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Autorenvertrag nicht unterschrieben

28.11.2012 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Guten Tag,

Ich habe bei einem Verlag mehrere Buchprojekte mit einem entsprechenden Verlagsvertrag - der letzte wurde im Mai 2010 abgeschlossen (es handelt sich um den Normvertrag von 1999).

Bereits vor 2010 habe ich auch, zusammen mit dem Verleger als Co-Autor, an einem sehr großen Buchprojekt begonnen zu arbeiten. Wir haben Aufgabenverteilung und einen Ziel-Zeitplan erarbeitet und an den Arbeiten begonnen. Gleichzeitig habe ich dem Honorar für die Hauptverwertung zugestimmt, in dem ich mich mit dem Zahlenwert in % einverstanden erklärt habe. Weitere Vereinbarungen zum Vertrag wurden damals nicht getroffen - ich bin natürlich automatisch davon ausgegangen, dass der Verlagsvertrag dem entspricht, was ich bisher auch von meinen anderen Buchprojekten her kannte.

Das Buchprojekt nähert sich dem Ende. Der Verleger hat mir nun (Ende 09/2012) einen Autorenvertrag vorgelegt, dessen Inhalt mir in dieser Form bis dato unbekannt war. Denn dieser neue Autorenvertrag unterscheidet sich von den Autorenverträgen, die ich für meine bisherigen Buchprojekte unterschrieben habe. Im neuen Vertrag werden Rechte des Verlags und Pflichten des Autors deutlich gestärkt, Pflichten des Verlags sowie Rechte des Autors im Gegenzug eingeschränkt. Zwar beruht der neue Vertrag offenbar auf einer Vorlage des Börsenvereins (dort als "Autorenvertrag 2010" bezeichnet), aber die konkreten Streitpunkte liegen in der Hand des Verlegers. Hauptstreitpunkt ist, dass mir für eine umfangreiche Nebenverwertung kein Honrar gezahlt werden soll, mit der Begründung, es sei Werbung für die Hauptverwertung (Buchform). Tatsächlich kann der Verlag aber durch diese kostenfreie Nebenverwertung (regelmäßige Entnahme/Abdruck von Teilen des Buches in anderen Verlagserzeugnissen als integraler Bestandteil der dortigen Inhalte) deutlich Kosten einsparen. Ich bin damit nicht einverstanden und habe die Unterschrift für den neuen Vertrag verweigert und die Arbeiten eingestellt. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Der Verlag hat nun angekündigt mich für die bisher entstandenen Kosten (denn das Buch wurde vom Verleger zwischenzeitlich im Buchhandel angekündgt) haften zu lassen. Gibt es dafür eine rechtliche Handhabe? Das Vertrauen zum Verleger ist zudem zerstört - welche Möglichkeiten habe ich, diese Sache für alle mal zu beenden?

Mit freundlichen Grüßen,
Fragender

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass eine abschließende Prüfung Ihres Falles ohne genaue Kenntnis der von Ihnen unterzeichneten, bzw. verfassten Dokumente nicht möglich ist. Oftmals kommt es auf den genauen Wortlaut an.
Dennoch gebe ich Ihnen gerne eine erste Einschätzung zu Ihren Fragen.

Eine Haftung für Sie ist m.E. allenfalls als Schadensersatz über das sogenannte Institut der "culpa in contrahendo", also eines Vertrauensschadens das sich nicht aus einem Vertrag oder den sonstigen gesetzlichen Regelungen ergibt. Einen Vertrag, insbesondere eine Verlagsvertrag gem. § 1 VerlG gibt es wohl nicht, sondern eher eine Absichtserklärung; ebenso gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Zusammenarbeit mit dem Verleger.
Allerdings bezweifle ich ich, dass die "culpa in contrahendo", (§ 311 Abs. 2 BGB i.V.m. § 280 Abs. 1 BGB) einschlägig ist, weil Sie insofern kein Verhalten gezeigt haben, dass Sie sich vorwerfen lassen müssen.
Selbstverständlich sind Sie nicht verpflichtet, einen Verlagsvertrag zu unterzeichnen, der Ihren Interessen entgegen läuft. Auch hatten Sie keinen Grund anzunehmen, dass der Verleger - ohne vorherige Ankündigung - von seiner langjährigen Praxis abweicht und der gemeinsamen Arbeit einen neuen, für Sie ungünstigeren, Vertrag zu Grunde legt. Ich gehe vielmehr davon aus, dass Sie Entschädigung für die von Ihnen geleistete Arbeit verlangen können.

Auch wenn diese Antwort selbstverständlich nicht sehr konkret ist, wird sich die gesamte Angelegenheit nur über den Weg von Verhandlungen lösen lassen. Ein erster Schritt besteht darin, dass Sie und die Gegenseite die jeweiligen Ansprüche beziffern. Dann sollten Sie prüfen, ob es möglich ist, eine Verständigung über den jeweiligen Anteil am Scheitern des Projekts zu finden. Falls die scheitert, wäre eine gerichtliche Auseinandersetzung zu erwägen.
Sie sollten diese Schritte auf jeden Fall von einem Anwalt begleiten lassen. Dafür stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, treten Sie gerne telefonisch oder per E-Mail an mich heran. Selbstverständlich stehe ich Ihnen auch gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen im Sinne einer ersten Orientierung weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen


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