tätigkeit verbleibt oder noch der Gerichtsweg bestritten wird. Hinzu kommt, dass gegenüber verschiedenen Versicherern ein unterschiedlicher Faktor bezogen auf die außergerichtlich entstandene Geschäftsgebühr in Ansatz gebracht werden kann. Bei einem Gegenstandswert von 800,- EUR und einem Faktor von 1,3 bezogen auf die Geschäftsgebühr müssen Sie allein für das außergerichtliche Verfahren mit Kosten in Höhe von ca. 120,- EUR rechnen. Ich weise Sie aber nochmals daraufhin, dass Sie hierbei einen Erstattungsanspruch haben.
Bzg. der Erfolgsaussichten ist zu erwähnen, dass diese nur grob anhand Ihrer Sachverhaltsangaben beurteilt werden können. Insoweit spricht unter zu Grundlegen Ihrer Sachverhalts der sog. Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Unfall durch A schuldhaft herbeigeführt wurde. Dieser Anscheinsbeweis kann aber leicht erschüttert werden, so beispielsweise mit dem Vortrag, Sie seien zurückgerollt. Dann müssten Sie beweisen, dass das Fahrzeug tatsächlich auf Ihr Fahrzeug aufgefahren ist. Trotzallem würde ich die Erfolgsaussichten momentan zu Ihren Gunsten beurteilen.

Abschließend möchte ich die Frage zu 3 wie folgt beantworten:
Im Haftpflichtrecht muss sich der Geschädigte einen Abzug "Alt gegen Neu" anrechnen lassen, wenn die Reparatur durch den Austausch alter oder verschlissener Teile zu einer Werterhöhung des gesamten Fahrzeugs geführt hat. Hintergrund ist derer, dass der Geschädigte anlässlich des Unfallgeschehens nicht bereichert werden soll.
Die maßgebliche Frage ist also, kam es durch Reparatur oder Austausch des bei Ihnen beschädigten Teils zu einer Werterhöhung. Dies kann derart pauschal natürlich nicht beurteilt werden. Normalerweise findet dies im Falle der Einholung eines Sachverständigengutachtens hinreichend Berücksichtigung. Ein solches wurde ja offensichtlich nicht eingeholt. Darlegungs- und beweisbelastet dafür, dass Ihr Fahrzeug durch Austausch der Stoßstange eine Wertsteigerung erhalten hat, ist grds. der Schädiger und Haftpflichtversicherer des Schädigers. Soweit Ihre Stoßstange im letzten Jahr ausgetauscht wurde, kann grds. nicht davon ausgegangen werden, dass hierdurch eine erneute Wertsteigerung eintreten werde, es sei denn, diese Stoßstange war bereits nicht unerheblich beschädigt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst behilflich sein und verbleibe

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