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Autokauf von Privat


28.08.2007 23:08 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo!

Am 16.08.07 habe ich von einem "privaten" Verkäufer einen Wagen gekauft. Dieser war in einer Anzeige bei Autoscout24.de als top Gebrauchtwagen, mängelfrei, Klima, Euro 2 Steuer, Tüv/AU neu und 132000 KM beworben worden. Er sollte 2999,- Euro kosten und 650,- Euro extra, falls man spezielle Alufelgen ebenfalls dazu haben wolle. Ich habe diesen Wagen überhaupt nur gefunden, da ich meine Suche für dieses Model mit einer Laufleistung von 150000KM eingegrenzt hatte. Da er mir auf den Bildern gut gefiel und nur 60 KM von mir entfernt war, rief ich am 13.08.07 beim Inserenten an. Dieser hörte sich sehr solide an und bestätigte mir am Telefon alles Positive, was er in der Anzeige über diesen Wagen geschrieben hatte. Auch zwei Freunde von mir, denen ich diese Anzeige zeigte, meinten, dass das doch einen guten Eindruck macht. Am 14.08.07 war ich zu einer ersten Besichtigung des Fahrzeuges vor Ort. Ich bin nun wahrlich kein Auto Experte, aber das Auto entsprach soweit meinen Vorstellungen. Auf dem Tacho stand die Laufleistung von 132000 und der Motor hörte sich gut an. Es war auch im Gespräch mit dem Verkäufer nur von KM die Rede und davon, dass Tüv und AU neu ist und, außer einem defekten Fensterheber vorne rechts, keinerlei technische Mängel am Fahrzeug vorliegen. Ich konnte auch keine feststellen, aber wie gesagt: Ich bin Laie. Am Abend rief ich den Verkäufer an und sagte, dass ich den Wagen gerne kaufen würde. Man einigte sich auf einen Komplettpreis von 3500,- Euro, da ich die extra Felgen ebenfalls mit übernehmen wollte. Am 16.08.07 fuhr ich dann, in Begleitung eines Freundes, der auch noch einmal schauen sollte, wieder zum Verkäufer. Auch hier wurde das Fahrzeug wieder als mängelfrei in den höchsten Tönen angepriesen. Auch hier war wieder von der geringen Laufleistung mit 132000 KM die Rede, was für einen V6 Motor mit 3200ccm wirklich nicht viel ist. Dieses bestätigte der Verkäufer auch meinem Bekannten. Der Tüv Bericht wurde gezeigt und der Wagen war mit geringen Mängeln durch den Tüv gegangen. Den Au Bericht hatte der Verkäufer gerade nicht zur Hand, wollte diesen aber gleich bei der Übergabe raussuchen. Auch die AU sollte neu sein. Ich blieb also bei meinem Entschluss, den Wagen zu kaufen und auch gleich mitzunehmen. Einige Sitze für den Wagen und die extra Felgen, befanden sich beim Verkäufer in der Garage und wurden von mir ins Auto geladen. Mein Bekannter fuhr dann wieder nach Hause, da ich ja nun mit meinem "neuen" Auto nicht mehr auf die Mitfahrgelegenheit angewiesen war. Als alles eingeladen war, ging es in die Wohnung des Verkäufers, um das vertragliche und finanzielle zu Regeln. Der Kaufvertrag war bereits vorbereitet und ich mußte nur noch meine Daten eintragen. Auch im Kaufvertrag stand die Laufleistung von 132000 und dahinter ein kleines "m", worüber ich in der Sekunde aber nicht gestolpert bin. Auch im Kaufvertrag stand Tüv und Au neu. Im Fahrzeugschein zeigte mir der Verkäufer den Euro 2 Eintrag, da das ein dringendes Anliegen von mir war. Die AU war immer noch nicht da, wurde aber vom Verkäufer gesucht, während ich meine Daten eintrug und das Geld abzählte. Somit schien alles gut. Geld wurde übergeben, Vertrag unterzeichnet, mit der verbindlichen Zusatzverpflichtung, dass ich den Wagen am 17.08.07 umzumelden habe. Ich bekam die Schlüssel und die Papiere, bis auf die AU, da dem Verkäufer einfiel, dass diese wohl doch im Wagen liegen muss.

Am Fahrzeug wurde mir dann die AU übergeben. "Auf einmal" fiel dem Verkäufer ein, dass diese doch nicht neu ist, sondern nur noch bis 10/07 läuft. Angeblich habe er vergessen diese machen zu lassen, als der Tüv im Juli 07 neu gemacht worden ist. Als ich den Wagen starten wollte, fiel dem Verkäufer dann ein, dass er "vergessen" hat einige eigentlich "nicht nennenswerte" Macken zu erwähnen. Angeblich würde der Anlasser manchmal kurz aussetzen, was aber nur ganz ganz selten vorgekommen sei, manchmal würde der Tankdeckel etwas klemmen und manchmal sei beim Fahren ein schnarrendes Geräusch zu hören, was angeblich daran liegen würde, dass die neuen Bremsen noch eingefahren werden müssen. Ich war sowohl über die nicht neue AU, als auch über die jetzt erst genannten Macken nicht sonderlich amüsiert, war aber in der doofen Situation, dass mein Sohn gleich zu mir kommen sollte und ich auch keine Idee hatte, wie ich von dort wegkommen sollte. Also fuhr ich trotzdem erst einmal los.

