Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.523
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Autoreparatur auf Gewährleistung?


28.12.2014 13:21 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zu Rechten bei fehltgeschlagener Autoreparatur


Hallo,
gerne einen Kaffee/Tee holen, das wird ein wenig länger ;)

Ich habe mein Kfz (VW Bus BJ 88) im Februar 2014 zu einer Werkstatt gegeben, nachdem diese mir ein Jahr zuvor gesagt hatte, dass ich irgendwann mal den Auspuff erneuern lassen sollte, weil dieser ziemlich verrostet sei.
Darüberhinaus habe ich noch ein paar Lackinstandsetzungen und eine neue Grünkeil-Windschutzscheibe in Auftrag gegeben.

Ende März habe ich dann von der Werkstatt Bescheid bekommen, dass ich das Fharzeug abholen könne. Kostenpunkt 1500.- (ca. 750.- Lack, ca. 500.- Auspuff, 250.- WSS - keine Rechnung)
Auf der Heimfahrt ist das Fahrzeug dann ca 25mal ausgegangen, so dass ich es direkt wieder zurückgebracht habe.

Dann begann seitens der Werkstatt eine wahre Trial&Error Odyssee. Dabei wurden getauscht: Drosselklappe, Luftmengenmesser, Öldruckpumpe, Lambdasonde und Katalysator (der vorher übrigens noch explizit als in Ordnung betitelt wurde). Gebracht hat es alles nicht, weil sie laut eigener Aussage den Öldruck nicht unter Kontrolle bekommen. Dieser sackte wohl nach einer Minute massiv ab und der Motor ging aus.
Daher wurde als weitere Massnahme vorgeschlagen, den Motor auseinander zu nehmen und überholen zu lassen. Dies müsse aber bei einer Fremdfirma erfolgen. Ich solle ihnen bitte bestätigen, dies zu veranlassen und auch, dass ich die Kosten hierfür übernähme. Das habe ich getan.

So, als der Motor von der Überholung zurückkam, hiess es, der Schaden sei behoben und das Fahrzeug endlich von innen nun ebenso tadellos wie von aussen.
Da war es Oktober und es standen erneute Kosten von 1900.- auf der Uhr. (hierfür gibt es eine Rechnung mit der aufgeführten Motorinstandsetzung)

Das Fahrzeug fuhr, liess sich etwas schwerer anlassen, aber es fuhr. Mehr aber auch nicht.
Auf meiner ersten längeren Fahrt mit Kind und Kegel an die Ostsee ging dann plötzlich die Ölwarnlampe und -summer an und 2s später war vom Motorraum ein krachendes Geräusch zu hören.
Ich habe sofort den Motor ausgemacht und bin auf den nächsten Parkplatz ausgerollt, der glücklicherweise unmittelbar vor uns lag.
ADAC gerufen und zur nächsten Werkstatt schleppen lassen.
Dort sagte man mir, dass der Motor "fest" sei; sie könnten das zwar machen (3-4t eur) aber ich solle das definitv unter Gewährleistung laufen lassen, schliesslich sei der Wagen ja grade nach einer Motorüberholung aus der Werkstatt gekommen.
Man sagte mir auch, dass ihrer Meinung nach aber der Motor nicht geöffnet worden sei, weil man könne keine neue Dichtmasse o.ä. sehen.

Meine ursprüngliche Werkstatt hat den Bus dann auf ihre Kosten wieder nach Berlin schleppen lassen.
Ich habe bei der Werkstatt nachgefragt, ob es möglich sei einen Ersatzwagen zu bekommen, weil ich ein Kind in die Kita bringen muss, aber vor allem weil ich eine, zu dieser Zeit, hochschwangere Frau habe, die ich im Fall der Fälle gerne schnell ins Krankenhaus fahren können möchte.
Dies wurde rundweg abgelehnt und ich wurde eher noch beschimpft, was ich mir erlauben würde und überhaupt müsse er eigentlich gar nichts machen, weil das mit dem Motor sei ja Fremdleistung gewesen und dafür müsse er nicht haften. Ich könne das auch alles alleine machen, er gibt mir gerne den Kontakt zu der Firma, aber er mache mir wenig Hoffnung, weil die kaum erreichbar sei.
Er hat sich dann wieder etwas beruhigt und gesagt, er kümmert sich, aber auch das ist schon wieder länger her, nämlich am 4.November und seitdem habe ich trotz mehrerer schriftlichen Nachfragen (SMS, E-Mail) keine Antwort bekommen.
Ich habe bis dato noch nicht mal eine genaue Fehleranalyse.

