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Autokauf Unfallschaden festgestellt

20.01.2021 20:41 |
Preis: 25,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Ich habe vor wenigen Wochen einen 5-jährigen PKW für 14.000€ erworben, der optisch in gutem Zustand ist. In der Anzeige und im Kaufvertrag wurden keine Schäden oder Reparaturen explizit kommuniziert, aber ein Besuch bei meiner Werkstatt offenbarte nun, dass Schweißarbeiten und ein Unfallschaden vorliegen. Im Kaufvertrag steht dazu der Hinweis "Auto wurde vom Abholer komplett begutachtet und Probe gefahren. Verschiedene Nachlackierungen und Vorschäden. Fahrzeug hat Gebrauchsspuren, Dellen und Kratzer".

Aber was ist so ein Vertragsbestandteil wert, den ich als Laie nicht nachvollziehen oder verhandeln kann und der auch nicht detaillierte dokumentiert ist? Hätte der Händler nicht die ihm bekannten "Schäden" (ab wann ist etwas ein Schaden an einem Auto) dann auflisten müssen und inwieweit geht seine Haftung für ihm unbekannte Schäden?

Dieser Hinweis wurde im Kaufprozess nicht sonderlich besprochen, sondern findet sich am Ende des Kleingedruckten. Ich habe das als Laie lediglich als allgemeinen Hinweis verstanden. Denn bereits telefonisch wurde mir versichert "an dem Auto ist nix, tiptop!". Vor Ort wurde auf meine Nachfrage bezüglich Unfallschäden mündlich darauf hingewiesen, dass vorne rechts am Kotflügel "mal etwas" behoben wurde, außerdem waren im Serviceheft Dellen markiert, die aber ebenfalls bereits behoben waren. Ein Unfallschaden wurde nicht explizit bejaht.

Das Auto wies zum Zeitpunkt der Besichtigung keinerlei nennenswerte Kratzer, Dellen oder Lackschäden auf. Auf die explizite Frage nach Unfallschäden und einer Beschädigung im Bereich des hinteren linken Kotflügels wurde vom Händler mündlich verneint, dass sich im Gutachten zu diesem Auto dort etwas finde, lediglich am Kotflügel vorne rechts wäre etwas gemacht worden (er kaufe alle Autos mit Gutachten). Weshalb ich mich mit der Aussage, dass leider zufrieden gegeben habe. Das ganze klang nach "Stoßstangen Austausch und Beulendoktor"

Außerdem musste Kühlflüssigkeit des Motors aufgefüllt werden (was für mich als Laie nicht ungewöhnlich erschien).

Nun habe ich das Auto meiner örtlichen Werkstatt vorgestellt und diese hat relativ schnell Schweißarbeiten am Kotflügel hinten links und Rostbildung festgestellt. Außerdem halten in diesem Bereich die Innenverkleidungen nicht richtig und aus diesem Bereich sind bei Fahrt Knackgeräusche zu hören. Laut der Werkstatt sieht es danach aus, als sei die komplette Seite ausgetauscht worden und ein großer Unfallschaden repariert worden sein. Die Dichtigkeitsprüfung für das Kühlmittel steht noch aus.

Ich verstehe, dass durch den Satz im Vertrag unfallschäden nicht explizit ausgeschlossen wurden. Dies war für mich leider nicht erkennbar, weil gegenteilige mündliche Kommunikation vorlag. Beweisen kann ich, dass der Händler mit uns um das Auto herumging und Nachfragen nur aus seinem Büro ausweichend beantwortet hat "Die Spaltmaße an meinem Neuwagen passen auch nicht!". Meine Werkstatt fand mit 3 Handgriffen innerhalb von 2 Minuten die Schäden inklusive Beweise für Schweißarbeiten - der Händler sagte "mir ist nichts bekannt".

Wie sollen wir bezüglich der Wertminderung durch diesen Unfallschaden verfahren, ich fühle mich getäuscht (rückblickend ist man immer schlauer) oder bei einer Rückabwicklung des Kaufvertrages vorgehen?

Ich besitze eine RSV.

20.01.2021 | 22:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ersichtliche Unfallschäden, die ein Händler hätte sofort erkennen können, muss dieser auch offen legen. Es reicht aber nicht aus, generell auf einen Unfallschaden hinzuweisen, wenn sich an diesem Fahrzeug noch weitere befinden. Insofern könnten Sie den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten und den Kaufpreis zurückfordern.

Hierbei ist auch die Fachkenntnis vom Händler zu berücksichtigen, insbesondere dass ihm diese Mängel hätten auffallen müssen. Dieses kann notfalls dann auch mithilfe eines gerichtlichen Sachverständigen geprüft werden.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten, könnten wir für Sie eine kostenfreie Deckungsanfrage durchführen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 22.01.2021 | 17:51

Vielen Dank für die Antwort. Ich würde gerve evaluieren, wie groß meine Chancen auf Erfolg sind und obwohl eventuell sogar eine Strafanzeige wegen Betruges in betracht kommt.

Ich hatte vor dem Kaufvertrag einen verbindlichen Vorvertrag mit dem Autohaus geschlossen, um das Auto zu reservieren und eine Anzahlung geleistet. In diesem Vertrag steht nur "übliche Gebrauchsspuren", was von der Zustandsbeschreibung im Kaufvertrag ja in erheblichem Maße abweicht. Eine Belehrung über Unfallschäden hat auch auch Nachfrage nicht stattgefunden (leider nicht beweisbar, weil kein Zeuge anwesend), was ich aber beweisen kann (Zeuge anwesend) ist, dass der Händler nicht einmal das Auto vorgeführt hat und nur sagte "Ihm sei kein Schaden bekannt".

Ich ging sogar beim Kauf davon aus, dass das Auto unfallfrei ist, auch wenn es nicht explizit so ausgwiesen war. Aber im Vorvertrag stand nur "übliche Spuren" und beim Tachostand "keine Bedenken". Dass plötzlich im Kaufvertrag die Zustansbeschreibung abweicht, ohne Hinweis darauf, und ich mit bagatellisierenden Aussagen beschwichtigt werde macht mich skeptisch.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.01.2021 | 20:33

Sehr geehrter Fragesteller,

Eine Strafanzeige könnten Sie natürlich stellen. Dies hätte auch den Vorteil, dass gewonnene Ermittlungsergebnisse sodann auch im Zivilverfahren mit verwendet werden können. Die Beweislast dafür, dass über einen Schaden informiert wurde, liegt beim Verkäufer. Ich sehe daher gute Chancen, hier eine Arglist zu beweisen, sofern Sie auch bereit sind, vor Gericht auszusagen. Davon gehe ich bei Ihnen aus.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten, könnten wir für Sie eine kostenfreie Deckungsanfrage durchführen.

Über eine ggf. positive Bewertung auf dieser Plattform würde ich mich freuen.
Falls vorhanden gerne auch über Google: https://g.page/RechtsanwaltHoffmeyer/review?rc

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Hoffmeyer, LL.M.
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