Am nächsten Tag meldete ich den Wagen dann, wie vertraglich vereinbart, um. Dabei gab es erhebliche Probleme, da eine dringend benötigte Sondergehnemigung für diesen Wagen nicht vorlag. Die Dame von der Zulassungstelle telefonierte dann direkt mit dem Verkäufer und dieser hatte so eine Bescheingung angeblich nie in den Händen. Die Dame war dann so freundlich, wahrscheinlich aus Mitleid, weil ich dort sonst mit meinem Sohn in Begleitung nicht weggekommen wäre, den Wagen trotzdem umzumelden. Sie kündigte mir aber an, dass ich für diese Sondergenehmigung einen extra Bescheid über 66,- Euro bekommen würde, den ich zu zahlen habe.

Auf dem Rückweg von der Zulassungstelle erfuhr ich dann von meiner Werkstatt, dass der Wagen einen Meilentacho hat und die Laufleistung somit nicht 132000 KM beträgt, wie vom Verkäufer in der Anzeige und in den persönlichen Gesprächen beworben, sondern umgerechnet 212000 KM. Außerdem erfuhr ich, dass der Wagen wohl ganz bewußt keine neue AU bekommen hat, da der Leerlauf viel zu hoch ist, man diesen auch nicht einstellen kann, sondern vermutlich ein defektes Steuergerät vorliegt, was einige hundert Euro kostet. Sowohl in der Anzeige, als auch in allen Gesprächen und auch im Kaufvertrag ist aber von Tüv und AU neu die Rede.

Meine Begeisterung für diesen Wagen war nun defenitiv beendet und ich schrieb dem Verkäufer noch am Freitag, den 17.08.07 ein Einschreiben mit Rückschein, in dem ich, aufgrund der Vorspiegelung falscher Tatsachen und nicht genannter Mängel, vom Kaufvertrag zurücktrat. Mir wurde dann schriftlich angeboten, dass ich 300,-Euro vom Kaufpreis zurück erhalte. Dafür sollte ich dem Verkäufer allerdings eine Generalvollmacht unterzeichnen, womit ich jegliche weitere Forderungen ausschließen sollte. Dieses habe ich jedoch abgelehnt. Ich pochte auf Rücknahme des Fahrzeuges und Erstattung meines Geldes.

Bereits am Samstag, den 18.08.07 startete der Wagen dann erstmals gar nicht mehr. Der angeblich defekte Anlasser?! Dieses Problem, welches beim Verkäufer angeblich nur 5x aufgetreten sein soll und der Wagen dann aber sofort wieder ging, habe ich bis heute täglich bei nahezu jedem Startversuch. Mehrere Male ging schon mindestens 30 Minuten gar nichts mehr.

Inzwischen ist es mir gelungen, den Vorbesitzer meines Verkäufers ausfindig zu machen und mit diesem ausführlich zu sprechen. Dabei kam folgendes zum Vorschein:

Der Verkäufer, von dem ich den Wagen habe, hat diesen, 3 Wochen vor dem Weiterverkauf, als ausgewiesen defektes Bastlerauto mit diversen technischen Mängeln für 1200,- Euro gekauft. Meinem Verkäufer war durch den Vorbesitzer bekannt, dass der Wagen ein Startproblem hat, welches NICHT an einem defekten Anlasser liegt, sondern an der gesamten Elektronik. Meinem Verkäufer war bekannt, dass der Wagen keine neue AU bekommt, weil der Leerlauf zu hoch ist und der Wagen wahrscheinlich ein defektes Steuergerät hat. Meinem Verkäufer war bekannt, dass die Klimaanlage ohne Funktion ist. Sehr erstaunt war der Vorbesitzer auch darüber, dass mir der Wagen mit der Euro 2 Steuernorm verkauft worden ist, die tatsächlich auch im Fahrzeugschein steht. Er hatte den Wagen einige Jahre und die Euro 2 Steuernorm hat der Wagen nie geschafft, sondern lediglich die Euro 1 Norm, die steuerlich aber extrem ungünstig ist. Da nachweisbar nichts am Wagen nachgerüstet wurde (sonst wäre die AU neu), steht im Raum, dass der Eintrag auf Euro 2 Steuernorm im Fahrzeugschein getürkt ist. Meinem Verkäufer war bekannt, dass das schnarrende Geräusch beim Fahren an einem defekten Radbremszylinder vorne liegt. Meinem Verkäufer war auch bekannt, dass der Wagen einen Meilentacho hat. Der Vorbesitzer hat den Wagen an meinem Verkäufer nämlich mit 209000 KM verkauft. Nun ja, man könnte sicherlich argumentieren, dass im Kaufvertrag hinter der Laufleistung ein "m" steht. Aber glauben Sie mir, da wäre wirklich keiner drüber gestolpert, zumal in der Anzeige KM stand (leider ist diese sofort vom Verkäufer gelöscht worden. Ich habe aber zwei Zeugen, die diese Anzeige gesehen haben) und auch in allen Gesprächen immer nur von KM die Rede war. U.s.w., u.s.w.....Von keinem dieser Mängel bin ich Unterrichtet worden.

