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Autokauf unter falschen Vorgaben

29.07.2020 12:21 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Ich kaufte einen gebrauchten PKW, über dessen günstigen Preis ich mich wunderte. Der Händler sagte das Auto sei vollkommen in Ordnung, er kalkuliere seine PKW einfach optimal für den Kunden. Soweit so gut.
Ich (Laie) untersuchte das Auto von außen und innen und in der Tat sah es relativ neu aus. (Bemerkung: der PKW war Ende 2017 in FIN erstzugelassen, hatte lediglich eine Fahrleistung von ca. 6500km). Man sah dem Auto also tatsächlich die geringe Laufleistung an, Pedale, Polster etc. waren wie neu. Außen waren leichte Gebrauchsspuren zu sehen.
Der Händler sagte er wisse nicht ob das Fahrzeug einen Unfall hatte oder nicht. Im Kaufvertrag jedoch insistierte er auf den Hinweis 'ich verkaufe Ihnen kein unfallfreies Auto' (weil er könne es nicht sagen).
Als Laie schenkte ich dem Händler mein Vertrauen, unterschrieb und zahlte. Am 2.Tag viel mir eine mechanisches Geräusch beim Lenken auf, welches der Händler ohne mit der Wimper zu zucken reparierte mit von ihm besorgten und nicht teuren Ersatzteilen. Er brachte mir das Auto anschließend so gar nach Hause. Soweit zur Vorgeschichte.

Vor etwas mehr als 2 Wochen wollten meine Frau und ich mit dem Fahrzeug nach Italien reisen. Kurz vor Frankfurt erlitt ich einen Reifenschaden (verursacht durch einen überfahrenen Gegenstand auf der A3). Der herbei gerufene ADAC konnte das entstandene Loch nicht vor Ort reparieren und rief einen Schleppdienst. Dieser zog mein Auto auf der Vorderachse (Hinterachse auf der Hubbrille) ca 5km zu einer ATU Werkstatt. Dort erhielt ich 2 neue Reifen, aber bei der Probefahrt stellte sich ein Getriebeschaden heraus, welcher vom Schleppdienst (also ADAC) zu verantworten ist.

Und jetzt kommt meine eigentliche Frage:
Der DEKRA Gutachter stellte bei seiner Untersuchung fest, daß der Wagen einen ziemlich starken Vorschaden genommen hat, welcher nur halbwegs richtig repariert wurde. Er wunderte sich daß mir die Schäden nicht bekannt sind. Der Gutachter hat sämtliche Einzelheiten schriftlich und per Foto dokumentiert und hielt fest, daß der Verkehrswert des Wagens durch die Vorschäden gemindert sei.

Der ADAC übernimmt selbstverständlich die Getriebe Seite der Reparatur.
Frage: kann ich den Verkäufer des Fahrzeugs rechtlich belangen, dafür daß er mir für ihn offensichtlich vorhandene Unfallschäden verschwiegen hat? Ich habe zwar das 'nicht Unfall frei' Unterschrieben, aber sein Aussage, daß er keine Kenntnis eventueller Unfall Vorschäden hat, legt mir persönlich einen Betrug nahe.

Was den ADAC betrifft frage ich Sie, ob der nicht für sämtliche Folgekosten seit Schleppen gerade stehen muss. Ich habe für 7 Tage einen Ersatz PKW gestellt bekommen, der Vorgang ereignete sich jedoch am 13.07.2020 sprich vor 16 Tagen. Warum soll ich die Kosten für Ersatz PKW, Stornierungsgebühren für eine Fähre im Mittelmeer, Hotelbuchungen etc übernehmen???

29.07.2020 | 15:03

Antwort

von


(710)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Problem ist, dass Sie den Kaufvertrag nur anfechten können wegen Arglist, wenn Ihnen der Unfall verschwiegen wurde. Leider steht im Kaufvertrag eben genau das, dass es eben ein Unfallwagen ist und somit hatten Sie Kenntnis und es lag keine Arglist vor.
Die mündliche Aussage "ich nehme das mal vorsorglich mit rein, weil ich es nicht weiss" ist mies, müsste aber von Ihnen bewiesen werden.

Zudem hätte es Ihnen freigestanden, vor dem Kauf die Unfallfolgen genau untersuchen zu lassen, aufzuschreiben und eben besser dokumentieren müssen.

Bitte teilen Sie mit, ob Sie den Kauf alleine getätigt haben.

Der ADAC muss alle Kosten übernehmen, die durch die Folge entstanden sind. Allerdings haben Sie eine Schadensminderungspflicht. Wenn Sie also noch etwas kostenlos stornieren können (Fähre, Hotel etc.), so müssen Sie dies vornehmen.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 29.07.2020 | 18:25

Sehr verehrte Frau Dr. Seiter,

vielen Dank für Ihre Stellungnahme! Hier weitere Einzelheiten:
1. Ich war nicht allein beim Kauf des PKW, meine Ehefrau begleitete mich. Sie hat demnach alle Aussagen des Verkäufers mitgehört.

2. Im Kaufvertrag (eigentlich handelt es sich lediglich um eine Rechnung... entspricht wahrscheinlich einem Kaufvertrag?) steht nicht daß es sich um einen Unfallwagen handelt! Es heißt wörtlich 'Das Fahrzeug wird ausdrücklich als nicht Unfallfrei und auch nicht als nachlackierungsfrei verkauft'. Wenn der Verkäufer mehrfach betont, daß er von keinem Unfall des Fahrzeugs Kenntnis hat... wie soll ich (wie von Ihnen bemerkt) das Fahrzeug auf Unfallschäden untersuchen (lassen)? Erst das Gutachten der DEKRA im Auftrag des ADAC zusammenhänglich mit den Getriebeschaden bringt die Unfall Vorschäden ans Tageslicht.

3. Ohne den ADAC bereits um Übernahme der Folgekosten angesprochen zu haben, schreibt der ADAC mir Zitat 'Wird ein Fahrzeug bei einer Beförderung beschädigt, haften wir als Frachtführer (vgl. § 425 HGB ). Wir ersetzen als Frachtführer die Differenz zwischen dem Handelswert des Fahrzeugs vor und nach dem ADAC Einsatz. Wir weisen darauf hin, dass mittelbare Kosten, wie z.B. Kostenpauschale, Mietwagenkosten oder Nutzungsausfall, im Frachtrecht nicht erstattungsfähig sind (§ 432 Satz 2 HGB )' Zitatende.

Bitte schreiben Sie mir abschließend Ihre verbindliche Sicht der Dinge.

Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.07.2020 | 22:48

Sie müssen differenzieren, wer den Fehler gemacht hat, der Abschleppdienst (nicht ADAC, sondern nur in dessen Auftrag) während des Schleppens oder ADAC während der Reparatur- Sie hatten geschrieben - der ADAC rief einen Abschleppdienst - und der ADAC soll erstatten - da war davon auszugehen, dass der Fehler durch den ADAC (und nicht beim Schleppen) passiert ist - bei einem reinen Frachtschaden haben die Recht, bei einem Reparaturfehler nicht (Paragraph 432 HGB, OLG Düsseldorf).

Unfallfahrzeug und nicht unfallfrei ist das selbe!

Ggf. kann eben Ihre Frau bezeugen, dass er behauptet hat, nichts zu wissen - dann müssen Sie ihm nachweisen, dass er das bewusst verschwiegen hat und gewusst haben muss (ist schwierig aber nicht unmöglich).

ANTWORT VON

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