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Autokauf verdeckter Mangel arglistige Täuschung


| 11.09.2007 09:17 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



am 09.05.2003 kaufte mein Mann einen Nissan Primera Kombi in einem Autohaus. Das Fahrzeug war 2 Jahre alt und ein Gebrauchtwagen. Da die Beifahrertür geringe Farbunterschiede zum Rest des Autos aufwies, fragte mein Mann den Verkäufer, woran das läge. Dieser antwortete ihm, da ware mal ein Einkaufswagen gegen gerollt und deshalb wurde die gesamte Tür ausgetauscht. Mein Mann gab sich mit dieser Antwort zufrieden und unterzeichnete den Kaufvertrag, in dem dieses Fahrzeug als unfallfrei betitelt wurde.
Jetzt merkten wir, daß an dem Auto an besagter Tür Rostschäden unter der Zierleiste auftraten. Als mein Mann diese beseitigen wollte, mußte er feststellen, das die Tür schon mal gespachtelt worden war und unter der Spachtelmasse 3 Löcher zum Vorschein kamen. Wie ist hier unser Recht nach dieser langen Zeit?
Liegt in diesem Fall arglistige Täuschung vor?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten.

Zuerst kommt es darauf an, ob Sie das Fahrzeug nicht nur beim Händler sondern auch vom Händler gekauft haben. Häufig tritt der Händler nur als Vermittler des (dann meist privaten) Verkäufers auf.
Wer der (wirkliche) Verkäufer des Fahrzeuges war, ergibt sich idR aus dem Kaufvertrag.

War der Verkäufer eine Privatperson können Sie wegen arglistige Täuschung den Vertrag grundsätzlich nur dann anfechten, wenn der Verkäufer die Unfallschäden selbst kannte. Wurden die Unfallschäden z.Bsp. durch den Vorbesitzer des Verkäufers verursacht und wurden diese dem Verkäufer selbst verschwiegen, kannte er die Schäden idR jedoch nicht, da der private Verkäufer normalerweise nicht in der Lage ist, die Unfallfreiheit des Gebrauchtwagens zu überprüfen. (LG München vom 2.10.2003 Az: 32 O 11282/03)

War der Verkäufer dagegen ein Händler hätte er das Fahrzeug, bevor er es als unfallfrei verkauft, zuvor gründlich auf Vorschäden untersuchen müssen. Hat er dies unterlassen und das Fahrzeug trotzdem als unfallfrei verkauft können Sie grundsätzlich den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. (LG München 25.6.2004 Az: 6 O 12298/02)

Ich gebe allerdings zu bedenken, dass Sie im Zweifel beweispflichtig sind, dass die Schäden bereits bei Übergabe des Fahrzeuges vorhanden waren und nicht später durch Sie selbst verursacht worden sind. IdR ist es schwierig dies zu beweisen. Es kommt jedoch immer auf den Einzelfall an.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.09.2007 | 11:10

Wie müßte man weiter für einen Beweis vorgehen? Die Spachtelmasse ist jetzt entfernt und Rostschutz darübergesprüht worden, damit die Stelle nicht wieter rostet. Sollen wir eventuell die Dekra mit einbeziehen, bevor wir uns mit dem Autohaus in Verbindung setzen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2007 | 12:12

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich empfehle Ihnen einen Gutachter aufzusuchen und im Vorfeld zu klären ob es möglich ist anhand der Schäden festzustellen wann diese entstanden sind. Ist dies möglich, können Sie ein Gutachten darüber anfertigen lassen. Bedenken Sie jedoch das es sich dabei um ein sogenanntes Privatgutachten handelt, welches vom Autohaus nicht akzeptiert werden muss. Es ist daher möglich, dass Sie selbst bei Stattgabe Ihrer (möglichen) Klage diese Kosten nicht ersetzt bekommen.

Sollte sich der Zeitpunkt des Schadenseintritts mittels Gutachter feststellen lassen, empfehle ich Ihnen einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit der weiteren Vertretung zu betrauen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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