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Autokauf dann motorschaden

| 04.03.2019 07:56 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo und guten Morgen,

ich habe anfang Februar 2019 ein Auto für 15.000 euro gekauft .
Nach 10 Tagen und einer fahrt auf der Autobahn mit anschließender fahrt in die Werkstatt wurde ein motorschaden festgestellt .
Nachdem die Werkstatt mit dem verkäufer in Verbindung tratt stellte sich herraus das der Wagen schon eine Motorreperatur hatte , das wurde den Leuten in der Werkstatt und mir am Telefon mitgeteilt . ( In die Werkstatt gefahren nach dem ich den Verkäufer informiert habe und er das angeordnet hatte zur ersten Diagnose )

Jetzt hat er das Auto in eine Werstatt seines vertrauens geholt um selbst nach zusehen was da los ist mit dem Motor .
Am Telefon meinte er schon es gibt nur zwei möglichkeiten : neuer Motor oder Rückkauf .

Wie verhalte ich mich jetzt ?
Habe ich anspruch auf den vollen Kaufpreis in höhe von 15.000 euro ?
Kommt er für Schadensersatz auf ?

04.03.2019 | 09:07

Antwort

von


(712)
Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
Tel: 0381-2024687
Web: http://doreen-prochnow.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haftet der Verkäufer bei Mängeln des KFZ aus Gewährleistungsansprüchen, wenn es sich nicht um einen Privatverkäufer handelt, der die Gewährleistung ausschloss und nicht aus arglistiger Täuschung haftet.

Nach dem ersten Eindruck habe ich hier davon auszugehen, dass es sich um einen gewerblichen Händler handelt, der nach dem gesetzlichen Kaufrecht haftet, anderes können sie mir über die Nachfrageoption gern mitteilen.

Der Verkäufer ist nach § 433 Abs. 1 BGB mangelfrei zu verschaffen. Ein Mangel liegt nach § 434 BGB vor , wenn die übereignete Sache sich nicht zum im Vertrag vorausgesetzten Zweck eignet oder von der vereinbarten Beschaffenheit abweicht. Fehler am Motor sind also ein Mangel.

A. Nach §§ 437 , 439 BGB steht ihnen nun die Nacherfüllung als vorrangiges Mangelrecht zu. Hierzu haben sie dem Verkäufer die Möglichkeit zur Prüfung des Mangels zu geben, was sie bereits getan haben. Der Verkäufer hat hierfür die Kosten zu tragen. Grundsätzlich haben sie sodann die Möglichkeit zwischen der Lieferung einer neuen mangelfreien Sache oder der Mängelbeseitigung an der alten Sache zu wählen, der Verkäufer kann jedoch eine Wahl als unzumutbar ablehnen, wenn sie wirtschaftlich nicht in angemessenen Verhältnis steht.

Hier bietet der Verkäufer zunächst einen neuen Motor, also die Mängelbeseitigung an der gekauften Sache an. Dieses Nacherfüllungsrecht haben sie ihm zuzugestehen, solange es für sie nicht unzumutbar ist. Unzumutbar ist es nach dem zweiten fehlgeschlagenen Nacherfüllungsversuch, § 440 BGB .

Beim Austausch des Motors hat der Verkäufer auch die Kosten der Verbringung zu zahlen. Ist das Auto auf seinen Wunsch aber ihre Kosten in die erste KFZ-Werkstatt gelangt, so muss er neben der Motorreparatur oder dessen Tausch auch die Kosten tragen, die sie aufwenden mussten um dorthin zu gelangen, § 439 Abs. 2 BGB . Weiter schuldet er nach § 439 Abs. 3 BGB den Ersatz aller Aufwendungen wozu auch der Nutzungsausfall für die Tage gehört, die sie nun das Auto nicht nutzen können. Wie hoch dieser ist, bestimmt sich laut "Schwacke-Liste" nach Art und Alter des Fahrzeuges.

B. Der Verkäufer bot ihnen bereits den Rückkauf an, also die Rückgabe des PKW. Hier spricht von einer Rückabwicklung, die aus dem Rücktrittsrecht nach § 437 i.V.m. §§ 440 , 323 und 326 Abs. 5 BGB richtet. Der Rücktritt steht ihnen regelmäßig erst nach scheitern der Nacherfüllung zu ( § 440 BGB ), allerdings können sie sich mit dem Verkäufer auch auf eine früherer Rückabwicklung einigen.

Die Rückabwicklung setzt eine Rücktritterklärung von ihnen an den Verkäufer voraus. Sodann ist der Kaufvertrag rückabzuwickeln, sie müssen also das Auto an den Verkäufer zurückgeben, während der Verkäufer den Kaufpreis zu erstatten hat ( § 346 BGB ). der Käufer muss nach § 346 ABs. 2 BGB jedoch Wertersatz leisten, soweit die Sache sich bei ihm verschlechtert hat, jedoch bleibt die durch die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme entstandene Verschlechterung außer Betracht. Ich gehe davon aus dass sie das Auto bestimmungsgemäß benutzt haben, so das ein Wertersatz wegen Verschlechterung nicht in Betracht kommt. Deswegen schuldet der Verkäufer ihnen bei Rücktritt den gesamten Kaufpreis in Höhe von 15.000 €, sowie die Verbrindungskosten zur ersten Werkstatt und den Nutzungsausfall nach § 327 i.V.m. §§ 440, 280.

1. Fazit zur Frage: Habe ich Anspruch auf den vollen Kaufpreis in Höhe von 15.000 Euro ?

Ja , bei Rücktritt haben sie Anspruch auf Rückzahlung des vollen Kaufpreises, da die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme beim Wertersatz außen vor bleibt.

2. Fazit zur Frage: Kommt er für Schadensersatz auf ?

Der Verkäufer haftet bei der Mängelbeseitigung für die durch den Mangel verursachten Kosten nach § 439 BGB . Er muss die Verbringungskosten, den Nutzungsausfall und die Heimreise, sowie sonstige Kosten aufgrund des Mangels für sie bezahlen.

Beim Rücktritt hat er ihnen den Kaufpreis zu erstatten und nach § 437 , 440 , 280 BGB auch die Verbringungskosten, den Nutzungsausfall und die Heimreise, sowie natürlich auch andere Kostenpostionen die wegen dem Mangel entstanden sind.

Er haftet also für den Schaden vollumfänglich.

3. Fazit- Wie gehe ich am besten vor?

Es war richtig den Verkäufer sofort zu informieren und das Auto nach seiner Anweisung in die Werkstatt zu verbringen.

Nun müssen sie den Verkäufer zur Nacherfüllung auffordern, dies scheint zumindest telefonisch schon geschehen zu sein, sie sollten es aber noch einmal schriftlich- zumindest per e-Mail, tun, damit sie dies auch beweisen können.

Schlägt die Nacherfüllung zweimal fehl oder bietet der Verkäufer ihnen die Rückhnahme des PKW an, und möchten sie dies annehmen, so müssen sie den Verkäufer gegenüber ( am besten natürlich auch schriftlich) den Rücktritt erklären. Sie haben dann das Auto zurückzugeben ( sprich den Kfz-Brief nebst Zulassung) und der Verkäufer muss ihnen den Kaufpreis erstatten.

Ist dies geschehen, beziffern sie den weiteren Schaden, also die Kosten die ihnen wegen dem Mangel entstanden sind. Diese Aufstellung übersenden sie dem Verkäufer und fordern ihn zur Erstattung dieser Kosten auf.

So haben sie eine ordnungsgemäße Abwicklung und können bei Erfolglosigkeit auch problemfrei einen Anwalt oder ein Gericht zur Klärung einschalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 04.03.2019 | 09:28

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