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Autokauf Gebrauchtwagen beim Händler

17.05.2011 12:36 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Guten Tag,

am 02.06.2010 wurde ein Volvo gebraucht gekauft. Seitdem treten immer wieder Probleme und Defekte auf. Nun die Frage, ist das wirklich alles Verschleiß und nicht in der Gewährleistung des Händlers? Dabei muss man beachten, dass jedes Mal ein halber Tag Zeitaufwand, Zugfahrkosten sowie Fahrzeugausfall von nun ca. 3 Wochen zu den 2000 Euro Reparaturkosten entstanden sind.

Hier der Verlauf:

- Lieferdatum und Rechnung 02.06.2010
- Oktober Beginn von Geräuschen aus Motorraum
- Händler wieder kontaktiert und November Reparatur u.a. Traggelenke
- Geräusch immer noch leicht da
- Februar Reparatur andere Traggelenk in anderer Werkstatt
- Geräusch tritt immer mal wieder auf, leise und kaum hörbar
- Februar Check Auto bei Volvo Werkstatt: Diagnose Getriebe, Turborückläufe und Bremsen müssen dringend gemacht werden
- 28.3. März Austauschgetriebe und weitere Reparaturarbeiten in Kaufwerkstatt (wobei Kosten Getriebe Kunde und Einbau auf Kulanz von Werkstatt übernommen wurde)
- 09.04. – Panne auf Autobahn – Schlauch zum Turbo löst sich ab wegen mangelnder Unterlegscheibe und zu kurzer Schraube
- anschließend diverse Probleme beim Fahren und weiterhin ab und zu das Klacken bei ruckartigem Starten sowie das Schleifen bzw. Rattern beim Lastenwechsel erste und zweite Gang
- wegen Osterferien keine Werkstatt frei – eine Woche keine Nutzung Auto möglich
- 21.04. – Check Auto: Diagnose Verdacht Getriebe sowie lockeres Blech
- Erneut Fahrzeug zur Kaufwerkstatt und erneute Reparatur – eine Schraube war lose und wurde ausgetauscht – nun Hauptgeräusch weg
- Fahrt 14.05. – das Schleifen nach dem ersten Schalten ist wieder da, Klimaanlage fällt aus

Nun bin ich einfach hilflos und weiss nicht weiter, laut heutigem Telefonat ist es eben so da ich schon 20.000 km mehr drauf habe. Aber als alleinerziehende Mutter und Freiberuflerin ist es für mich unzumutbar immer einen halben Tag zur Werkstatt zu fahren, evt. Auto dort zu lassen... und meine Kinder mag ich eigentlich auch nicht mehr in dieses Auto stecken.

Gern würde ich wissen, ob ich dies so hinnehmen muss.
Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Anfrage und Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und es Einsatzes wie folgt:

Als Käuferin eines mangelhaften Wagens haben Sie die Möglichkeit gem. § 437 Nr. 2 BGB von dem Vertrag zurückzutreten. Da mir der Wortlaut des Kaufvertrages nicht vorliegt, in dem etwaige Ansprüche wirksam ausgeschlossen sein könnten, gehe ich in meiner Beantwortung davon aus, dass es keinen Haftungsausschluss oder dergleichen gibt.

Problematisch wird es bei der Frage, ob der Wagen bereits beim Kauf mangelhaft war, oder ob die Mängel erst später aufgetreten sind. Gem. § 476 BGB wird vermutet, dass ein Mangel der binnen der ersten sechs Monate nach dem Kauf auftritt schon bei Gefahrübergang, also Kauf, vorlag. In diesen Fällen ist der Verkäufer zur Nachbesserung verpflichtet, es sei denn er kann beweisen, dass der Mangel von Ihnen herbeigeführt wurde.

Hinsichtlich der Geräusche aus dem Motorraum greift diese Vermutung sicherlich ein. Hier hat der Händler ja auch bereits eine entsprechende Reparatur durchgeführt, wenn auch augenscheinlich erfolglos. Bezüglich der übrigen Probleme obliegt Ihnen die Beweispflicht, dass die Schäden schon beim Kauf vorlagen. Dies lässt sich notfalls über ein Sachverständigengutachten nachweisen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Die Gutachten sind äußerst teuer und werden nicht zwangsläufig vom Gegner, sprich Händler, bezahlt. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollte Sie dort anfragen, ob diese das Gutachten übernehmen würde.

Sofern Sie allerdings beweisen können, dass die Schäden schon beim Kauf vorlagen, und nach Ihrer Sachverhaltsschilderung spricht vieles dafür, können Sie dem Händler eine letzte Frist zur Nachbesserung setzen. Gegebenenfalls ist eine solche Fristsetzung aber bereits nach § 440 BGB nicht mehr vonnöten. Auch könnten durch die hohen Ausfallzeiten bereits besondere Umstände i.S.d. § 323 II Nr. 3 BGB vorliegen, die eine Fristsetzung ebenfalls entbehrlich machen.
Sollte eine Frist entbehrlich oder abgelaufen sein, so können Sie gem. § 437 Nr. 2 BGB vom Kaufvertrag zurücktreten. Dies würde dazu führen, dass der Kaufvertrag rückabgewickelt wird, Sie also den PKW zurückgeben und dafür den Kaufpreis erstattet bekommen. Sie müssen sich allerdings die gefahrenen Kilometer als Nutzen anrechnen lassen und angemessenen Wertersatz leisten. Im Gegenzug schließt der Rücktritt gem. § 325 Schadenersatzansprüche Ihrerseits nicht aus, sodass Sie die Reparaturkosten und Arbeitsausfall als Schaden geltend machen und gegenrechnen können.

Fazit: Wenn Sie beweisen können, dass die Schäden schon beim Kauf vorlagen, dann können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten und Schadenersatzansprüche gegen den Händler geltend machen. Die gefahrenen Kilometer müssen Sie sich allerdings als gezogene Nutzungen anrechnen lassen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen. Ohne Einsicht in den Kaufvertrag lässt sich aber nicht abschließend feststellen, ob derartige Ansprüche nicht wirksam ausgeschlossen wurden. Gern übernehme ich für Sie die Prüfung der Unterlagen. Meine Gebühren richten sich hierbei nach dem RVG. Die hier bezahlte Gebühr würde selbstverständlich angerechnet. Zudem steht Ihnen hier auch die kostenlose Rückfrageoption zur Verfügung.

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