So, ich bin es langsam leid und möchte das Prozedere nun verschnellern, weil ich nicht nochmal vom Gutdünken einer Werkstatt abhängig sein und über ein halbes Jahr auf mein Auto warten möchte.
Ich hätte ihm jetzt ein Einschreiben gegen Rückschein gesendet mit der Aufforderung den Schaden auf seine Kosten bis zum 31.1.2015 zu beheben oder mir ein zeitnahes Datum zu nennen bis wann er es beheben kann.
Falls diese Frist nicht gehalten wird, hätte ich ihm eine zweite Frist zur Schadenbehebung gegeben und falls die wieder gerissen wird, das Fahrzeug abholen und bei einer anderen Werkstatt reparieren lassen und ihm dann die die Rechnung geschickt - und notfalls eingeklagt.

Ich bin mir aber unsicher wie hier meine rechtliche Position überhaupt aussieht und ob das das richtige Vorgehen wäre. Ich weiss noch nicht mal, ob das ein Fall fürs Verkehrsrecht ist, weil darüber wäre ich beim ADAC versichert; daher wäre ich über Ihre Hilfe sehr dankbar.

Mit bestem Gruss
jk
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Rechte bei einer fehlgeschlagenen Autoreparatur bestimmen sich nach den §§ 631 ff BGB, da es sich hier um einen Werkvertrag handelt.

Zunächst muss der Unternehmer gem. § 635 BGB das Recht zur Nacherfüllung bekommen, wenn diese fehlschlägt oder die zuletzt gesetzte Frist abgelaufen ist, dann kann der Mangel selbst beseitigt werden und gem. § 637 BGB der Ersatz der entstehenden Kosten und Aufwendungen verlangt werden. Das heißt, Sie müssen zunächst noch die von Ihnen auf den 31.01.15 gesetzte Frist abwarten und können dann das Fahrzeug in eine andere Werkstatt zur Reparatur bringen und die Mängel beseitigen lassen. Die Kosten können Sie gem. § 637 BGB hierfür auch als Vorschuss fordern.

Sie erwähnen, dass Sie in dem Schreiben dem Unternehmen die Möglichkeit zur Nennung einer Frist gegeben haben, bis wann er das Fahrzeug repariert hat, sofern nicht geschehen, sollten Sie für die Nennung der Frist auch eine Frist setzen um die Ansprüche nach § 637 BGB nicht zu verwirken. Sie müssen somit nach dem 31.01.15 keine zweite Frist setzen, wenn Sie dennoch eine setzen, so müssen Sie sich dann auch an diese halten und erst dann können Sie das Fahrzeug anderweitig reparieren lassen.

Weitergehende Schadensersatzansprüche können nach §§ 631 ff, 280 BGB beansprucht werden.

Nach Kenntnis und Erfahrung der Unterzeichnerin sind üblicherweise Streitigkeiten im Zusammenhang mit Autoreparaturen im Rahmen der ADAC-Rechtsschutzversicherung beinhaltet. Jedoch ist es abhängig wie lange Ihr Vertrag läuft, wer Eigentümer des Fahrzeugs ist etc., daher empfehle ich Ihnen direkt beim ADAC nachzufragen, ob Ihr konkreter Fall versichert ist. Sie erhalten dort unbürokratisch meist telefonisch eine Auskunft und eine Schadensnummer über welche dann die Abrechnung erfolgen kann.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.




Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)




Nachfrage vom Fragesteller 28.12.2014 | 14:18

Sehr geehrte Frau Sperling,

Danke für die schnelle Antwort.
Nur um ihre Antwort richtig zu verstehen:

- die Aussage der Werkstatt, dass sie nicht für den Fehler der fremdbezogenen Leistung haften muss ist also falsch. Richtig?!

- Ich kann jetzt eine(!) Frist setzen und falls diese nicht eingehalten wird, das Fahrzeug in eine andere Werkstatt bringen lassen. Die Reparaturkosten dort müssen von der eigentlichen Werkstatt übernommen werden. Richtig?!

- Das mit dem Vorschuss müssen Sie mir nochmal erklären. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass falls ich das Fahrzeug anderweitig reparieren lasse, ich zunächst selbst für die Kosten aufkommen muss und diese dann nur wieder im nachhinein einfordern kann. Gibt es einen anderen Weg?

Danke für Ihre Hilfe!
Besten Gruss
jk

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.12.2014 | 15:59

Wenn Sie lediglich mit der einen Werkstatt alles abgewickelt haben und die Gesamtrechnung von dieser kam, dann muss diese dafür haften.

Die Frist haben Sie bereits mit dem 31.1.15 lt. Sachverhalt gesetzt und alternativ haben Sie es der Werkstatt freigestellt Ihnen eine zu nennen, bis wann es fertig gestellt ist, hierfür sollten Sie die Frist setzen.

Im Gesetz, 637 BGB heißt es: Der Besteller kann von dem Unternehmer für die zur Beseitigung des Mangels erforderlichen Aufwendungen Vorschuss verlangen.

Sie können somit in Vorfeld die Kostenfrage klären und auch die Verantwortlichkeit um selbst kein hohes finanzielles Risiko einzugehen. Hierzu lassen Sie sich am besten einen Kostenvoranschlag erstellen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER