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Autokauf -'verdeckte' Mängel - musste der Verkäufer das wissen?

22.03.2006 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Vorgeschichte:
Das Auto meiner Lebensgefährtin (LG) war aufgrund eines Unfallschadens in ihrer Stammwerkstatt. Dem Inhaber (X) war bekannt,, dass sie berufsbedingt auf ein Kfz angewiesen ist.
Nach 1-2 Tagen rief X an, auf seinem Hof stünde ein gebrauchter PKW von seinem Stammkunden (Y) zum Verkauf, das "optimal" für meine LG sei(wir schreiben KW 04/06).
Nach Besichtigung und Probefahrt sowie Rücksprache mit mir wurde man handelseinig: X füllte einen Privatkaufvertrag aus, der von Y und meiner LG unterschrieben wurde. Geld, Papiere und Schlüssel "wechselten" den Eigentümer (tatsächlich behielt X Papiere und Schlüssel, um das Kfz auftragsgemäß anzumelden). Y beglückwünschte meine LG zum Kauf und erwähnte zum wiederholten Mal, dass sie einen guten Kauf getätigt habe, wenn sie immer mal wieder nach Wasser und Öl schauen würde ( einen Satz Sommerreifen gabs "gratis" dazu, mit Winterreifen war das Kfz ausgestattet).
Nach 1-2 Tagen bemerkte meine LG ein unruhiges Fahrverhalten (das Auto stuckert, verschluckt sich in laufender Fahrt). Ein Anruf bei Y erfolgte, der erklärte, dass das Kfz lediglich drei Zylinder habe, ein "Stuckern" somit normal sei bei diesem PKW (Opel Corsa, Bj. 1997, relativ geringe KM-Zahl).
Anfang Februar bemerkte meine LG beiner AB-Fahrt, dass die Temperaturanzeige anstieg. Sie hielt sofort an und stellte fest, dass das Kühlwasser stark abgenommen hatte. Daraufhin brachte sie das Kfz sofort in die Werkstatt zu X.
Dort stellte man fest, dass angabegemäß der Kühlwasserschlauch von einem Marder angefressen wurde, die Zylinderkopfdichtung daher defekt sei. Der Austasch von allen benötigten Kleinteilen sowie Arbeitsstunden führte zu einer Rechnung von ca. € 970. Meiner LG wurde von X beschieden, dass sie sich mit der Zahlung Zeit lassen könne (die Rechnung ist bis dato nicht beglichen!).
Am 18.03. führ meine LG zum Dienst und bemerkte ein erneutes Ansteigen der Temperaturanzeige des Motors. Sie hielt sofort an und musste ein erneuten Verlust von Kühlwasser feststellen.
Das Fahrzeug brachte sie daraufhin erneut zur Werkstatt von X.
Der Motor wurde wiederum auseinandergenommen. Nachdem ein "zweiter" Marder ausgeschlossen werden konnte, eine Überprüfung der erneurten Zylinderkopfdichtung offenbar ergebnislos blieb, erhielt meine LG heute die Nachricht von X, dass der Motorblock einen Riss habe!

Nun meine Fragen:
A)War das ein "verdeckter" mangel, und musste der Verkäufer darum wissen?

B) Ist der Kauf unwirksam?

C) Ist "X" als "Vermittler" in Haftung zu nehmen? (Aufklärung über Vermittlungsgeschäft fehlt komplett, Belehrung über Widerrufsrecht insofern auch)

D) Von wem ist die Rechnung wgen "Marderschadens" zu begleichen?

E) Wer trägt Folgekosten? ( Anmedlung des Kfz, Ersatzwagen bis zur Neueanmeldung eines "neuen" Autos, Telfenkosten, etc.?

Wie sollen wir sinnvoll vorgehen?

22.03.2006 | 19:22

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ansprüche gegen den Händler X werden nicht bestehen, denn der Kaufvertrag wurde zwischen Ihrer Lebensgefährtin und dem Verkäufer Y abgeschlossen. Vertragliche Beziehungen zu X bestehen aus dem Kaufvertrag nicht.

Die Wirksamkeit des Kauftvertrages wird durch die beschriebenen Mängel nicht berührt. Gewährleistungsansprüche können aber folglich nur gegen den Verkäufer Y bestehen. Sofern die Gewährleistung nicht ausgeschlossen wurde, wovon nach Ihrer Schilderung nicht auszugehen ist, was aber verbindlich erst nach einer Prüfung des Kaufvertrages festgestellt werden kann, steht Ihrer Lebensgefährtin gegen den Verkäufer ein Anspruch auf Nachbesserung zu, sofern der Motor repariert werden kann. Andernfalls wird sie vom Vertrag zurücktreten können und auch Ersatz der bisherigen Verwendungen erwarten können. Auch die von Ihnen genannten Folgekosten gingen zu Lasten des Verkäufers, da er für die Mängelfreiheit des Fahrzeugs gerade zu stehen hat.

Ob er auch die Kosten für die Reparatur des Marderschadens zahlen muß, steht auf einem anderen Blatt. Ist der Schaden nämlich erst nach dem Kauf entstanden, geht er nicht zu Lasten des Verkäufers. Lässt sich aber nicht aufklären, wann der Marder zugebissen hat, ist nach der gesetzlichen Regelung bis zum Beweis des Gegenteils davon auszugehen, daß der Schaden bereits vor Übergabe des Fahrzeugs an Sie vorgelegen hat - dann wäre auch dies ein Schaden, den der Verkäufer zu ersetzen hat.

Eine genauere Prüfung der Ihrer LG zustehenden Rechte aus dem Kaufvertrag ist aber nur nach Einsichtnahme in diesen möglich.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




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Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
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