Nach dieser langen Vorgschichte, die aber sicherlich für das Verständnis nötig ist, endlich meine Frage:

Der Verkäufer hatte eine Frist von mir bis heute, mir einen Tag in dieser Woche zu nennen, an dem die Rückabwicklung stattfinden soll. Da er sich nicht mehr bei mir gemeldet hat, rief ich heute bei ihm an und erfuhr wörtlich: " Es wird keine Wandlung geben und morgen gehe ich zur Polizei, wenn sie mich weiter belästigen". Danach war das Telefonat beendet.

Habe ich eine Chance, aus dieser Nummer rauszukommen? Ist der Verkäufer verpflichtet, den Wagen zurückzunehmen und mein Geld zu erstatten (nachweisbar wußte er von allen Mängeln und hat mir nichts davon berichtet). Den ehemaligen Vorbesitzer habe ich als Zeugen und auch zwei Bekannte von mir habe ich als Zeugen, die beide die Anzeige gesehen haben und einer ja auch beim Kauf mit vor Ort war. Alle können meine Angaben bestätigen. Habe ich eine reelle Chance, so schnell als möglich mein Geld wiederzubekommen, wenn ich diesen Menschen nun per Anwalt und Klage angreife? Freiwillig zahlt er nämlich nicht, dass steht fest.

Fakt ist, ich werde diesen Wagen nun nicht weiter fahren, sondern mir ein anderes Auto kaufen. Dieses ist natürlich nicht so einfach, da ich, als mehr oder weniger Alleinerziehender Vater nicht unbedingt im Bargeld schwimme. Ich bin also eigentlich auf diese 3500,- Euro angewiesen. Außerdem weiß ich auch nicht, wohin mit dem Auto, wenn ich es nun abmelde. Ich kann es schließlich nicht abgemeldet an die Straße stellen, da es dort iegendwann von der Polizei entsorgt werden würde.

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand von Ihnen bereit erklärt, mir kompetent, verständlich und so ausfürhlich wie möglich Auskunft zu geben. Wenn es jemand aus meiner Gegend ist, könnte dann ja eventuell auch gleich die Vertretung übernommen werden, da ich keinen anderen Anwalt habe.

Ich bedanke mich im voraus für Ihre Mühe und die ausführliche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
A.

28.08.2007 | 23:27

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Der Knackpunkt in Ihrem Fall ist, wie Sie bereits richtig erkannt haben, die Beweislage. Wenn der Vorvorbesitzer bezeugen kann, daß die Mängel bereits bei seinem Verkauf an den Vorbesitzer gegeben waren, haben Sie gute Chancen. Dann muß nämlich die Gegenseite beweisen, daß Sie die Mängel kannten.

Ihrem Sachverhalt nach dürfte das weitgehend unmöglich sein.

Lediglich bei der Kilometerangabe steht die Beweislage zu Ihren Ungunsten, da Sie den Kaufvertrag unterschrieben haben, der klar und deutlich Meilen angab. Allerdings ist dies nur ein Mangel von vielen, so daß dies nicht weiter gefährlich ist.

Zum weiteren Vorgehen:
Sie müssen aufgrund gesetzlicher Regelungen die Gegenseite erst zur Ausbesserung der Schäden auffordern.
Dies sollte auf jeden Fall schriftlich mit Einschreiben und Fristsetzung erfolgen.
Erst wenn die Frist ergebnislos verstrichen ist, können Sie den Rücktritt erklären und die Herausgabe des Geldes gegen Rückgabe des Autos fordern.
Auch das sollten Sie schriftlich per Einschreiben mit Fristsetzung durchführen.
Wenn auch diese Frist ergebnislos verstrichen ist, können Sie auf Herausgabe des Wagens klagen.

Diese Reihenfolge ist wichtig und unabänderlich. Soweit Sie beweisen können, daß Sie den Gegner bereits vergeblich zur Nachbesserung aufgefordert haben, ist dies natürlich nicht erneut erforderlich.

Soweit Sie mich mit der Interessensdurchsetzung beauftragen wollen, stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


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