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Autokauf - sicherheitsrelevante Mängel


13.05.2005 09:33 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo...

ich habe gestern bei einem Gebrauchtwagenhändler einen gebrauchten Renault gekauft. Das Fahrzeug ist 8 Jahre alt und hat etwas über 100.000 km. Das Fahrzeug wurde mir als unfallfrei mit Gebrauchtwagengarantie und mit 18 Monaten TÜV und AU verkauft. Mängel wurden im Vertrag keine genannt. Nachdem mir bei der Heimfahrt vom Verkäufer (er ist kein Vertragshändler sondern reiner Gebrauchtwagenhändler) Geräusche an Achse / Rädern vorne aufgefallen waren (nicht bei Probefahrt zu hören), war ich heute bei einem Renault-Händler, um nach den Geräuschen sehen zu lassen.
Dieser hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
1. Beide Federn vorne gebrochen.
2. Motoraufhängungen alle weg.
3. Bremsen äußerst kritisch verschlissen.
4. Auspuff unfachmännisch geflickt.
Das ganze Fahrzeug sei so eigentlich kaum mehr verkehrstüchtig und der Reparaturaufwand sei ca. 1.500 Euro.
Ich habe den verkaufenden Händler auf diese Mängel angesprochen und er hat gesagt, dass ich ihm das Fahrzeug bringen soll, er repariere die beanstandeten Dinge.
Die Schwierigkeit dabei ist allerdings, dass der verkaufende Händler knappe 400 km weit von mir entfernt ist und mit solchen Mängeln möchte ich ungerne einen so weiten Weg fahren.
Das liebste wäre mir, das Fahrzeug mit Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben - wer weiss, was noch für Mängel auftreten; die obigen 4 Punkte wurden bei einer 5-minütigen Begutachtung gefunden. Was habe ich für rechtliche Möglichkeiten?

Zusammengefaßt:
1. Muß ich dem verkaufenden Händler das Fahrzeug zur Reparatur bringen (knappe 400 km mit sicherheitsrelevanten Mängeln)
2. Kann ich den Kaufvertrag rückwickeln? Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei, wenn der Händler die Mängel beseitigt (Qualifizierte Arbeiten?).

Vielen Dank im Voraus für die schnelle Antwort.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

da das Fahrzeug mangelhaft ist, stehen Ihnen die Rechte nach $ 437 BGB zu, also

Nacherfüllung
Rücktritt
Minderung
Schadensersatz.

Es gilt aber der Vorrang der Nacherfüllung, der in der angebotenen Reparatur zu sehen ist Erst wenn diese fehl schlägt oder verweigert, können Sie zurücktreten.

Die Kosten der Nacherfüllung hat aber nach § 439 BGB der Verkäufer zu tragen, wobei Sie den Wagen nicht zum Verkäufer zu bringen haben, sonder Erfüllungsort der Nacherfüllung dort ist, wo sich der PKW befindet, also bei Ihnen (AG Menden NJW 04,2171), Auch sollten Sie, wenn der PKW nicht verkehrssicher ist, damit nicht weiter fahren!

Fordern Sie den Verkäufer also nun schriftlich auf, die Wagen an Ihrem Wohnort zu reparieren oder ihn aif seine Kosten abzuholen und wieder zu bringen. Setzen Sie eine Frist vom 14 Tagen; damach erst können Sie den Rücktritt erklären, wenn er es nicht macht.

Bei der Art der Mängel sollten Sie aber auch daran denken, den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten, müssen dann aber nachweisen, dass der Verkäufer eine Arglist nachgewiesen werden muss. Eine genauere Bewertung kann so in diesem Forum nicht erfolgen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 13.05.2005 | 10:07

Hallo und vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe noch eine Nachfrage:
wie ist meine Mobilität über den Zeitraum der Nachbesserung gewährleistet? Angenommen der verkaufende Händler holt das Fahrzeug zur Reparatur ab und benötigt mehrere Tage zur Reparatur. Wie komme ich (wofür das Fahrzeug gekauft wurde) zur Arbeit und zurück? Wer übernimmt evtl. anfallende Mietwagenkosten?
Vielen Dank nochmals.
Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.05.2005 | 10:18

Die Kosten eines Mietwagen sind erst dann zu ersetzen, wenn der Händler sich in Verzug befindet. Davon wird man bisher nicht ausgehen können; auch deshalb sollten Sie die Frist setzen.

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